Endrunde

U19: So will Schalke den BVB knacken

Stefan Bunse
17. Mai 2019, 10:43 Uhr

Foto: Mark Bohla

Am Montag (20. Mai) steigt ab 18:45 Uhr im Dortmunder Stadion Rote Erde das Halbfinal-Rückspiel um um die deutsche A-Junioren-Meisterschaft zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04. Das Hinspiel endete 2:2.

Die Westdeutsche Meisterschaft für sein Team bezeichnete Norbert Elgert vor Wochenfrist als Fußball-Wunder. Deshalb sieht er sein Team auch nicht als Favoriten auf den Einzug ins Finale um die Deutsche Meisterschaft. Aber Elgert wäre nicht Elgert, wenn er vor dem Rückspiel am Montag gegen den BVB nicht noch einmal alles aus seinen Jungs herauskitzeln würde, um nun auch noch den Einzug ins Finale der Deutschen Meisterschaft der A-Junioren perfekt zu machen. Die Chancen darauf bezeichnet er nach dem Hinspiel auf „50:50“.

 
Es wäre das Sahnehäubchen auf eine Saison, die so niemand erwarten konnte. Tiefstapelei bei Königsblau? Wer Elgerts Aussagen verstehen will, muss in den August 2018 zurückblicken. Der BVB hatte den S04 im Liga-Hinspiel mit 4:1 aus dem eigenen Stadion geschossen. Und der Sieg war eigentlich noch zu niedrig ausgefallen. Es war zwischen beiden Mannschaften mehr als ein Klassenunterschied zu erkennen. Es war eine Demonstration der Dortmunder Stärke. Insofern grenzte es tatsächlich beinahe an ein Wunder, dass am Ende der S04 und nicht der BVB ganz oben auf dem Treppchen stand. Aber es war natürlich kein Wunder, sondern das Ergebnis harter Arbeit.

Geschafft haben es die Knappen mit den von Elgert immer wieder beschworenen Grundtugenden. Genau die sind jetzt noch einmal nötig, wenn der S04 am kommenden Montag tatsächlich den Einzug in Finale packen will. Denn auch im Hinspiel am Mittwoch wirkte der BVB zumindest phasenweise spielerisch reifer. Deswegen benötige man eine über 90 Minuten hoch konzentrierte und disziplinierte Leistung, wenn man in der Roten Erde bestehen will, sagte Elgert. „Wir waren phasenweise zu passiv, zu verhalten“, erklärte er nach dem Abpfiff. „Zu Beginn des Spiels haben wir Angriffspressing gespielt. Und jedes Mal, wenn wir überspielt wurden, wurde es brandgefährlich. Deswegen haben wir später auf 5-4-1 Mittelfeldpressing umgestellt. Dann standen wir viel besser, aber wir waren zu passiv.“ 

Schalke-Trainer Elgert: Müssen Kutucu unterstützen

Erst gegen Ende der Partie sei man besser ins Spiel gekommen. „Zum Schluss war es so, wie wir uns das eigentlich vorstellen“, nickte Elgert. Das Erfolgsrezept: „Früh, aber intelligent zu attackieren. Einfach nur drauf zu gehen, bringt nur etwas, wenn du es auch intelligent machst, mit viel Balleroberungen. Unser größter Fehler war es, dass wir stehen geblieben sind, wenn der Gegner lange Bälle vor unsere Abwehr gespielt hat, statt zu fallen.“ Zudem müssten Standardsituationen vor dem eigenen Strafraum möglichst vermieden werden. Elgert: „Das zweite Gegentor war unnötig, in diesem Bereich darfst du nicht foulen. Wir wissen, wie stark der BVB bei Standards ist.“

Im alles entscheidenden Rückspiel müsse der S04 deshalb noch mehr in die Waagschale werfen: „Wir benötigen eine hohe taktische Disziplin, müssen noch sauberer verteidigen und vorne noch mehr unterstützen. So, wie es zum Schluss war, als wir eine zweite Frontalspitze hatten. Und wir müssen Ahmed (Kutucu, die Red.) im Rückspiel noch ein bisschen mehr unterstützen.“ 

Dann sei im Rückspiel alles offen. Elgerts Hoffnung: „Körperlich sind wir gut dabei. Bei dem anderen Spiel konnte ich den einen oder anderen Krampf bei den Stuttgarter und Wolfsburger Spielern sehen, was ich in dieser Endphase der Saison auch gut verstehen kann. Bei uns war das nicht der Fall.“ 

Nach dem 2:2 (1:1) im Hinspiel sieht er die Chancen für sein Team bei 50 Prozent: „2:2 heißt 50:50“ meinte Elgert. Und vielleicht kommt es am Ende – so wie am Mittwoch in Oberhausen - ja auch wieder auf die mentale Stärke an. Elgert. „Der Ausgleich war kein Glück, sondern die Jungs haben zum Ende alles versucht, den Ausgleich zu machen. Und nur dann wirst du auch belohnt.“ Er selbst habe jedenfalls immer damit gerechnet. „Wenn du das als Trainer nicht tust, dann hast du deinen Beruf verfehlt. Man muss den Optimismus vorleben.“ Was aus Schalker Sicht für das Rückspiel Mut macht: Bereits in der Liga hat der S04 mit 1:0 in Dortmund gewonnen.  

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