Wieder Trubel in der Kreisliga C. Diesmal im Raum Neuss beim Spiel des türkischen Klubs SG Erfttal gegen den erst vor kurzem gegründeten kurdischen Verein KSV Mesopotamia. 

Kreisliga C

Türkischer gegen kurdischer Verein: Abbruch und Großeinsatz

18. Oktober 2019, 09:59 Uhr

Foto: firo

Wieder Trubel in der Kreisliga C. Diesmal im Raum Neuss beim Spiel des türkischen Klubs SG Erfttal gegen den erst vor kurzem gegründeten kurdischen Verein KSV Mesopotamia. 

Hochsicherheitsspiel in der Kreisliga C. Hat man auch nicht oft, am Donnerstag war es soweit. Knapp 700 Zuschauer sollen laut fussball.de bei dem hochbrisanten Spiel zwischen einem türkischen und einem kurdischen Verein vor Ort gewesen sein. Zudem rund 50 Polizeibeamte - in der Kreisliga C. Ein Großeinsatz am Donnerstag. 


Zuvor waren bei der Polizei Hinweise eingegangen, dass dass es zu einer Auseinandersetzung im Zusammenhang mit einem Kreisligafußballspiel kommen könnte. Daraufhin zog die Polizei eine Vielzahl von Einsatzkräften im Erfttal zusammen.

Nach einer ruhigen ersten Hälfte wurde es nach dem Wechsel turbulenter Nach 60 Minuten stand es 3:0 für den Gastgeber Erfttal, zudem gab es einen Platzverweis für den kurdischen Verein. Es soll im Laufe der Begegnung zu verbalen Beschimpfungen gekommen sein. Warum die Begegnung schließlich abgebrochen wurde, das ist noch nicht bekannt. Die Polizei erklärte: "Die gegnerischen Vereine sind kurdisch und türkisch geprägt, was nach ersten Erkenntnissen Ausgangspunkt der Differenzen gewesen sein könnte. Hinweise auf Straftaten wurden nicht bekannt. Nachdem alle Zuschauer die Heimreise angetreten hatten, wurde der Polizeieinsatz am späten Abend beendet."

Der Kölner Express schreibt, dass die Partie nach dem 3:0 noch einmal angepfiffen wurde. Dann soll sich beim kurdischen Team herumgesprochen haben, dass ein Erfttal-Spieler nach dem Tor salutiert hatte. In der Folge sollen die Spieler von Mesopotamia den Platz verlassen haben und Anhänger auf den Platz gelaufen sein. Es folgte der Abbruch eines bis dahin eigentlich komplett friedlichen Spiels. 




Hakan Eroglu, ein Bekannter des Präsidenten von Erfttal, betonte gegenüber RevierSport: "Im Spielbericht steht, dass der Gegner vom Platz gegangen ist. Wichtig ist: Sie sind von sich aus vom Feld gegangen. Das Spiel wurde nicht abgebrochen, weil ein Spieler von uns salutiert hat, der Gegner ist einfach so vom Platz gegangen. Es gab im Vorfeld vom Verband eine Ansage, dass es bezüglich des Salutierens eine Null-Toleranz-Politik gibt. An die haben sich die Spieler gehalten."


Mittlerweile hat Erfttal sich öffentlich positioniert. Hier die Meldung im Wortlaut

SG Erfttal

"Wir als Familie Anadolu 98 möchten zum heutigen Spielgeschehen Stellung nehmen. Mit ca. 700 Zuschauern war es eine gigantische Kulisse für beide Seiten. Die Spieler unter sich sind sehr fair miteinander umgegangen. Beide Zuschauerseiten haben sich vor allem in der zweiten Halbzeit gegenseitig provoziert, vergleichbar mit einer Derby-Stimmung. Nach dem das Spielergebnis (61. Minute 3:0 für Anadolu gegen zehn Spieler mit null Torchancen) schon klar war, hat sich Mesopotamia zurückgezogen.

Jetzt stellt sich doch die Frage, fair gelaufen und trotzdem zurückgezogen? Lief da was schief? Hatte eine Mannschaft die Absicht die Lage zu eskalieren? Über Social Media über Fairness und gegen Diskriminierung kann heutzutage jeder posten! Ich zitiere die Rufe aus der Fanseite von Mesopotamia: "Sehitler Ölür Vatan Bölünür" (nutze bitte Google Übersetzer), "Apo", "Abdullah Özcalan" (EU-weit als Terrorist eingestuft), "Hur**söhnee" "Ich f*** deine Mutter" etc. Im Anschluss sollte man sich nicht wundern, dass auch die Türken-Seite provoziert. Lass doch einfach weiter Fußball spielen! Lass doch die Fans unter sich austauschen und wir setzen ein Zeichen für Fairness!

