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TSV Marl-Hüls nach Insolvenzeröffnung vor Abstieg

Stefan Bunse
20. Januar 2019, 12:23 Uhr

Foto : Frank Oppitz

Der TSV Mal-Hüls 1912 e.V. hat am Montag einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Der Spielbetrieb soll weitergehen. Allerdings ist der Verein vor dem Abstieg aus der Westfalenliga wohl nicht mehr zu retten. 

Laut Aussage des stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Bertram Weh werden dem TSV wegen des selbst vom Verein eingeleiteten Insolvenzverfahrens neun Punkte abgezogen. „Das sehen die Statuten des DFB so vor“, erklärt Weh. Damit hätte der Klub des neuen Trainers Oliver Ridder keine realistische Chance mehr, den Klassenerhalt zu schaffen. Mit zwölf Punkten steht der TSV Marl-Hüls derzeit auf dem vorletzten Platz. Bei Punktabzug würde der Abstand auf das rettende Ufer zwölf Punkte betragen. Das ist kaum aufzuholen.


Dennoch sei in der Mannschaft - wie im gesamten Verein - der Antrag auf Insolvenz positiv begleitet worden. Ein Grund: Zum vorläufigen Insolvenzverwalter hat das zuständige Amtsgericht in Essen den renommierten Anwalt Dr. Dirk Andres von der "AndresPartner" in Düsseldorf bestellt.

„Dr. Andres hat schon andere Vereine gerettet und seine Signale sind positiv, dass es auch bei uns gelingt“, so Weh. Über konkrete Zahlen wollte er nicht sprechen, aber in den vergangenen Tagen sei man damit beschäftigt gewesen, die Gesamtaufstellung über die Schulden zu erstellen. Ganz klare Aussage ist, dass der Spielbetrieb in allen Vereinssparten weiterläuft und es auch keinen Zwangsabstieg geben wird.

„Für die Jungs der ersten Mannschaft ist es natürlich bitter, wenn du in der jetzigen Situation neun hart erkämpfte Punkte wieder abgeben musst“, bestätigt Weh. „Aber das hat das Team ganz toll aufgenommen. Es gibt keine Zerfallserscheinungen. Im Gegenteil: Es gab eine Art Kampfansage der Truppe, dass sie sich die Punkte wieder zurückholen will und weiter an eine Chance auf den Klassenverbleib glaubt. Hier wird niemand die Flinte vorzeitig ins Korn werfen und die Spiele abschenken.“ 

Autor: Stefan Bunse

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