Jetzt ist es amtlich: TuS Haltern wird in der neuen Saison nicht in der Regionalliga West antreten. Das gab der Klub bekannt. 

Regionalliga

TuS Haltern zieht sich aus Liga vier zurück

06. Juli 2020, 10:04 Uhr
TuS Haltern zieht sich aus der Regionalliga zurück.

TuS Haltern zieht sich aus der Regionalliga zurück.

Jetzt ist es amtlich: TuS Haltern wird in der neuen Saison nicht in der Regionalliga West antreten. Das gab der Klub bekannt. 

Es hatte sich angedeutet, RevierSport hatte bereits Ende Mai davon berichtet, nun ist es amtlich. TuS Haltern wird sich aus der Regionalliga West zurückziehen und in der neuen Saison in der Oberliga Westfalen an den Start gehen. Das bestätigte der Klub am Montag. 


Haltern hatte den Verband im Mai bereits aufgefordert, die Auflagen für die kommende Saison zu lockern. Das bestätigt Halterns Marketingchef Raphael Brinkert gegenüber RevierSport. Er betonte: "Um unser Stadion Regionalliga-tauglich zu machen, müssten wir um die 400.000 Euro in die Hand nehmen. Wir haben einfach keine Lust mehr jedes zweite Heimspiel in der Fremde zu bestreiten. Hier geht es viel weniger um den finanziellen, als den emotionalen Verlust."

Haltern hatte auf das Modell der Regionalliga Nord gehofft

Jetzt wurde der Rückzug offiziell gemacht. Denn nach der Telefonkoferenz mit dem Westdeutschen Fussballverband (WDFV) gab es den einstimmigen Rücktritt - der Verband wurde bereits informiert. Als Grund gab Haltern an, dass man gehofft hatte ein ähnliches Modell wie die Regionalliga Nord für die neue Saison zu etablieren. Hier wird in zwei 11er-Staffeln und anschließenden Playoffs gespielt. 


Anders im Westen, wo mit Haltern 22 Teams am Start wären. Zu viel für die Seestädter, der Leiter Gesamtstrategie Sport, Sascha Kopschina, betont: "42 Spieltage, 11 englische Wochen - das ist Profifußball!" Zudem hätte Haltern erneut keine Sicherheitsspiele im eigenen Stadion austragen dürfen, ein Umzug will der Verein aber nicht mehr. 

“Wir werden weiterhin in der höchsten deutschen Amateurliga spielen. Das ist nach den sportpolitischen Entscheidungen in der Corona-Krise aus unserer Sicht die Oberliga. Unser freiwilliger Verzicht hilft nicht nur allen Vereinen der Regionalliga West im Spielplan, sondern insbesondere uns, um nicht nur wirtschaftlich und sportlich auf gesunden Füßen zu stehen, sondern auch unseren eingeschlagenen Bilbao-Weg noch konsequenter zu verfolgen”, ergänzt Marketingchef Raphael Brinkert.

Und zwar in der Oberliga Westfalen. “Der freiwillige Rückzug aus der Regionalliga West ist ein klares Bekenntnis für den Amateurfußball”, sagt Brinkert. “Wir glauben, dass dieser Schritt richtig und vorausschauend ist. Nicht nur bei Profivereinen sehen wir gerade, dass die Corona-Krise als Katalysator von Fehlentwicklungen der letzten Jahre einige Vereine in den nächsten Monaten extrem treffen wird. ”

Die Planungen des TuS mit dem Strategiewechsel nach dem Vorbild von Athletic Bilbao sind derweil bewusst ligaunabhängig vorangetrieben worden. Kopschina: “Jetzt freuen wir uns umso mehr auf eine herausragend besetzte Oberliga mit fantastischen Partien gegen Wattenscheid, Gütersloh, Herne oder Siegen. Das ist Amateurfußball auf höchstem Niveau aus Haltern am See für Haltern am See.” 

So sieht die Regionalliga in der neuen Saison aus

Absteiger aus der 3. Liga

Preußen Münster

SV Rödinghausen
Rot-Weiss Essen
Rot-Weiß Oberhausen
1. FC Köln II
Alemannia Aachen
Borussia Dortmund II
Borussia Mönchengladbach II
FC Schalke II
Sportfreunde Lotte
Fortuna Düsseldorf II
Fortuna Köln
Bonner SC
Wuppertaler SV
SV Lippstadt
VfB Homberg
SV Bergisch Gladbach

Aufsteiger
SV Straelen
Rot Weiss Ahlen
SC Wiedenbrück
FC Wegberg-Beeck


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Kommentieren

09.07.2020 - 22:56 - soso

Gute Entscheidung, die zu erwarten war.
Auch in der Oberliga gibts interessante Paarungen. Da muß man sich nicht die Zweitvertretungen von
Gladbach, Köln, BVB, Düsseldorf .... antun. Das braucht kein Mensch. Da ist Herne und der Hammer SV
interessanter. Aber mit 130 Zuschauern kommt man in der Oberliga auch nicht über die Runden.

06.07.2020 - 16:31 - fussballnurmi123

Den Begriff "Dorfclub" ziehe ich gerne zurück, wenn er als anstössig empfunden wird. Es sollte auch in keinster Weise verunglimpfend gemeint sein. Ich wollte damit ausdrücken, dass Haltern eben ein kleiner Verein ist und nicht die für die Regionalliga notwendigen Strukturen aufweisen kann. Von daher hat der Verein eine gute Entscheidung getroffen, lieber Oberliga spielen zu wollen.

06.07.2020 - 15:10 - Horst H

Wie arrogant muss man sein um einen Verein der eine vernünftige Entscheidung getroffen hat als Dorfclub zu bezeichnen. Unterste Schublade. Da sollte man lieber mal in Richtung sogenannter Traditionsclubs gucken die schon zig mal Pleite waren und mehrfach Insolvenz angemeldet haben.

