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Trotz Super-League-Plan: UEFA beschließt Reform für Champions League

19. April 2021, 15:12 Uhr
Foto: dpa

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Auch nach der Ankündigung von Topclubs zur Gründung einer eigenen Super League hat die Europäische Fußball-Union UEFA eine Reform der Champions League beschlossen. 

Ab der Saison 2024/25 werden 36 statt bislang 32 Teams an der Gruppenphase teilnehmen, zudem wird es insgesamt 100 weitere Spiele geben, wie die UEFA am Montag nach einer Entscheidung ihres Exekutivkomitees mitteilte.


Zwei der vier neuen Plätze werden dabei nicht mehr wie bislang üblich aufgrund von Leistungen aus der vorigen Saison vergeben. Stattdessen sind dafür Platzierungen der Vereine in der Fünfjahreswertung der UEFA ausschlaggebend. Stimmberechtigt als Exko-Mitglied war auch Rainer Koch, Vizepräsident des Deutschen Fußball-Bundes.

Der Beschluss wurde durch die Pläne von zwölf europäischen Spitzenvereinen aus England, Spanien und Italien für eine unabhängige, internationale Liga überschattet - deutsche Clubs gehören derzeit nicht dazu. Dem Dutzend reichen die zu erwartenden Einnahmen aus der UEFA-Reform nicht, zudem fehlt ihnen die Sicherheit, auf jeden Fall international dabei zu sein.

Die Drohkulisse für eine Super League wurde von den beteiligten Clubs wie Real Madrid und Manchester United immer wieder aufgebaut - nun ist das Szenario so nah und konkret wie nie zuvor. In einigen Ländern hat die Debatte bereits eine politische Ebene erreicht. So nannte der britische Premierminister Boris Johnson die Super-League-Pläne „schädlich“.

In der Champions League wird ab 2024 nicht mehr wie gewohnt in acht Vorrundengruppen gespielt werden. Anstelle dessen wird es eine Liga geben, in der aber nicht Jeder gegen Jeden antritt. Dabei bestreitet jedes Team zehn statt bislang sechs Vorrundenspielen. Die acht topplatzierten Mannschaften ziehen direkt in das Achtelfinale ein. Die Teams auf den Rängen neun bis 24 treffen in Playoffs aufeinander, um die weiteren acht Teilnehmer an der K.o.-Runde zu ermitteln.

Änderungen wird es auch in den weiteren internationalen Wettbewerben geben. Die zweitklassige Europa League wird im selben Format wie die Champions League ausgetragen, allerdings mit nur acht Gruppenspielen pro Team. In der kommende Saison eingeführten Conference League soll es sechs Vorrundenpartien pro Mannschaft geben. Die Reform wird von organisierten Anhängern stark kritisiert. dpa

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21.04.2021 - 20:06 - GEnogo

Vorbei der Spuk: Bitte Glotze am DI./Mi. wieder einschalten: denn -l@dr. Jenny hats euch ja gezeigt, wie es geht:
Paar Taler mehr für`n nächsten Streaming Dienst und UEFA sagt stille "DANKE schön", ihr dürft`s zusehn.

Die Öffentl.-Rechtl. Anstalten werden jedoch auch nicht vor Katar(R) zurückschrecken. Der (über)nächste
Winter kommt bestimmt. Noch aber isses ja nicht zu spät fürn Boykott der unsägl. Wüsten WM von Blatters` Gnaden.
Respekt vor Norw. Stars sowie jedem weiteren aufrechten Fußb. Spieler, der diesem Spektakel fernbleibt.
Alles andere wäre auch über die LEICHEN von Hunderten von toten Stadion-ARBEITERN hinweg den Rasen von Katar
zu bespielen. Ergo: Kampagne >Katar abkantern< ist wirkl. unterstützenswert. ... Super Liga scheinbar ebenfalls!

20.04.2021 - 09:50 - jr_lenny

Und trotzdem rennen die Leute in die Stadien, trotzdem sitzen Millionen Leute vor dem TV und schließen ihr 12. Sky/DAZN etc Abo ab. Das ist doch das schlimme. Immer mehr immer weiter.

