Jan Winking ist mit 24 Jahren der vielleicht jüngste Trainer eines Oberligisten in Deutschland. Für ihn selbst ist sein Alter aber mittlerweile kein Thema mehr.

Oberliga Niederrhein

So tickt der wohl jüngste Fünftliga-Trainer Deutschlands

Stefan Loyda
29. Juli 2020, 12:36 Uhr
Der Bocholter Hünting beim Pokalfight im Viertelfinale gegen RWO. Das Halbfinalderby ist das Debüt von Jan Winking in Bocholt. Foto: Micha Korb

Der Bocholter Hünting beim Pokalfight im Viertelfinale gegen RWO. Das Halbfinalderby ist das Debüt von Jan Winking in Bocholt. Foto: Micha Korb

Jan Winking ist mit 24 Jahren der vielleicht jüngste Trainer eines Oberligisten in Deutschland. Für ihn selbst ist sein Alter aber mittlerweile kein Thema mehr.

Mit seiner Trainerentscheidung ließ der 1. FC Bocholt für diese Saison bereits aufhorchen. Anstatt auf die immer wieder genannten, bewährten Namen zu setzen, wählten de Verantwortlichen Jan Winking als Nachfolger für den am 1. April zurückgetretenen Manuel Jara aus. Mit seinen 24 Jahren dürfte er wohl der jüngste Oberliga-Trainer in ganz Deutschland sein. Für ihn selbst ist dieses Thema allerdings nur aufgewärmt, wie er im Gespräch mit RevierSport erzählt.

Mit elf Jahren bereits Trainer

„Ich kann jeden verstehen, der Zweifel anmeldet. Das ist das gute Recht eines jeden Menschen.“ Allerdings ist er zwar ein junger Mensch, aber kein junger Trainer. Im Alter von elf Jahren hat er seine erste Mannschaft trainiert, mit 20 war er bereits Jaras Co-Trainer in Bocholt und zuletzt hat er drei Jahre seinen Heimatverein Westfalia Gemen in der Landesliga Westfalen trainiert. „Meine Aufgabe ist es, eine Mannschaft zu führen. In Gemen haben wir zusammen gute Ergebnisse erzielt. Ich mache mich nicht kleiner, als ich bin. Das ist mit meinen zwei Metern aber auch kein Thema.“

Anfangs sei er ohnehin erst einmal mit den Spielern auf Tuchfühlung gegangen. In Bocholt spielt schließlich auch der eine oder andere Spieler, der schon einiges erlebt hat: „Da fragst du mal, wie es aussieht und bist dann ganz schnell in einem normalen Austausch“, erzählt Winking. „Die Speiler müssen merken, dass man vorne wegmarschiert und die Inhalte vermitteln kann, die man vermitteln will.“ Für Winking heißt dies: dominanten Fußball spielen.

Pflichtspiel-Debüt im Pokalderby gegen Kleve

Am 18. August feiert der 24-Jährige dann sein Pflichtspiel-Debüt als Trainer des Traditionsklubs. Und das hat es mit dem Pokal-Halbfinal-Derby in Kleve gleich mal in sich: „Das wird ein erster Gradmesser und dann haben wir hoffentlich noch ein zweites Spiel im Pokal, woran wir uns messen müssen“, weiß er und verspricht: „Wir werden alles raushauen, was wir im Tank haben.“ Mit einem neuen Trainer könne schließlich immer etwas Positives entstehen, es könnte aber auch alles in die Brüche gehen. Das sei das Schöne im Fußball. „Nach den ersten Eindrücken habe ich ein positives Gefühl. Die Mannschaft nimmt an, was wir reingeben.“

Der Start in die Testspiele verlief derweil schon mal positiv: Gegen den SC 26 Bocholt (7:0) und Winkings Ex-Klub Westfalia Gemen (6:0) gab es bereits zwei klare Siege.

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