Mutlos, ideenlos, leidenschaftslos - Dynamo Dresden zeigt im Abstiegskampf laut Trainer Fiel eine unentschuldbare Leistung. Daher könnte die erneute Heim-Pleite zugleich sein letztes Spiel für sein Herzensverein gewesen sein.

2. Liga

Trainer rechnet mit Dynamo-Profis ab und steht vor ungewisser Zukunft

01. Dezember 2019, 12:07 Uhr

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Mutlos, ideenlos, leidenschaftslos - Dynamo Dresden zeigt im Abstiegskampf laut Trainer Fiel eine unentschuldbare Leistung. Daher könnte die erneute Heim-Pleite zugleich sein letztes Spiel für sein Herzensverein gewesen sein.

Dem herzlosen Auftritt von Dynamo Dresden folgte die Abrechnung von Trainer Christian Fiel mit einer Prise Resignation. „In der Situation, in der Art und Weise zu verlieren, dafür habe ich keine Worte, es ist unentschuldbar. Alles andere wäre Geschwafel“, sagte der 39-jährige Spanier am Samstag nach der 1:2-Heimniederlage in der 2. Fußball-Bundesliga gegen Holstein Kiel. Niedergeschlagen ließ er selbst seine Zukunft offen: „Was ansonsten passiert, weiß jeder. Da muss man mal abwarten.“

Bisher hatte sich Dynamos Trainer immer schützend vor seine Profis gestellt. Nach der neunten Niederlage am 15. Spieltag platzte ihm der Kragen. „Wenn man mich vor dem Spiel gefragt hätte, ob so etwas möglich ist, hätte ich zu tausend Prozent gesagt: im Leben nicht“, betonte Fiel und stellte nach dem erneuten Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz den Charakter seiner Jungs infrage: „Was das Allerschlimmste ist: Da geht es um ein Heimspiel, es geht um Leidenschaft, um Liebe zu deinem Beruf. Da kannst du nicht so eine Leistung abrufen, das geht nicht.“

Nicht unmöglich, dass der 39-jährige Publikumsliebling sein Amt selbst zur Verfügung stellt. Zwölf Punkte wollte Fiel noch aus den letzten vier Spielen bis zur Winterpause holen. Doch nach dem erneuten Rückschlag macht sich vor den wartenden Aufgeben am kommenden Sonntag gegen den SV Sandhausen, dann die Woche darauf beim VfL Osnabrück und vier Tage vor Weihnachten beim 1. FC Nürnberg Resignation breit. „Selbst, wenn du nächste Woche gewinnst, ist es schon zu wenig“, erklärte Niklas Kreuzer.

Der Abwehrspieler arbeite sehr gern mit „Fielo“ zusammen, die Mannschaft würde ihren Trainer sehr schätzen. „Wir glauben, dass seine Idee vom Fußball uns entgegenkommt“, sagte der 26-Jährige und gab zugleich ein Einblick in die bedrohliche Situation: „Ich bin der falsche Ansprechpartner, was die nächsten Tage passiert. Es ist nicht mein Aufgabengebiet dazu etwas zu sagen. Es gibt andere im Verein, die da eine Entscheidung fällen.“

Gemeint ist unter anderem Sportgeschäftsführer Ralf Minge. Bisher hatte er eine Trainerdiskussion stets abgeblockt. Das 59 Jahre alte Vereinsidol hatte seine Zukunft bei Fiels Amtsantritt im Februar eng mit dem „Trainerprojekt“ verknüpft. Doch weder Minge noch der Aufsichtsrat haben sich bisher geäußert. Ein Rückzug von Fiel selbst könnte Minge etwas aus der Schusslinie nehmen.

Denn die Zahlen sprechen gegen Fiel. Sieben der vergangenen acht Liga-Partien haben die Sachsen verloren. Dynamos Anschlusstreffer durch Florian Ballas (79.) kam am Samstag zu spät, nachdem Emmanuel Iyoha (15.) und Salih Özcan (30.) Holstein Kiel vor 24 811 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion in Führung gebracht hatten. Und selbst der Heimsieg gegen Wiesbaden ist noch nicht sicher. Die Wertung des Spiels wird am 5. Dezember vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) aufgrund eines Einspruchs der Hessen überprüft. dpa

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