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TVD Velbert: Bach findet schnellen Restart "grob fahrlässig"

Stefan Loyda
30. Dezember 2020, 09:00 Uhr
TVD Velberts Trainer Marc Bach. Foto: Walter Fischer

TVD Velberts Trainer Marc Bach. Foto: Walter Fischer

Der TVD Velbert steht derzeit auf Platz 10. Dennoch sieht Trainer Marc Bach seine Mannschaft auf einem ordentlichen Weg. Wir haben mit ihm gesprochen.

Marc Bach, die Saison wurde erneut unterbrochen. Wie lautet ihr Fazit für die Hinrunde?
Im Grunde genommen ist es schwer, das zu bewerten. Wir haben eine neu zusammengestellte Mannschaft und ein neues Trainerteam. Wir sind sehr gut gestartet und haben einen guten Pokalauftritt gegen Rot-Weiss Essen hingelegt. Mit dem zweiten Spiel in Cronenberg haben wir aber schon gemerkt, dass es eine andere Saison ist. Die Verletzungsprobleme seitdem haben sich durchgezogen. In Summe sind wir auf einem ordentlichen Weg

Was wünschen Sie sich für das Fußballjahr 2021?
Erst einmal, dass man wieder vernünftig auf den Platz zurückkehren kann, ohne dass es gesundheitliche Konsequenzen für alle hat. Und dann, dass wir in den Rhythmus kommen und dauerhaft Fußballspielen können. Für den Amateurfußball allgemein wünsche ich mir, dass die Jungs verletzungsfrei bleiben. Wenn es weitergeht, sind bestimmt 12 bis 14 Wochen vergangen seit dem letzten Training.

Wie soll die Saison beendet werden?
Wir haben noch 35 Spiele und eine erste Pokalrunde, bei der wir davon ausgehen, dass es hoffentlich ein, zwei mehr werden. Jeder, der ein bisschen rechnen kann, wird schnell darauf kommen, dass die Saison nicht normal zu Ende gespielt werden kann. Wir sind bis zum 10. Januar raus und der Verband gibt an, dass es nach zwei Wochen Training wieder losgeht. Wenn man zehn Wochen kein Mannschaftstraining hatte und dann nach zwei Wochen das erste Meisterschaftsspiel anzusetzen, halte ich für grob fahrlässig. Ich hoffe, dass wir einigermaßen durchkommen und es dann irgendwann eine dauerhafte Lösung gibt.

Wie erleben Sie diese unfreiwillige lange Fußballpause?
Wir haben bis einschließlich 13. Dezember durchgängig gearbeitet und zu den Trainingstagen und Sonntagen Einheiten in Form von verschiedenen Läufen gemacht. Die Jungs sind seit Anfang des Lockdowns vier Mal als Einheit unterwegs gewesen plus die eine oder andere in Eigenregie. Kompliment da an meine Mannschaft, dass sie uns das immer elektronisch geschickt hat und wir das auswerten konnten. Da muss man den Hut vor ziehen, wir sind ja schließlich keine Leichtathleten geworden. Die Jungs wollen auf den Platz, in die Kabine und nachher auch mal ein Bier trinken. Das haben die Jungs richtig gut durchgezogen. Bis zum 4. Januar sind sie dann offiziell im Urlaub, werden aber bestimmt noch was machen, wenn auch nicht nach Plan. Ich hoffe, dass es dann am 11. Januar wieder losgeht.

Glauben Sie, dass nach der Pause die Begeisterung für den Fußball noch überall vorhanden ist oder schadet die Krise dem Fußball allgemein?
Das ist eine schwierige Frage. Ich hoffe zum Beispiel, dass die Leute wieder Spaß daran kriegen, gemeinsam essen zu gehen. Für die Branche ist es wichtiger, als der Amateursport, der steht am Ende der Nahrungskette. Von meiner Seite aus könnte es morgen wieder losgehen, ich hätte schon Lust. Aber vielleicht kommt der eine oder andere auf die Idee, dass ihm gar nichts fehlt. Nicht nur im Fußball, das ist ja auch ein Rattenschwanz, dass dann die Pommesbude oder das Café keinen Sponsor beim Sport mehr machen wird oder auch kann, weil sie keine Einnahmen generieren. Ich glaube aber in Summe schon, dass, wenn die Leute wieder rausdürfen, die Hoffnung groß seien darf,

Wird es im Winter Veränderungen am Kader geben?

Wir sind mit dem Kader zufrieden. Wenn man im Winter etwas macht, muss man davon überzeugt sein und es muss auch etwas auf dem Markt geben, was dich weiterbringt. Von unserer Seite wird nichts geplant. Wir sind im Hintergrund in der Planung für die neue Saison und dabei im Trainerteam mit dem Vorstand in die Wege zu leiten.

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