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SSVg Velbert: Ein Hauch Atletico Madrid in der Oberliga

Tim Rother
08. Oktober 2020, 09:41 Uhr
Freude pur bei der SSVg Velbert: Das Topspiel gegen die SF Baumberg konnte gewonnen werden. Foto: Stefan Rittershaus

Freude pur bei der SSVg Velbert: Das Topspiel gegen die SF Baumberg konnte gewonnen werden. Foto: Stefan Rittershaus

Die SSVg Velbert 02 hat sich dank des 3:2-Heimsiegs gegen die Sportfreunde Baumberg in der Spitzengruppe der Oberliga Niederrhein festgesetzt. Vieles in der Schlüsselstadt erinnert zurzeit an einen spanischen Top-Klub.

Bei der SSVg 02 Velbert waren am Mittwochabend viele strahlende Gesichter zu sehen. Mit dem 3:2-Heimerfolg über die Sportfreunde Baumberg und dank des Patzers des 1.FC Bocholt (2:2 gegen Ratingen 04/19) konnte die Mannschaft von Trainer Marcus John in der Oberliga Niederrhein mit dem Tabellenführer punktemäßig gleichziehen. „Wir freuen uns, dass wir jetzt wieder oben dabei sind“, betonte der Coach, dessen Team zurzeit einige Parallelen zu einem spanischen Top-Klub offenbart.

Kompaktes Verteidigen, mit der gesamten Mannschaft in der Defensivbewegung hinter dem Ball stehen, nach vorne eklig spielen, das 1:0 machen, auf Konter lauern und auf die Qualität im Angriff vertrauen – schaut man sich in der großen Fußballwelt um, fällt einem dabei wohl vor allem eine Mannschaft ein: Atletico Madrid. Die Mannschaft von Trainer Diego Simeone hat diese Spielweise seit Jahren verinnerlicht und perfektioniert, damit schon die ganz großen Erfolge eingefahren. Mit der SSVg Velbert gibt es nun in der Oberliga Niederrhein einen Nachahmer, bei dem schon vieles ähnlich gut funktioniert, der Weg zur Perfektion aber noch ein weiter sein wird.

Warum die SSVg 02 Velbert an Atletico Madrid erinnert

Das Verteidigen. Beim 3:2-Sieg gegen Baumberg war es 80 Minuten lang ganz eindeutig zu sehen: Velbert verteidigt als Mannschaft. Die John-Elf stellte sich tief in die eigene Hälfte und stand vor dem eigenen Sechzehner so eng gestaffelt, dass sie der besten Offensive der Liga Offensive (Baumberg schoss in sieben Partien 22 Tore) so gut wie keine Räume anbot. Nur in den Schlussminuten waren sie zweimal unaufmerksam, fingen sich so gleich zwei Gegentore. Stellt Velbert das ab, sind sie ein Stückchen näher am Original Atletico.

Das Kontern. Hatten sie dann mal den Ball erobert, ging es blitzschnell nach vorne. Über maximal zwei bis drei Stationen brachte sich Velbert in eine aussichtsreiche Schussposition. Klar, bis zur Perfektion ist es noch ein weiter Weg, denn einige Top-Kontergelegenheiten ließ die SSVg fahrlässig liegen. John: „Da müssen wir noch dran arbeiten.“ Vieles funktioniert jedoch schon sehr gut. Auch, weil die Offensive viel Qualität an den Tag legt.

Das Vertrauen auf die Qualität im Angriff. „Mit [Cellou] Diallo, [Robert] Nnaji und [Jesse] Weißenfels vornedrin ist es natürlich Extraklasse, was Velbert da im Angriff anbietet“, lobte Baumbergs Trainer Salah El Halimi den gegnerischen Sturm, der nach diesem Muster am Mittwochabend zweimal zuschlug – und auch sonst bislang sehr erfolgreich unterwegs war: Mit insgesamt 17 Torbeteiligungen aus den ersten sieben Spielen zählen Weißenfels (sechs Tore, vier Assists), Diallo (zwei Tore, zwei Assists) und Nnaji (ein Tor, ein Assist) derzeit zu den gefährlichsten Trios in der Oberliga Niederrhein.

In Velbert weht ein Hauch Atletico

Die SSVg 02 Velbert ist auf Regionalliga-Kurs. Mit dem brandneuen Velbert Stadion sind dafür inzwischen auch die infrastrukturellen Rahmenbedingungen geschaffen worden. Ach, und á propos Atletico Madrid: Ging es für die Colchoneros nicht auch vor wenigen Jahren vom alten Estadio Vicente Calderón ins frischgebaute Wanda Metropolitano? Da war doch was. In Velbert weht ein Hauch Atletico…

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