TSG Sprockhövel - die Richtung stimmt

11.01.2019

OL W

TSG Sprockhövel - die Richtung stimmt

Foto: Walter Fischer

Mit Platz sieben zur Winterpause ist Trainer Andrius Balaika zufrieden. Es wäre sicherlich noch mehr möglich gewesen. Doch es fehlt an Konstanz. Zudem holt die Mannschaft auswärts zu wenig Punkte

„Wenn wir am Ende auf dem Platz einlaufen, auf dem wir aktuell stehen, dann sind wir allen zufrieden“, sagt Andrius Balaika, Trainer der TSG Sprockhövel, mit dem Blick auf die Oberliga-Tabelle. Die TSG verbesserte sich im letzten Meisterschaftsspiel des Jahres 2018 mit einem 3:2-Sieg gegen den Holzwickeder Sport Club noch auf Rang sieben. Das ist gut, doch es gab auch schwierige Phasen.


Die Zu- und Abgänge
16 Spieler sind gegangen, 16 Spieler sind gekommen. In Sprockhövel drehte sich im Sommer das Personalkarussell also wieder einmal auf vollen Touren. Doch Andrius Balaiker ist nicht der Trainer, der darüber klagt. „Ich habe das weder als negativ noch als positiv wahrgenommen. Für mich ist das schon ganz normal. In den vergangenen Jahren war es ja ähnlich. Und ob jetzt drei oder vier Spieler mehr kommen oder gehen, ist letztlich auch egal“, sagt der Litauer, für den es aber dennoch ein seltsames Gefühl war, als sich Spieler wie Tim Dudda und Felix Gremme verabschiedet haben. „Felix und Tim habe ich schon trainiert, als sie noch C-Jugendliche waren“, sagt Balaika, der sich auf der anderen Seite aber über gute Zugänge freute. Als einer der letzten Neuen heuerte Hasan Ülker im Baumhof an. Der Stürmer spielte in der Jugend für die TSG und sammelte später Erfahrungen im Profibereich.

Die Vorbereitung
Mannschaften, die von Andrius Balaika trainiert werden, sind in der Regel absolut fit, und deshalb ist die Vorbereitung in Sprockhövel auch extrem wichtig. Doch für Balaika lief es im Sommer 2018 keineswegs nach Wunsch. Verletzungsbedingt waren in der Vorbereitung beim Training oft nur zehn oder elf Spieler. Das ist sicher nicht optimal, und so zog sich dann die Vorbereitung bis in die Saison hinein. Aber Andrius Balaika klagt auch über diesen Umstand nicht. „Es ist ja meist schwierig. Nur in der Zeit vor unserem Aufstieg in die Regionalliga hatten wir mal zwei richtig gute Vorbereitungen. Da hatten wir Spieler, die schon länger bei uns waren. Und die waren dann auch mental vorbereitet. Sie wussten, was auf sie zukommt.“

Der Start
Sprockhövel spielte beim Saisonauftakt nicht schlecht, verlor aber das Auswärtsspiel gegen Holzwicke mit 0:1. Auf diese Niederlage antworteten die Sprockhöveler dann aber mit einem 6:0-Heimsieg gegen Gütersloh und einem 1:0-Auswärtserfolg gegen Ahlen. Der Start war also ordentlich.

Der Negativ-Lauf
Vom vierten Spieltag an wurde es aber schwierig. Die TSG verlor das Heimspiel gegen Rhynern, spielte danach zweimal unentschieden und verlor anschließend drei Spiele in Folge. Die Abstiegsplätze waren nun nicht mehr weit entfernt, doch Andrius Balaika blieb ruhig. „Ich habe nie an der Mannschaft gezweifelt. Ich kannte ja ihre Qualitäten, und ich war mir immer sicher, dass wir aus dieser Negativphase wieder herauskommen würden. Wir mussten halt einfach nur den Bock umstoßen.“ 

Der Höhepunkt

Nach dieser Negativserie ging die TSG nicht unbedingt als Favorit in das Heimspiel gegen den TuS Haltern, der die Reise aus der Seestadt nach Sprockhövel als Tabellenzweiter angetreten hatte und sich dann reichlich desillusioniert wieder auf den Heimweg machte. Denn die Sprockhöveler lieferten ein Riesenspiel ab und gewannen am Ende absolut verdient mit 5:0.

Die Stärken
Die Sprockhöveler haben zwar auch gute Einzelkönner in ihren Reihen, doch die eigentliche Stärke der Mannschaft sieht der Trainer in ihrer Ausgeglichenheit, in ihrer Geschlossenheit. „Wir sind in dieser Saison oft als richtiges Team aufgetreten, und das war ganz wichtig“, sagt Balaika. Zudem ist Sprockhövel vor eigenem Publikum nur schwer zu schlagen, die TSG liegt in der Heimtabelle auf Platz drei. 


Die Schwächen
So gut die Punkteausbeute im Baumhof ist, so schlecht ist sie auf des Gegners Platz. In der Auswärtstabelle ist die TSG Vorletzter. Woran das liegt, kann der Trainer nicht so richtig erklären. „Früher habe ich mal gesagt, dass wir auswärts etwas aktiver werden müssen. Doch dann habe ich mir einige Spiele noch einmal in Erinnerung gerufen. Zum Beispiel die gegen Rheine und Aplerbeck. Da haben wir lange alles richtig gemacht und dann plötzlich ganz seltsame Tore kassiert. Das ist eigentlich unerklärlich. Vielleicht fehlt uns auswärts auch nur das Glück“, sagt Balaika, dem allerdings die Chancenauswertung seiner Mannschaft nicht gefällt. „Wenn ich die Zahl der Chancen in Relation zu den erzielten Treffern stelle, dann kann ich nicht zufrieden sein“, so der Coach.

Die Aufsteiger
Einzelne Spieler bewertet Andrius Balaika eigentlich nicht so gerne. Doch dann lobt er Yannick Femia und Noah Karthaus, die sich jeweils einen Stammplatz erkämpft haben. Und genannt werden muss natürlich auch Stürmer Felix Casalino, dem schon zweimal ein Dreierpack gelungen ist. „Früher kam Felix an Max Claus nicht vorbei, er ist dann immer nur eingewechselt worden. Als Spieler in der Startelf hat er aber schon wiederholt überzeugt“, sagt Balaika, der aber keineswegs ein Luxusproblem auf sich zukommen sieht. „Bisher war es ja noch nicht so, dass sich beide für die Startelf aufgedrängt haben und einer draußen bleiben musste. Und womöglich wird das auch in Zukunft nicht passieren, denn irgendwas ist ja immer.“

Die Perspektive
Die TSG Sprockhövel steht im oberen Tabellendrittel der Oberliga. Der Kontakt zur Spitze ist aber schon lange abgerissen. Der Rückstand auf den Tabellenführer Schalke 04 beträgt sage und schreibe 26 Punkte und der auf den TuS Haltern auch schon 15. Also sollte nach unten geschaut werden, zumal der langzeitige Tabellenletzte Westfalia Herne in der Schlussphase der Hinrunde fleißig gepunktet hat. Herne ist mit sieben Punkten Rückstand auf die TSG Vorletzter. „Wir haben das mitbekommen“, sagt Andrius Balaika. „Wir freuen uns, dass wir mit einem Sieg und einem guten Gefühl in die Pause gegangen sind. Das hilft immer. Aber wir sind jetzt keineswegs so tiefenentspannt, dass wir nicht mitbekommen, was in der Liga passiert. Wenn wir nachlassen, dann wird es sofort schwierig. Das ist völlig klar.“

Autor: Heiner Wilms

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