Westfalenliga

TSV Marl-Hüls: Absturz in die Kreisliga A

Stefan Bunse
30. März 2019, 13:25 Uhr

Foto: Sänger

Auf der Homepage stehen noch stolz die Erfolge aus früheren Jahren aufgeführt: Deutscher Amateurmeister 1954 und Deutscher Vize-Amateurmeister 1972. Lange ist es her. Jetzt hat der Insolvenzstrudel den stolzen Traditionsverein in den Abgrund gerissen. 

Nach dem Rückzug der Mannschaft aus der Westfalenliga in der vergangenen Woche wird der TSV in der kommenden Saison nur noch in der Kreisliga A antreten. Das bestätigte Vize-Präsident Bertram Weh dem RevierSport. „Die Statuten lassen auch gar nichts anderes zu“, erklärte Weh. „Wenn man eine Mannschaft zweimal zurückzieht, wie wir es in der vergangenen Saison in der Oberliga, und nun in der Westfalenliga getan haben, geht es automatisch bis in die Kreisliga runter.“


Sportlich spätestens durch den Neun-Punkte-Abzug im Winter als Tabellenletzter ohnehin vor dem Abstieg stehend, zog der Verein in der vergangenen Woche die Reißleine und meldete seine erste Mannschaft aus dem Spielbetrieb der Westfalenliga ab. „Damit ist der höherklassige Seniorenfußball beim TSV Marl-Hüls erst mal Geschichte“, bedauert Weh. Allerdings sei dem Verein keine andere Möglichkeit geblieben.

Ausbildungsverein für Nachbarklubs 
 
In der kommenden Saison soll die derzeit vor dem Aufstieg in die Kreisliga B stehende zweite Mannschaft aufrücken. „Sie soll das Gerüst der neuen Mannschaft bilden“, bestätigt Weh. „Dazu überlegen wir, ob wir eine neue zweite Mannschaft aufbauen, die dann in der Kreisliga B anritt.“ 

Das größte Problem in den kommenden Jahren wird sein, dass den Spielern aus den höherklassig spielenden Jugendmannschaften, die dort auch weiterhin antreten sollen, künftig die Perspektiven im eigenen Verein fehlen. „Das wird so sein“, stimmt Weh zu. „Wir werden in den nächsten Jahren nur noch ein Ausbildungsverein für die umliegenden höherklassig spielenden Vereine sein.“ 

Wie es überhaupt finanziell mit dem Gesamtverein weitergeht, steht auch noch in den Sternen. „Das Insolvenzverfahren ist derzeit immer noch schwebend“ erläutert Weh den Stand der Dinge. „Wir erwarten in den nächsten Wochen ein Ergebnis vom vorläufigen Insolvenzverwalter.“ 

Autor: Stefan Bunse

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