Schade, dass Mesopotamia die einzige Möglichkeit in einem Mannschafts-Rückzug gesehen hat, um noch die Niederlage als Profit "darzustellen". Wir als Anadolu möchten Fussball spielen und diese Plattform nicht für politische Auseinandersetzungen anbieten. Heutzutage kann man sich für eine Demo bei der Polizei anmelden und auf die Straße gehen und nicht auf den Fußballplatz! Und übrigens haben wir die Polizei kontaktiert, damit jeder in Ruhe das Spiel verfolgen kann. Über Fairplay sprechen und das Spiel für Propaganda-Zwecken nutzen ist ein Widerspruch.

Abschließend möchte ich einen objektiven Kommentar veröffentlichen - bildet einfach eure eigene Meinung. Wir wollen nur Fußball spielen.

Team Anadolu 98"

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18.10.2019 - 11:25 - Gmeurb

Also ich denke beide Armeen würden sich über Zuwachs freuen, dann lernt vielleicht auch der ein oder andere Fußballprofi, bzw. Fußballamateur wie man ordentlich militärisch durch "Anlegen der rechten Hand an die Kopfbedeckung" grüßt! ;-)

18.10.2019 - 11:02 - Außenverteidiger

Zu deiner Frage, warum hier und nicht woanders.

18.10.2019 - 11:01 - Außenverteidiger

Die Integration ist erfolgreich abgeschlossen. Die rechtlichen Rahmen in denen sich bewegt wird, wurden von uns in der Nachkriegszeit abgeschlossen. Sie haben mit Besatzungsmächten und in einer traumatisierten Gesellschaft funktioniert. Sind wir das noch?

Es ist kein Land schöner als unseres. Hier Leben sogar Menschen aus Wüstenländern. In einer Klimazonr mit ordentlichen Regentagen. Da muss ein gigantischer Reiz von uns ausgehen. Ich frage regelmäßig Ausländer und Migranten, warum sie in Deutschland leben. Nicht von oben herab, sondern weil ich erziehen und bilden muss. Vorher schau ich natürlich auf die Kennzahlen der Länder (Bib, Sozialversicherungen, Klimazonen, Struktur der Wirtschaft und somit der Gesellschaft). Will ja nicht angelogen werden. Letztendlich sind deren Länder bettel und bitter arm. Soweit weg von uns, dass sogar die weichen Faktoren wie Familie, Ehre usw keine Rolle spielen.

18.10.2019 - 10:41 - Sport Frei

Diese Menschen wollen und können sich nicht intrigieren. Bauen aus Ihren Politischen und Kulturelen Sachen, ein aggressives Verhalten gegen alle anderen auf. Das war schon immer bei den Türken, Kurden usw so. Eigene Liga machen mit Mauern um den Sportplatz und dann Feuer frei bis keiner mehr steht. Ohne das unsere Polizei, für solche Trottel den Kopf hinhalten muss. Verstehe auch nicht wenn es in der Türkei oder in Kurdistan so schön ist unter Ihren Diktatoren, was dann alle hier wollen?? Raus bitte.

18.10.2019 - 10:27 - Außenverteidiger

Über die Kosten will ich hier gar nicht erst reden. Dafür dürfen wieder Familien, Alleinerziehende usw 40 Stunden die Woche büffeln....

18.10.2019 - 10:26 - Außenverteidiger

Eine tolle Entscheidung unserer Verantwortungsträger. Im Sport und der Pädagogik. Diese Menschen müssen sich für sowas verantworten und Lösungen liefern. Die letzten 20 Jahre liefen ohne positive Veränderungen ab. Wie kann von einem Miteinander gesprochen wersen und Abgrenzungsvereine werden zugelassen? Wir haben eine strake und große Vereinsstruktur im Land. Kein In oder Ausländer, der sich benehmen kann, muss einen Verein gründen. Besonders nicht nach seiner Herkunft. Kann immer noch nicht den Sinn von solchen Vereinen erkennen. Ja, es führt zu Stress und Spaltungen in der Gesellschaft. Aber wer hat ein Interesse daran? Erst werden Vereine zugelassen, die offensichtlich zu ihrer Herkunft mehr Bezug haben als zu ihrer neuen Heimat und am Ende wundert man sich über die finalen Konsequenzen? Dazu sollten sich Verbands und Politikereliten einmal äußern. Kann mich noch gut an den deutschen Verein erinnern, der im Osten gegründet wurde. Spieler hatten eine entsprechende Gesinnung und sind vorher überall aus den normalen Vereinen herausgeflogen. Meinen die, in anderen explizit gegründeten Vereinen sieht es besser aus? Wer solche Dinge zulässt und keine rechtlichen Schranken setzt, muss mit diesen Zuständen leben.