Im Rahmen des

3. Liga

So reagieren RWE, RWO, MSV und Co. auf Bierhoffs Reformidee

14. Oktober 2019, 18:54 Uhr
Foto: firo

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Im Rahmen des "Projekt Zukunft" hat Oliver Bierhoff am Montag eine mögliche Reform der 3. Liga ins Spiel gebracht. Die NRW-Vereine in der 3. Liga und der Regionalliga sind skeptisch.

Seit dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2018 in der Vorrunde steht die Talententwicklung im deutschen Fußball auf dem Prüfstand. Im Rahmen des Ziels, die Nachwuchsförderung wieder in Richtung Weltspitze zu führen, hat Bierhoff in einem Interview mit dem "Kicker" auch eine Wiedereinführung einer mehrgleisigen 3. Liga ins Gespräch gebracht. "Das könnte eine Möglichkeit sein, jüngeren Spielern mehr Spielmöglichkeiten zu geben", sagte der DFB-Direktor.


Seit der Saison 2008/2009 gibt es die derzeitige eingleisige Dritte Liga, in der sich Traditionsklubs wie Eintracht Braunschweig, der 1. FC Kaiserslautern oder TSV 1860 München tummeln. Mit der Einführung sollte eine höhere Leistungsdichte unterhalb der 2. Bundesliga geschaffen werden, so dass die Kluft beim Sprung ins Unterhaus nicht allzu groß ist. 

Weinhart und Grlic sind nicht angetan

Auch deshalb stößt Bierhoffs Vorstoß bei den NRW-Klubs in der 3. Liga auf wenig Gegenliebe. "Eine Zwei- oder gar Dreiteilung würde aus unserer Sicht die Attraktivität und die sportliche Qualität dieser Liga reduzieren, was mit Sicherheit auch Einnahmeverluste nach sich ziehen würde", gibt Nikolas Weinhart, Geschäftsführer des KFC Uerdingen auf Anfrage der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) zu bedenken. Das Niveau würde in einer mehrgleisigen Liga seiner Ansicht nach "zwangsläufig sinken". Talente würden besser werden, wenn sie sich möglichst früh mit starken Spielern messen müssen.


Verwundert zeigte sich indes der Sportdirektor des MSV Duisburg, Ivica Grlic darüber, von Bierhoffs Idee aus den Medien erfahren zu haben, noch bevor sich Vereine und Verband bezüglich eines Konzepts zusammengesetzt hatten. Auch der 44-Jährige sieht wenig Gründe dazu, an der gegenwärtigen Situation etwas zu ändern. "Bisher ist die 3. Liga als Teil des Profifußballs unserer Ansicht nach in seiner Eingleisigkeit sehr gut vermarktet. Außerdem hat sich die 3. Liga unter den aktuellen Rahmenbedingungen als adäquate Ausbildungsstation für Spieler der höheren Ligen erwiesen. Die Liga ist sportlich aktuelle sehr homogen, was sowohl der Attraktivität für Zuschauer als auch für Spieler zugutekommt. Des Weiteren ist der Sprung zwischen 2. Bundesliga und 3. Liga nicht allzu groß", wird er in der WAZ zitiert.


Zurückhaltung auch bei RWE und RWO

In die 3. Liga würden gerne auch Rot-Weiss Essen und Rot-Weiß Oberhausen. Aber dann doch lieber in die eingleisige - auch wenn sich die Aufstiegschancen für die Regionalligisten durch eine Reform zwangsläufig verbessern würden. RWE warnt in einer Stellungnahme eben vor einer wachsenden Kluft zwischen 2. und 3. Liga. "Neben vielen weiteren offenen Fragen wäre zu klären, ob eine zwei- oder dreigleisige 3. Liga auch zu einer weiteren Aufteilung der TV-Einnahmen für die dann doppelte, beziehungsweise dreifache Anzahl von Drittligisten führt."


Auch die Oberhausener schlagen in ihrer Antwort in diese Kerbe. "Für die Talentförderung kann das auf sportlicher Ebene sicher ein Ansatz sein. Aber die Vereine müssen diese Ausbildung auch irgendwie finanzieren." Grundsätzlich hoffen die Kleeblätter aber auf eine Verbesserung der Bedingungen für die Viertligisten. "Grundsätzlich ist jeder Ansatz begrüßenswert, der dazu führt, dass alle Meister aufsteigen. Wenn das die Lösung des Problems ist, sind wir dabei", teilte der Verein mit.

Kommentieren

16.10.2019 - 00:56 - wb.

das kann man ruhig mehrmals lesen. was bleibt ist keine stellungnahme zum thema ,ergo
macht die überschrift auch keinen sinn. schliesslich ist nicht erkennbar von wem das ist.

15.10.2019 - 22:39 - wb.

