Oberliga Niederrhein

SSVg Velbert: Weißenfels spürt den „wirklichen Spaß“ am Fußball wieder

RevierSport
06. November 2020, 13:28 Uhr
Foto: Uwe Möller

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Eine prall gefüllte Krankenakte und neue Prioritäten gaben für den Neu-Velberter Jesse Weißenfels im vergangenen Sommer den Ausschlag, endgültig aus dem Profi-Geschäft auszusteigen. Bei der SSVg verspürt der 28-jährige Vollblutstürmer nun wieder großen Enthusiasmus, Tore zu schießen. 

Als die SSVg Velbert im August dieses Jahres den Zuwachs des Angreifers Jesse Weißenfels verkünden ließ, mag sich der ein oder andere Sympathisant des Vereins vor Erstaunen die Augen gerieben haben. Mit einer prominenten Referenz von nicht weniger als 22 Pflichtpartien in der 3. Liga (Preußen Münster/Waldhof Mannheim, 2 Tore) stieß der torgefährliche Stürmer zu einem der hochgehandelten Titelaspiranten in der Oberliga Niederrhein


Weißenfels, der auch in 91 Regionalliga-Aufeinandertreffen (Sportfreunde Lotte/Stuttgarter Kickers, 34 Tore) Erfahrungen sammeln konnte, wurde bis zum Jahr 2011 in der Jugendakademie von Borussia Mönchengladbach groß. 

Der Eintritt in den Seniorenfußball bedeutete für den gebürtigen Weseler gleichzeitig den Beginn einer langen Verletztenliste. Diese hinderte Weißenfels letztendlich immer entscheidend daran, sein Potenzial als Profi gänzlich auszuschöpfen. Auch in Mannheim musste der 28-Jährige bis zum Schluss an einer komplizierten Sprunggelenksverletzung laborieren. 

Entscheidungen im Hinblick auf die berufliche Zukunft nach dem Fußballerleben und die eigene Gesundheit bewogen Weißenfels zu einem Neustart in der Oberliga. „Im Nachhinein muss ich zugeben, dass ich auch immer wieder ans Aufhören denken musste“, haben die langen Verletzungen nicht nur physische Spuren hinterlassen. Ein zusätzliches Studium soll in Zukunft nun für eine fundierte Absicherung neben dem Fußball sorgen. 

SSVg Velbert: Weißenfels kam auch wegen Trainer Marcus John

Der als mannschaftsdienlich geltend agierende Angreifer beurteilt seinen Wechsel zur SSVg als absolut richtigen Schritt. „Fußball macht wieder wirklich Spaß. Wir haben hier eine Truppe zusammen, die absolut harmoniert“, hat auch der schnelle Weißenfels zu Beginn der Saison (neun Spiele, sieben Tore) schon von einem intakten Mannschaftsgefüge profitiert. „Ich muss noch weiter an mir arbeiten“, will der Torgarant noch näher an die Leistungen seines Jugendidols Fernando Torres kommen. 


Bisher werde das Team von Marcus John seiner Favoritenrolle weitestgehend „gerecht“, obwohl der Stürmer nicht zuletzt bei sich selbst noch erhebliches Verbesserungspotenzial ausfindig macht. „Der aktuell zweite Platz ist bisher eine starke Leistung, aber langfristig geht hier sicherlich noch mehr“, traut der Ex-Profi seinem Team perspektivisch vieles zu. Hinsichtlich der noch andauernden Saison-Unterbrechung hofft Weißenfels einfach darauf, dass man irgendwann wieder „ohne Bedenken“ auf den Rasen könne.

Indes unterstreicht der erfahrene Goalgetter, der schon in der Fohlen-Jugend mit bekannten Namen wie Amin Younes (Eintracht Frankfurt) und Yunus Malli (VfL Wolfsburg) gekickt hat, die Wichtigkeit des Coaches für seinen Wechsel nach Velbert. „Marcus und ich kennen uns sehr lange. Die Gespräche mit anderen Vereinen waren schon weit vorangeschritten, aber letztendlich war seine Tätigkeit hier das Zünglein an der Waage“, lässt Weißenfels durchblicken.

Autor: Philipp Kappenstein 

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