In Polen ist es vor wenigen Tagen zu einem Skandal in den Medien gekommen. Der Grund: Die Aussagen von Marek Papszun, Trainer des Erstligisten Raków Czestochowa, die sich gegen einen Facebook-Post des Ex-Dortmunders Jakub Blaszczykowski, in Diensten von Wisla Krakau, richten.

Wegen Corona

Trainer schockt mit Statement gegen Blaszczykowski-Post

18. März 2020, 11:00 Uhr
Jakub Blaszczykowski spielt seit Februar 2019 für Wisla Krakau. Foto: firo

Jakub Blaszczykowski spielt seit Februar 2019 für Wisla Krakau. Foto: firo

In Polen ist es vor wenigen Tagen zu einem Skandal in den Medien gekommen. Der Grund: Die Aussagen von Marek Papszun, Trainer des Erstligisten Raków Czestochowa, die sich gegen einen Facebook-Post des Ex-Dortmunders Jakub Blaszczykowski, in Diensten von Wisla Krakau, richten.

Der 34-jährige Blaszczykowski hatte letzte Woche einen Post via Facebook an seine 2,2 Millionen Follower entsandt. Der Inhalt: Der populäre "Kuba" appelliert in seinem Schreiben an den Zusammennhalt in der Gesellschaft und den Familien. Zudem hat er sich klar für eine Unterbrechung der Ekstraklasa-Saison ausgesprochen.

"Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass es die aktuell beste Entscheidung wäre, wenn wir den Ligabetrieb für die nächsten Wochen einstellen. Dann können der Staat, die Liga, die Uefa an  Lösungen und Entscheidungen arbeiten, die für die nächste Zeit gelten", heißt es unter anderem seitens des 108-maligen polnischen Nationalspieler.

Nur drei Tage nach dem Blaszczykowski-Post sorgte Marek Papszun, Trainer von Raków Czestochowa, für große Aufregung in den Medien.

"Ich glaube nicht, dass die Unterbrechung der Liga die richtige Entscheidung war. Wir können doch die Entscheidung nicht von einem Post einer Person abhängig machen. Auch wenn es der populäre Jakub Blaszczykowski ist. Soweit ich weiß, ist er auf diesem Gebiet kein Experte oder Virologe. Die Entscheidungen hätten früher getroffen werden müssen, und nicht nach dem Post", sagte der 45-jährige Papszun gegenüber dem "Przeglad Sportowy". Der Grund seiner Aufregung: Er war am Wochenende mit seiner Mannschaft bereits zum Spiel gegen Slask Breslau angereist und dann wurde die Liga gestoppt. In Polen sind mittlerweile 238 Personen - Stand: Mittwoch, 18. März, 10 Uhr - mit dem Corona-Virus infiziert. Fünf Menschen sind gestorben. Papszun dürfte mittlerweile seine Worte auch bereuen.

"Kuba" spielt seit Februar 2019 in Polen

Blaszczykowski spielt seit Februar 2019 wieder in seiner Heimat Polen. Zuvor war er zwölf Jahre in der Bundesliga aktiv. Neun Jahre spielt er für Borussia Dortmund, zweieinhalb jahre für den VfL Wolfsburg, zwischendurch war er für sechs Monate an den AC Florenz ausgeliehen.

Bei Wisla Krakau spielt "Kuba", der auch Mannschaftskapitän ist, stark auf. In der aktuellen Saison kommt er auf 15 Einsätze und schoss fünf Tore. Drei weitere Treffer bereitete er vor. Zu Beginn der Saison musste er aufgrund eines Zehenbruchs pausieren. Zwischen September und November warf ihn erneute eine Verletzung aus dem Spiel- und Trainingsbetrieb. So dass Kuba bis dato nur auf 15 Saisonspiele kommt.

In Dortmund genießt Blaszczykowski Legenden-Status

Bei seinem Herzensklub Borussia Dortmund wird Kuba unter den Fans immer noch verehrt und genießt eine Art Legenden-Status. Der Pole war in Dortmund stets einer der Publikumslieblinge. Für den BVB bestritt Blaszczykowski 197 Bundesligaspiele, schoss 27 Tore und kam auf 43 Assists.

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18.03.2020 - 11:03 - Außenverteidiger

Polen hat kein Gesundheitssystem wie wir, ein großes Rentenproblem und könnte weiter wirtschaften wie bisher. Danach wären sie besser aufgestellt als vorher. Ich kann die Meinungen im Ausland schon tolerieren und respektieren. Dafür haben sie eine Demokratie und die Mehrheit wird sich für einen Weg entscheiden.
Ob´s der richte Weg war, wird die Zeit zeigen. Als Deutscher will ich weder Kuba, noch den anderen Polen kritisieren. Andere Länder, andere Sitten. (Positive Sitten im Sinne der Vielfalt auf dem Planeten.)

PS: Es gibt IMMER Alternativen.