@Der Ökonom:Ich sag mal so:Das ist wenigstens mal ein positiver Vorschlag.
Jetzt ist der Weg nach oben abgeschnitten, was kein Zustand ist.Auch die
Regelung für 20/21 ist eigentlich ein Witz,wenn auch als "tolle Nachricht" verkauft.
Sich jetzt zurückzulehnen wäre m.E. ein Fehler.
Bspw. haben M.Uhlig und H. Sommers vor der Saison die fehlenden Anreize
und Nachteile in der Rl. bitter beklagt...
@Fb51::Natürlich können beide auch wieder erstmal in der Liga bleiben, wenn
alles schief läuft .Wichtig bliebe auch dann die unten schon beschriebene Durch-
lässigkeit.

15.10.2019 - 21:20 - DerOekonom

# WB "Das Eine (Aufrücken von Regionalligisten)ohne das Andere ("Lizenz "für Zweitvertretungen )wäre
wohl nicht zu bekommen. " Das ist wohl so, wobei das ja auch in Liga 4 ohne Aufstiegsrecht passieren könnte. Aber wenn in Liga 3 bei 36 oder 38 Vereinen 6 oder 7 zweite Mannschaften wären, die dann nicht mehr in Liga 2 aufsteigen können, wäre das wohl zu verkraften. Bringen halt keine Gästefans mit. Aber aus Rödinghausen kommen auch nur ein paar Männekes.

Nur wenn Bierhoff so ein Thema aufmacht, dann kann es Sahne regnen. Dann hält man den Löffel raus und spannt keinen Schirm auf. Die aktuelle eingleisige dritte Liga bietet für die vielen Vereine mit Tradition und Potential zu wenig Platz. Ob im Westen, Süden oder Norden / Osten. Die bringt man alle nur in zwei Ligen unter. Und wer sagt uns, dass das ein Flop würde, wenn mal sich mal die 4 Regionalligen durchschaut und sieht wer sich da so tummelt. 18 oder 19 Vereine könnten auf einen Schlag hoch. Wäre eine geile Sache. Man könnte ja auch den sportlichen "Aufstieg" bei Neugründung um wirtschaftliche Faktoren und die Fanbasis ergänzen. Aber statt sich hin zu setzen und zu gestalten wird rum genöhlt, gemeckert und negativ seziert.

RWE z.B. könnte sich nur verbessern wenn plötzlich 4 oder 5 Vereine in Liga drei kommen. Hier raus zu kommen ist auch ein Glücksspiel, da man nicht weiß, wer im kommenden Jahr plötzlich einen Mäzan hat und auf einmal vorne weg marschiert. Oder ob es eine Zweitvertretung jetzt wissen will. Wer hatte vor 5 Jahren Uerdingen oder Rödinghausen auf dem Schirm? Oder Verl? Was hilft da der Aufstieg von Victoria Köln, wenn andere aufrüsten oder starke Vereine runter kommen? Und wer weiß, evtl. erwischt es 2020 Uerdingen?

15.10.2019 - 20:32 - wb.

@Der Ökonom:Das Eine (Aufrücken von Regionalligisten)ohne das Andere ("Lizenz "für Zweitvertretungen )wäre
wohl nicht zu bekommen. Die Interessenvertretungen der Bundesliga wie auch bspw. Bierhoff gehen wohl weiter
davon aus, dass die jungen Talente die Spielhärte in einer unteren Liga brauchen anstatt in einer separaten eigenen
Liga zu spielen. Das ist wohl der Punkt.
Man kann das auch als ein Angebot sehen für viele Regionalligisten im Land (nicht nur in unserer "Provinz")auf
eine bessere Perspektive. Insoweit sehe ich die Stellungnahme von Hr.Uhlig auch eher kritisch, mindestens verfrüht.

15.10.2019 - 17:03 - DerOekonom

Sicher Gedanken in die richtige Richtung. Die 10 Spitzenteams in einer zwei geteilten dritten Liga werden sicher die gleiche Qualität haben wie heute in einer ungeteilten, aber es haben gute Vereine eine echte Chance endlich hoch zu kommen. Ein dritte Liga mit "West/Nord" mit RWE, RWO, Duisburg, Uerdingen, Verl, Rödinghausen, Lotte, Fortuna Köln, Aachen und evtl. dem WSV? wäre sicher hoch attraktiv. Dazu noch attraktive Vereine aus Nord / Nordost. Ergänzend muss es eine Sperre für die Zweitvertretungen der BuLi Vereine geben, die ohne eigene Zuschauer keinen Wert für die anderen Verein haben und nicht für fairen Wettbewerb stehen.