Dann bleibe ich lieber bei den Bezirks- Landes- oder Oberligaspielen.

Und zum Glück haben wir nächstes Jahr in der Winterpause eine WM auf die man sich nur freuen kann... *Ironie off*

19.04.2021 - 23:03 - Kuk

Werden FCB, BVB und PSG doch noch mitmachen ???
https://www.kicker.de/30-tage-ultimatum-fuer-bayern-und-dortmund-802706/artikel

Ein Vergleeich:
https://www.kicker.de/super-league-der-basketball-zeigt-welches-chaos-dem-fussball-droht-802610/artikel

Werden Spieler gesperrt ?
https://www.kicker.de/super-league-gruender-wappnen-sich-rechtlich-gegen-uefa-und-fifa-802647/artikel

19.04.2021 - 22:01 - Rotor

Ich gucke mir schon die CL nicht an, weil das elitäre unter sich sind und den Teufel immer auf den dicksten Haufen kacken lassen. Und den restlichen Müll, den die da beschließen, ob aufgeblasene CL oder neue SL, können die ohne mich machen. Da schaue ich mir dann lieber OL und RL an, da hat man wenigstens noch das Gefühl, ein Fußballspiel zu sehen.

19.04.2021 - 21:42 - RWO-Oldie

Der Kommerz hat gewonnen. Er frisst den Fußball auf, der mal ein wichtiger Teil meines Lebens war. Nun werde ich mich auf den Plätzen zwischen Kreis- und Regionalliga umtreiben und mich auf die lokalen Highlights freuen.

19.04.2021 - 19:57 - RWE Lölle

Wenn die deutschen Vereine merken wieviel Geld da zu holen ist werden die ganz schnell ihr Geschwätz von heute vergessen und den Geldgeiern hinterher jagen .Oder glaubt irgendjemand das Bayern, Do und co es sich entgehen lassen die Kohle zu scheffeln .Dann spielen ihre Amateure in der BL und die Profis in der SL .
Aber das war ja abzusehen das es soweit kommt und der dumme kleine Fan braucht ein neues Abo um sich den Sch.... anzusehen.

19.04.2021 - 19:08 - roadrunner74

R.I.P. Fußball

Was ist aus meinem Sport geworden? Es ist so ätzend!!

19.04.2021 - 17:32 - Kuk

Wenn ich dsa richtig weiß (Nicht-Jurist), sind wettbewerbhindernde Absprachen in D und in EU verboten.
Eine Super League, die sich fast ausschließlich am Profit orientiert, sollte auch diesen Regeln unterliegen.

19.04.2021 - 17:12 - hoelwil

Der klassische Fussball ist heute gestorben. Alle Bitte dieses Datum im Kopf behalten. Der Einschlag ist wie bei 09.11. übrig bleiben nur Verlierer. Bayern Dortmund und PSG werden spätestens in einem Jahr bitten müssen mit einzusteigen. In China und das ist der entscheidende Markt stehen bei Premier League Spielen mehr als 300 Millionen Menschen auf. Bei dieser Super Liga werden das noch mehr sein und das Wettaufkommen wird pro Spiel in die hunderte Millionen gehen. Da kann die UEFA nicht mit halten. Diese Clubs können die Gehälter der Spieler verfünffachen und machen immer noch Plus. Das ist dann Schmerzensgeld für die nicht mehr existente Möglichkeit in der jeweiligen Nationalmannschaft zu spielen.Aber wen interessiert das noch, die Spieler sicher nicht mehr. Was für ein furchtbarer Tag, die Gierlappen haben alles zerstört.

19.04.2021 - 15:29 - Außenverteidiger

Ein witziges und tolles Beispiel, wie Kompromisse für Monopolisten aussehen. Der Primat kann verhandeln wie er will, am Ende wird sowieso das gemacht, was die mächtigere Seite will. Hat der Watzke nicht erzählt, diese Reform ist die einzige Möglichkeit die Topklubs zu befriedigen? :D