Bezirksliga-Eklat

Spielabbruch in Königshardt nach Übergriff auf Schiedsrichter

Chris McCarthy
25. August 2019, 19:43 Uhr

Foto: Michael Gohl

In der Bezirksliga Niederrhein kam es bei der Partie zwischen den Sportfreunden Königshardt und dem SC Frintrop am Sonntag zu einem Spielabbruch. Vorausgegangen waren zwei Platzverweise und eine Auseinandersetzung mit dem Schiedsrichter.

Kurz vor der Halbzeit, beim Stand von 2:1, läuft Lukas Kratzer alleine auf das Frintroper Tor zu. Marcel Rosendahl bringt ihn von hinten zu Fall. „Eine klare Notbremse“, gesteht auch Frintrop-Spieler-Trainer Kai von der Gathen nach dem Spiel gegenüber RevierSport, und damit eine Rote Karte. So klar wie sein Trainer und der Schiedsrichter scheint die Entscheidung für Frintrops Robin Raguse allerdings nicht gewesen zu sein, denn er holte sich die Gelbe Karte wegen Meckerns ab.

Anschließend, so schildert es von der Gathen, habe sich Raguse rückwärts vom Schiedsrichter wegbewegt und den am Boden liegenden Kratzer „versehentlich“ getroffen. Für die Spieler der Königshardter war jedoch Absicht im Spiel. Der Unparteiische teilte diese Meinung und schickte den zuvor eingewechselten Raguse mit Gelb-Rot vom Platz. „Mein Spieler hat da zweifelsohne falsch reagiert", erklärt von der Gathen, "er zieht den Schiedsrichter zu sich, das darf er nicht machen“. Mehr habe er nicht gesehen, auch danach sei "alles ruhig gewesen, keiner ist auf den Schiedsrichter eingegangen". 


Der Schiedsrichter dagegen fühlte sich bedroht und entschloss sich, das Spiel abzubrechen. Eine Entscheidung, die Königshardt-Trainer Dusan Trebaljevac „definitiv nachvollziehen" kann: „Er hat den Schiedsrichter angepackt und weggeschubst. Unser Betreuer wollte schlichten und hat sich dabei noch eine Backpfeife eingeholt.“ 

Von der Gathen betont, dass wenn dies das "Empfinden" des Unparteiischen sei, man „das respektieren muss“, auch wenn der Abbruch aus seiner Perspektive "nicht unbedingt hätte sein müssen". Entschuldigen möchte er sich dennoch: „Ich entschuldige mich im Namen des Teams dafür. Schiedsrichter haben einen unangenehmen Job. Egal ob Spieler oder Zuschauer, auf oder neben dem Platz, man darf den Schiri nicht angehen, man muss ihm mit Respekt gegenüber stehen.“

Aufregung im Vorfeld

Zuvor, so Trebaljevac, sei es ein „sehr intensives, aber faires“ Bezirksliga-Spiel gewesen. 

Auch hier weichen die Sichtweisen der Trainer etwas voneinander ab, denn einige Minuten vor der Notbremse wurde laut von der Gathen nach einem Foulspiel sein Spieler „von der Ersatzbank der Königshardter sowie einigen Zuschauer bedroht und sogar am Hals gepackt. „In der Situation wurden wir bedroht", fühlt sich der Spielertrainer falsch behandelt, "da muss man konsequent sein und vielleicht schon da abbrechen.“

Trebaljevac widerspricht: "Es gab ein kleines Gerangel, ein Ersatzspieler ist aufs Feld gelaufen um sich zu beschweren, aber Zuschauer waren definitiv nicht involviert und Drohungen gab es auch nicht".

Welche Konsequenzen die Aktion, die zum Spielabbruch führte, haben wird, bleibt abzuwarten. Trebaljevac möchte allerdings klar stellen, dass man „Frintrop nicht als unfair darstellen soll, aber es gibt nun mal ein paar Sachen, wie den Schiedsrichter anpacken, die einfach nicht gehen.“ 

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26.08.2019 - 10:09 - Lokutus

Bisher habe ich immer gedacht Torhüter und Linksaußen haben einen an der Waffel. Stimmt aber nicht. Außenverteidiger anscheinend auch !

25.08.2019 - 23:44 - Außenverteidiger

Welch eine unmenschliche Tat. Dieser Perversling wird hoffentlich nicht wischi waschi bestraft. Zwei Jahre wären ein Hohn gegenüber den Werten des Amateurfußballs. Lebenslang weg vom Sport Fußball. Wir haben genug andere Sportarten in Deutschland. Fußball ist ein Männersport und in unserer Welt wird sich nicht angefasst. Ob Mann oder Frau. Genial gehandelt vom Schiri. Hoffe er leitet zivilrechtliche Schritte gegen seinen Nötiger ein.

Ist Von der Gathen noch ganz sauber mit seiner Aussage das Spiel weiter laufen zu lassen? Wer ehrenlose Spieler hat, muss mit Abbrüchen leben können. Nicht nur die Tätersicht, auch die Opfersicht muss er berücksichtigen.