19.09.2018

Oberliga

Speldorfs Mikolajczak im Interview

Foto: Alexandra Roth

Für Untergangsstimmung findet es Trainer Christian Mikolajczak noch zu früh. Im Interview analysiert er den Fehlstart und erklärt, was er von anonymer Kritik im Internet hält.

Das Bild zeigt eine Szene aus dem Spiel bei der SSVg Velbert. Gerade ist einem Spieler des VfB Speldorf wieder ein unnötiger Fehler unterlaufen und Trainer Christian Mikolajczak macht seinem Ärger darüber lautstark Luft. Denn bislang hat sein Team davon eindeutig zu viele gemacht. Nach sieben Spielen sind nur vier Punkte auf dem Konto. Marcel Dronia sprach mit dem Coach über den Fehlstart, die Gründe und Kritik in sozialen Medien.

Im letzten Jahr blieb der VfB in den ersten fünf Spielen sieglos, gewann danach aber zweimal. Macht sieben Punkte nach sieben Spielen. Jetzt sind es nach dem gleichen Zeitraum nur vier Zähler. Hätten Sie mit einem solchen Start gerechnet?

Nein, natürlich nicht. Im Endeffekt hatten wir uns alle mehr versprochen, ob das der Vorstand oder das Trainerteam ist. Vor allem mit der englischen Woche wollten wir gut rauskommen aber alles was danach kam, war schon enttäuschend.

Worauf führen sie den Fehlstart zurück? Allein mit den Verletzten kann man es ja nicht entschuldigen.
Naja aber mit den beiden vorne drin, die fehlen dann schon. Das Problem ist: Wir machen die Fehler immer selbst. Die letzten vier Tore haben wir alle selbst vorbereitet. Das Positive ist, dass wir oft trotzdem feldüberlegen sind, aber wir machen die Tore einfach nicht. Dabei muss es ja kein Weltklasse-Tor sein, der Ball muss einfach mal drin sein.

Ist das fehlende Cleverness oder Unvermögen?
Ich glaube es ist kein Unvermögen, die Jungs haben schon die Qualität, um Tore zu machen. Manche machen sich aber zu viel einen Kopf. „Was passiert, wenn ich den jetzt nicht reinmache?“. Sowieso fängt jetzt beim ein oder anderen das Nachdenken an, aber es ist zu früh für Untergangsstimmung, weil wir in Velbert erst ein Spiel hatten, wo wir chancenlos waren und das ist auch auf meinem Mist gewachsen.

Das heißt?
Ich bin es zu defensiv angegangen, das hat überhaupt nicht funktioniert. Aber auch da waren wir nicht dreckig genug und haben alles so hingenommen.

Hätte man vor diesem Hintergrund Philipp Bartmann und Maximilian Fritzsche als starke Persönlichkeiten halten müssen?
In der Personalsituation jetzt gerade wäre es natürlich nicht verkehrt. Aber beide sind auf uns zugekommen und dann bin ich der letzte, der sie dann nicht gehen lässt. Dann habe ich nachher einen unzufriedenen Spieler. Wir haben mit den beiden und „Hecki“ (Maximilian Heckhoff, Anm. d. Red) drei sehr, sehr gute Jungs verloren aber ich habe niemandem vom Hof gejagt.

Präsident Frank Linnecke nahm in diesem Sommer immer mal das Wort „Regionalliga“ in den Mund. Hat das manche Spieler unter Druck gesetzt?
Erstmal: ich habe davon nie gesprochen und das ein Präsident mal seinen Wunsch äußert, ist auch ganz normal. Dass sich ein Spieler davon unter Druck setzen lässt, das wäre mir jetzt zu weit hergeholt. Unser Ziel bleibt ein einstelliger Tabellenplatz und das ist noch machbar.

In sozialen Medien gibt es bereits Kritik an Ihnen. Haben sie das gelesen und wenn ja, wie gehen Sie damit um?
Ja, ich habe es über meine Freundin mitbekommen und finde es auf eine Art ein bisschen feige. Zu kritisieren, ist ein gutes Recht, aber da sind Sachen gefallen, die niemand beurteilen kann. Im Endeffekt muss man mit sowas rechnen, aber man sollte auch dazu stehen und es nicht anonym irgendwo reinschießen. Ich beschäftigte mich jeden Tag mit dem VfB und überlege, was man besser machen kann.

Noch eine Personalie: Bei den Fans steht Fabian Schürings nach seiner guten Vorbereitung hoch im Kurs. er kommt bisher aber nur auf 71 Minuten. Warum? 
„Fabi“ hat eine unfassbar geile Schnelligkeit aber weiß noch nicht so richtig, was er damit anfangen soll. Er trainiert wirklich super, muss man sagen, setzt sich im Spiel vielleicht zu sehr unter Druck. Das kann aber nicht von jetzt auf gleich klappen, da muss man erst einmal die einfachen Sachen versuchen. Aber der Junge ist 20 Jahre alt, ihm muss man einfach Zeit geben. In Monheim hat er aber sehr gut gespielt, als er reinkam.

Am Sonntag kommt mit Schonnebeck der Vorjahreszweite. Ist das der richtige Gegner für eine Trendwende?
Bei denen läuft auch nicht alles rund, die hatten auch viele Verletzte, die jetzt nach und nach zurückkommen. Für uns wird natürlich jetzt kein Spiel ein Selbstläufer. Aber wenn wir an unsere Schmerzgrenze gehen, dann können wir diese Mannschaft auch ärgern. 

Autor: waz

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20.09.2018 - 11:02 - vanbasten

Uns wird man nur schwer schlagen können. VFB Speldorf

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