Natürlich wäre es mit den Fernsehgeldern etwas anders als heute. Aber bei hoher Attraktivität wäre zu erwarten, dass auch die Gelder mehr werden, was am Ende auf das gleiche wie heute rauslaufen könnte. Es ist schon erstaunlich, wie viele Verantwortliche immer nur die möglichen Probleme sehen, nicht die realen Chancen einer solchen Reform. Wenn RWE dadurch z.B. endlich in die dritte Liga kommt, was sonst ein ganz schwerer Weg wird bei der Konkurrenz, dann ist das erst einmal ein Gewinn. Ein Fortschritt zu heute. Und über den Rest kann man dann reden. Auch dann wird es Wege geben, RWE stark und wettbewerbsfähig auf zu stellen. Und wenn der Verein dann so gut wäre, dass Liga 2 eine Option ist, würden sich auch Wege finden, dort wettbewerbsfähig zu sein.

Nicht alles zerreden, sondern die Chancen suchen. Mißerfolgsvermeider gibt es schon genug. Wir brauchen Erfolgssucher.

15.10.2019 - 16:41 - nico_r

Lustisch dieser Weinhart, "Eine Zwei- oder gar Dreiteilung [....] reduzieren, was mit Sicherheit auch Einnahmeverluste nach sich ziehen würde".. Zahlt dann der Mäzen des PFC dann weniger? - Die Einnahmen durch Eintrittskarten sind doch verschwindend gering im Vergleich zu den Ausgaben :-D

15.10.2019 - 15:23 - Außenverteidiger

Mit zweiten Mannschaften macht kein Modell Sinn. Ist wie eine Oase in der Wüste ohne Wasser. Kann geil sein, überlebt nicht lange. U23 Teams kommen eher mit Wasser in die Wüste und klauen den einheimischen Menschen den letzten Schluck.

15.10.2019 - 13:24 - snoopy1969

Mit der 3.Liga (z.B. Nord/Süd) könnte ich sehr gut leben. Reduziert auch Reisekosten und -belastungen für Vereine und Fans und erhöht die Chancen auf "Traditionsduelle". Gerade in NRW. Wichtig dabei wäre aber auch eine Einschränkung für U23-Mannschaften. Die braucht keiner in der dritten Liga. Wer sich z.B. bei B.Mönchengladbach nicht durchsetzen kann, soll halt den Umweg über Aachen, Essen, Fortuna o.ä. suchen. (oder als Leipziger halt über Salzburg)

15.10.2019 - 13:16 - IchDankeSie1907

@Blau-Rot Fan: Klasse Idee. Und selbst Ihr könntet in der 10geteilten dritten Liga vielleicht noch mitspielen, denn Fußball ohne Bayer war in Uerdingen nicht möglich. Und Fußball ohne den Russen ist in Uerdingen auch nicht möglich.
Tschuldigung, ihr könnt dann doch nicht mitspielen, dazu braucht man ja ein funktionierendes Stadion. Aber braucht man für die paar Leute eigentlich ein ganzes Stadion? Reicht wahrscheinlich auch ein Sportplatz, oder?

15.10.2019 - 12:39 - Außenverteidiger

@Gmeurb: Wird nicht eher Rödinghausen, Verl usw. aufsteigen? Oder mit Sicherheit Erkenschwick, Herne, Wanne-Eickel hochkommen?

15.10.2019 - 12:03 - Gmeurb

Zunächst einmal würde eine mehrgleisige 3.Liga Anfahrtswege minimieren, bedenkt man das alleine in NRW sehr viele Traditionsvereine dann wieder um Punkte gegeneinander spielen, erschließt sich mir nicht warum das unattraktiver sein soll? Die ehemaligen Amateur-Oberligen fand ich persönich besser als die eingleisige 3.Liga, somit gab es ja Bierhoffs Vorschlag schon!

15.10.2019 - 10:25 - Außenverteidiger

Bitte genau lesen. Ich finde gut, wenn sich Spieler für ihr Herz entscheiden und kann jede Richtung akzeptieren.
Ein Verbandsangestellter hat natürlich andere Vorstellungen, als ein Vereinsangestellter. Der Verein will eine globale Ausrichtung maximieren und der Verbandsvertreter eine engere Grenze maximieren. Die Gesetze bei Nationenwettkämpfen sind festgeschrieben.
Wieso sollte ich gegen die Vereinsargumentation sein? Die guten ziehen nach Deutschland, wir sind Monopolist, eine Einhaltung würde die schwachen Länder begünstigen. Warum? Weil der Monopolist selber ausbilden muss. Die Transferleistungen können niemals hochgenug sein, um den eigenen “Schaden“ zu reparieren. Leistungsträger sind für jede Nationalmannschaft wichtig. Daran wachsen Mitspieler und sie selber. Natürlich nicht immer monetär, allerdings als Mensch und Staatsbürger.

