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Sport1 verteidigt Reif gegen Kritik wegen „Jungtürken“-Aussage

12. Januar 2021, 08:40 Uhr
Sport1-Experte: Marcel Reif. Foto: firo

Sport1-Experte: Marcel Reif. Foto: firo

Der TV-Sender Sport1 hat den langjährigen Bundesliga-Experten und Sportkommentator Marcel Reif gegen Kritik an dessen Äußerungen in der Talk-Sendung „Doppelpass“ verteidigt.

Der 71-jährige Marcel Reif hatte am Sonntag in einer Debatte über Spieler des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund gesagt: „Nach dem Spiel gegen Stuttgart gab's ja die Herren Reus und Hummels, nicht etwa irgendwelche Jungtürken, sondern schon die Herren, um die es geht, die gesagt haben: "Pass auf, wir sind eine Mannschaft, die kann nicht verteidigen".“ In den sozialen Netzwerken hatte sich daraufhin eine Debatte um den von Reif verwendeten Begriff „Jungtürken“ entwickelt, der ihm zum Teil als Rassismus ausgelegt wurde.

Sport1-Chefredakteur Pit Gottschalk sagte auf Anfrage: „Dieser Begriff war zu keinem Zeitpunkt rassistisch gemeint gewesen. Das hat Marcel Reif in der Sendung auch noch einmal explizit klargestellt“. Er betonte: „Grundsätzlich distanzieren wir uns wie auch unser Partner Check24 klar und deutlich von allem rassistischen Gedankengut“.

Der Namenssponsor der Sendung „Doppelpass“ bei Sport1 hatte ein Gespräch mit dem Sender angekündigt. „Check24 verurteilt jegliche Form von Rassismus. Es tut uns sehr leid, dass es zu diesen Aussagen gekommen ist“, teilte eine Sprecherin des Vergleichsportals in einer schriftlichen Stellungnahme mit.

Reif hatte sich noch während der Sendung zu seinen Aussagen geäußert. „Ich gebe zu, dass ich das Wort Jungtürken manchmal im Sprachgebrauch habe. Aber ist da ein rassistischer Unterton? Helft mir mal bitte, falls ich da etwas verpasst habe“, sagte er nach Sport1-Angaben. Sollte er irgendjemandes Gefühle verletzt habe, entschuldige er sich dafür in aller Form. „Mir fehlt aber so ein bisschen die Tiefe des Gedanken“, sagte er. dpa

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12.01.2021 - 20:42 - Rotor

Tja, die Fehler der Zuwanderungspolitik rächen sich im Alltag immer und überall. Jetzt begegnet man bei allem was gesagt oder geschrieben wird den Rassismusspolizisten, Sexismuspolizisten, Genderpolizisten, usw. Da sollte jeder Redner oder Schreiber am Besten immer gleich seinen Rechtsanwalt dabei haben.

12.01.2021 - 14:39 - S04Charly

Man muss allerdings auch hervorheben das Herr Reif aus jeder Frage einen monströsen Monolog abhält....er driftet immer tierisch ab und ist polemisch ohne Ende, Ätzend. Schon seine Fußball Komentare waren zum würgen, wenn HSV gegen Bremen spielte laberte er viel zu oft über den anderen Verein aus dem Süden.... auch das er rhetorisch geschult und alt genug ist und das es noch life, ohne rausschneide Möglichkeiten, läuft sollte man ihm zutrauen vor dem sprechen zu denken, auch wenn es nicht böse seinerseits gemeint war... Aber gute Gesprächspartner kosten auch mehr....
Auch Hans Meyer nervt mich mittlerweile.... grausam die agressiven Beiträge. Nach jeder frage ging der letztens hoch wie eine Rakete

12.01.2021 - 13:52 - escapado

Nur noch lächerlich. Man hat ja mittlerweile Angst ein Schokobällchen Eis zu bestellen, weil man darauf zurückführen könnte was man für eine Gesinnung hat.

12.01.2021 - 13:48 - DerSportbeobachter

Kinderkacke!

12.01.2021 - 13:15 - RWEinDU

Da kann ich mich nur meinem Vorschreiber anschließen. Wir haben echt andere Probleme ...

12.01.2021 - 12:05 - dr. breitner

Hat mich ja gewundert, dass nicht sofort alle das Studio verlassen haben und der Bildschirm schwarz wurde (oh jetzt habe ich schwarz gesagt).
Ich meinte dunkel, aber nicht im Zusammenhang mit Hautfarbe.
So eine alberne Scheisse !

12.01.2021 - 12:01 - Langer09

Auch mir ist dieses altertümliche Format mit lanweiligen (Reif), nervigen (Basler, Meyer) und überflüssigen (Helmer) "Experten" mittlerweile zu bieder und langweilig, aber mal zur Einordnung des Begriffes Jungtürken:

Die Jungtürken waren eine politische Bewegung im Osmanischen Reich, die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts illegal auf liberale Reformen und eine konstitutionelle Staatsform hinarbeitete. Ziel war die Stärkung des außenpolitisch geschwächten und innenpolitisch vom Zerfall bedrohten Reiches durch systematische politische, militärische und wirtschaftliche Modernisierung. Die wichtigste jungtürkische Partei war die ?ttihat ve Terakki („Komitee für Einheit und Fortschritt“).