06.07.2020 - 14:49 - Außenverteidiger

Sportlich hat der Haltener recht. Ob jetzt 21 Mannschaften in der Regio oder Oberliga ist zahlenmäßig natürlich gleich. Allerdings ändert sich das Verhältnis, weil man eine Liga höher spielt. Die Oberliga ist eine Klasse tiefer. Was bedeutet der Unterschied zwischen den Ligen? Muss man Sportlern ernsthaft den Unterschied zwischen Profis und Amateuren mit ihren Konsequenzen erklären?
Die Regeneration wird u. a. in dieser Zeit der Schlüssel sein.

06.07.2020 - 14:45 - Außenverteidiger

@JJJ: Für die dritte und vierte Liga gings im DFL System schon die ganze Zeit ums Überleben. Nicht mehr und nicht weniger. Nur weil viele Fans nicht rechnen wollen und den Fußball von der wirtschaftlichen Umwelt entkoppeln, ist das Problem nicht in den Fokus gerückt.

06.07.2020 - 14:34 - Jünther, Jötz und Jürgen

ob jedes 2. Heimspiel in der Fremde ausgetragen wrd ist im Grunde egal. Was soll denn der KFC sagen. Wichtig wäre, dass überhaupt vor Publikum gespielt werden kann. Eine 2. Welle und dann verabschieden sich noch andere Vereine.

Grunssätzlich haben enige Fans noch nicht verstanden worum es in der Pandemie geht. Es geht nur ums nackte überleben.

06.07.2020 - 13:13 - hadi

11:04 - fussballnurmi123
— Ein Dorfclub weniger in der Regio.—
Was soll denn dieser Quatsch - Dorfclub ? Haltern hat 38000 Einwohner, Verl 25000 Einwohner.
Wo zieht man denn da die Grenze, sollen alle Vereine unter 600000 Einwohner in der Oberliga spielen?
Die sportliche und wirtschaftliche Qualifikation zählt, Haltern packt es wirtschaftlich nicht und RWE
sportlich nicht, um aufsteigen zu können.

06.07.2020 - 13:00 - Delsenfreund

Zitat: "Wir sehen uns außerstande, personell, infrastrukturell und organisatorisch eine Saison mit 42 Spieltagen und mindestens elf englischen Wochen zu bestreiten."

Egal, ob eine Liga aus 21 oder 22 Mannschaften besteht, es bleibt bei 42 Spieltagen und mindestens elf englischen Wochen. Man hat lediglich einmal pro Runde spielfrei.
Und dadurch, dass mit Wattenscheid, Haltern, Finnentrop, Vreden und Clarholz nun 5 neue Oberligisten hinzukommen, bläht sich die Oberliga auf 21 Mannschaften auf.

Das heisst: 42 Spieltage und mindestens elf englische Wochen!
Nachvollziehbare Entscheidung! Nicht!

06.07.2020 - 12:48 - derdereuchversteht07

Das nennt man wohl eine Entscheidung der Vernunft.
Es wird finanzziel für viele eine sehr schwierige Saison.
Von da her kann man nur hoffen, dass alle die für die Regio. gemeldet haben ihre Finanzen im Griff haben.
Wer hier Gelder (Zuschauereinnahmen) einplant die nicht in Stein gemeißelt sind wird sein blaues Wunder erleben.
Man darf gespannt sein was die kommende Saison zum Vorschein bringt.

06.07.2020 - 12:31 - thoms

Glückwunsch zu dieser Entscheidung, die zeigt, dass Haltern ein seriös geführter Verein ist und durchaus ein Vorbild für andere ist. Ich denke da besonders an Vereine, die während einer Saison feststellen, dass der Etat bei weitem nicht ausreicht und eine Insolvenz angemeldet werden muss. In Haltern stehen offensichtlich Leute in der Verantwortung, die wissen, was der Verein leisten kann und will und was eben nicht. Viel Erfolg (und Spaß) in der Oberliga!

06.07.2020 - 11:59 - wb.

glückwunsch zu einer vernünftigen entscheidung i.S.d. vereins!

06.07.2020 - 11:59 - Außenverteidiger

Eine konsequente und richtige Entscheidung. Über allem stehen die Finanzen. Harakiri muss kein Verein betreiben.

06.07.2020 - 11:58 - pelztiger2

Sehr vernünftige Entscheidung. Das sind die wahren Fussballvereine. Mit Herz und Idealismus das Ganze angehen. Aber lieber fussballnurmi123. Was hat das mit " Dorfverein" zu tun. Wer es schafft sportlich aufzusteigen sollte dies auch in Anspruch nehmen dürfen. Schalke ist nur ein kleiner Stadtteilverein. St.Paui hat als Ortsteil eher wenig Einwohner. Und da gibt es noch zig Beispiele.

06.07.2020 - 11:30 - Jack D.

Besser vor der Saison zurück ziehen, statt während der Saison
Wer weiß was noch alles passieren wird

06.07.2020 - 11:14 - UNVEU

Das mit den Umzug in andere Stadien wegen Sicherheitsspielen und den damit verbundenen Kosten ist für mich verständlich - aber das mit den vielen Spielen bei so vielen Mannschaften ist doch Blödsinn - in der Oberliga Westfalen gehen jetzt mit Haltern dann auch 21 Mannschaften an den Start - naja egal

06.07.2020 - 11:04 - fussballnurmi123

Gute Entscheidung! Ein Dorfclub weniger in der Regio. Nachvollziehbar vor allem wegen der Stadionsituation. So ein Verein ist in der tat in der Oberliga besser aufgehoben.