15.10.2019 - 00:45 - lapofgods

@Frankieschwätzer: "....Meiderich bilden doch in der 3. Liga nur minimal Bankdrückenden Nachwuchs aus. Ansonsten nutzen sie Bundesligarentner zum Nichtabstieg." Dann guck Dir mal unseren Kader an. Den Altersschnitt schafft RWO eher nicht.

15.10.2019 - 00:39 - Außenverteidiger

Ging es dem Bierhoff nicht explizit um deutsche Talente? Die Vereinsvertreter reden lediglich von Talenten. Wie sieht da der Pool eigentlich aus und dürfen sich mittlerweile alle Jugendlichen frei entscheiden oder wird noch pro Deutschland Druck auf Vereine und Spieler ausgeübt?

15.10.2019 - 00:38 - lapofgods

Meine Idee ist immer noch die Pyramide. Ich weiß auch nicht wofür ein langer Flaschenhals (2./3.Liga) gut sein sollte. 2 zweite Ligen, dann stören auch 4 oder 5 dritte Ligen (heutige Regionalligen) nicht. 20er Ligen von der Bundesliga an abwärts mit je 4 Auf- und Absteigern ohne Relegation (sofern nicht technisch nötig) für die notwendige (aber ungeliebte) Durchlässigkeit in beide Richtungen. Aber das schreibe ich schon seit 15 Jahren.

Wenn keine Europa Liga der VICs kommt, dann wird eher die Bundesliga ganz abgeschottet und vom Rest abgekoppelt. Das ist wahrscheinlicher.

14.10.2019 - 22:35 - Blau-Rot Fan

@Tradition07 :
Am besten 10 Dritte Ligen damit RWE auc endlich mal die Chance hat :-)

14.10.2019 - 20:53 - 1904

Vor 2008 - zu Zeiten von Regionalliga Nord und Süd - hat das doch alles gut funtioniert. Keines der o. g. Szenarien hat zugetroffen. Im Gegenteil: Den Pleitegeier gibt es erst seit 2008.

Dem ist RWO ursprünglich eigentlich entsprungen. Aufgrund desolater Arbeit mpssen wir uns jetzt aber seit über 8 Jahren mit diesem Mist beschäftigen.

14.10.2019 - 20:26 - Gregor

Schwachsinniger Vorschlag. Schon die eingleisige Dritte Liga ist eine Totgeburt. Schaut euch nur die Zuschauerzahlen dort an. Dann die enormen Kosten für die Vereine für die Reisen. Früher gab es unterhalb der Bundesliga 5 Regionalligen, daß war in Ordnung. Dann gab es am Ende der Saison 2 Aufstiegsgruppen mit je 1 Aufsteiger. Danach hat man die Ligen immer weiter aufgesplittet. 2-gleisige 2.Liga, dann eingleisige 2.Liga dann 3.Liga. Braucht alles kein Mensch. Man sollte nicht immer mehr Ligen einführen und dann noch aufteilen, sondern eher wieder zurück zum früheren Modus kehren. Eingleisige 1. und 2.Liga und dann regional die entsprechenden Unterbauten. Nennt es von mir aus 3.Ligen, Regionalligen oder Oberligen. Das wäre die optimale Lösung.

14.10.2019 - 20:13 - Tradition07

Der kfc und MSV werden solange fuer die eingleisigkeit sein, bis sie unterm Strich im Nadelöhr gelandet sind.
Deshalb verstehe ich auch die skeptische Reaktion von RWE und RWO nicht. Herr Uhlig, was glauben Sie denn, wie geil fuer uns als Fans so eine 3/4 Saison um die goldene Ananas ist! Da sind wir ja gerade wieder auf dem besten Weg hin, auch wenn ich immer noch dran glaube, dass wir die Kurve noch kriegen.
Daran aendert auch nichts, wenn der Meister aufsteigt. Weil wenn z. B. VERL so weitermachen wuerde, spielt bald selbst der zweite um nix mehr. Warum kapiert ihr das nicht endlich?
Das ist fuer mich das Hauptproblem dieser Liga, und das waere gelöst, wenn es mehr 3. Ligen gäbe.
Und mal ehrlich, die Vereine, die Kohle haben, kaufen auch Qualität. Da ist es egal, ob es noch 19 oder 39 andere Drittligisten gibt. Und dann werden auch junge Talente gefördert. Und die fernsehgelder müssten halt etwas von oben nach unten verteilt werden. Merkt oben eh kein Mensch weil portokasse...
Also, Bierhoff unterstützen bis der Arzt kommt. Wir haben die schnauze voll von der goldenen Ananas und wir sind Kunden, stellt euch das mal vor Liebe Präsidenten, die immer nur ihre paar Jahre Amtszeit im Auge haben...