In Deutschland am bekanntesten dürften die Jungtürken (jungen Wilden) der FDP um die nordrhein-westfälischen Politiker Walter Scheel, Wolfgang Döring und Willi Weyer gewesen sein, die 1956 in Düsseldorf das Kabinett Arnold III stürzten und mit der SPD unter Ministerpräsident Fritz Steinhoff eine Koalition eingingen. Damit gaben sie einen wichtigen Impuls für die Positionierung der FDP als Kraft der politischen Mitte, die ab den 1960er Jahren sowohl mit der CDU/CSU als auch mit der SPD koalitionsfähig war.

Aber in Deutschland ist ja mittlerweile eh alles rechts...

12.01.2021 - 11:48 - Kalle K

Grundsätzlich gebe ich dahingehend Recht, dass das Format meiner Meinung nach stark an Attraktivität verloren hat.
Ob Herr Helmer zu dick ist interessiert mich dabei nicht;

"Man diskutiert Nichtigkeiten"

ob es Nichtigkeiten sind liegt vielleicht im Auge des Betrachters.
Ich habe aber das Gefühl, dass nur noch über die selben Themen geredet werden (gefühlt 40% FC Bayern, 30% Dortmund, Schalke und/oder Leipzig, 20% Nationalmannschaft und ein kleiner Rest ist für den Rest Fußballdeutschlands (bzw. Bundesliga) vorgesehen.
Hier fehlt mir die Abwechslung.

12.01.2021 - 11:33 - Außenverteidiger

Wer keine Werbung will, muss für ein Produkt selber bezahlen und nicht bezahlen lassen. ;)

12.01.2021 - 11:15 - RWE...RWE

man stelle sich vor er hätte jungdeutsche gesagt, was wäre das für ein skandal gewesen.......einfach nur noch lächerlich was hier in deutschland abgeht

12.01.2021 - 10:58 - mazeppa

Zum Inhalt der Reif-Aussage werde ich mich nicht mehr äußern.

Aber generell zu diesem TV-Format "Doppelpass": Um die Jahrtausendwende, als ich diese Sendung relativ regelmäßig sonntags sah, war das Format erfrischend neu, abseits von verstaubten Sportsendungen a la ARD/ZDF. Allerdings empfand ich die Sendung als etwas zu lang.

Es traten auf Lattek, Assauer und der unvermeidliche Hoeneß, oftmals auch Daum, die locker plauderten, auch wenn die häufigen Werbeunterbrechungen störten.
Ich kann mich noch an den ersten Moderator erinnern, der bei der Begrüßung immer so einen demonstrativen großen "Diener" machte (Brückner o. ä.). Dann kam Wontorra, der sich mal für irgendwas mal entschuldigen musste. Ich weiß gar nicht mehr, um was es ging.

Heute ist ein dick gewordener Ex-Profi Moderator, der ein Beispiel dafür ist, dass auch Bundesligakicker dick werden können a la Brehme, Höttges und Schatzschneider. Warum er moderieren darf, erschließt sich mir nicht.

Dieses TV-Format ist überholt und langweilig geworden. Man diskutiert Nichtigkeiten, die aktuell kaum jemand mehr interessieren dürften.

Man diskutiert aber nicht, dass der gesamteFußball auf der Kippe steht und - wie jede Massenveranstaltung - wie in der Vor-Corona-Zeit nicht mehr geben wird. Selbst wenn man intellektuell die richtigen Teilnehmer hätte, dürfte man das gar nicht. "Doppelpass" steht um 11 Uhr als Teil des seichten Privat-TVs für Frühschoppen, Bierseligkeit, Konsum, Werbung, wobei viele dieser Dinge heute auch nicht mehr möglich sind. Die Lockdowns lassen das auch nicht mehr zu.

Also: Am besten, den Reif-Anlass benutzen, das Format einzustellen. Dieses Land hat aktuell und auf lange Sicht ganz andere Sorgen als diese dort behandelten Petitessen.

12.01.2021 - 10:44 - SisterRay

"Jungkicker" wäre okay gewesen, "Jungtürken" setzt eine nationale Kategorie , die damit zwangsläufig, wenn auch ohne Absicht von Marcel Reif, diskreditiert wird. Man muss nicht gleich "Rassismus" rufen, aber wir sollten lernen, aufmerksamer mit unserer Sprache umzugehen. Lieber gerdstolli, die Wortwahl Ihres Vaters um 1960 herum ist gespenstisch und furchtbar, denn sie verbreitet ein falsches Sterotyp - das hat Reif nicht gemacht..

12.01.2021 - 10:03 - gerdstolli

Ich finde an der Aussage von Reif nichts verwerfliches oder gar ausländerfeindliches. Es gibt in der deutschen Sprache viele Floskeln, über die man diskutieren müsste, wenn man dem wahren Sinn des Wortes auf den Grund ginge. So hat mich mein Vater vor 60 Jahren mit einem Wort konfrontiert: Nur Juden wetten! Diese Aussage war von ihm mit Sicherheit nicht antisemitisch gemeint, sondern er wollte mir lediglich das Wetten verbieten. Ich denke, da wird ei Reif etwas gesucht, was er nicht mit seinem Ausspruch sagen wollte.