Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel hat noch kein Team bei fünf ausstehenden Spielen und sieben Punkten Rückstand am Ende die Deutsche Meisterschaft gefeiert. Sollte Borussia Dortmund das in diesem Jahr schaffen, würde der Verein Geschichte schreiben und seine eigene Bestmarke übertreffen. 

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So kann Borussia Dortmund noch Geschichte schreiben

Tizian Canizales
03. Juni 2020, 12:59 Uhr
Jadon Sancho (rechts) klatscht mit Carlos Reyna (links) nach dem 6:1 für Borussia Dortmund im Spiel gegen den SC Paderborn ab. Foto: firo

Jadon Sancho (rechts) klatscht mit Carlos Reyna (links) nach dem 6:1 für Borussia Dortmund im Spiel gegen den SC Paderborn ab. Foto: firo

Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel hat noch kein Team bei fünf ausstehenden Spielen und sieben Punkten Rückstand am Ende die Deutsche Meisterschaft gefeiert. Sollte Borussia Dortmund das in diesem Jahr schaffen, würde der Verein Geschichte schreiben und seine eigene Bestmarke übertreffen. 

Zugegebenermaßen sieht es für Borussia Dortmund im Meisterschaftsrennen der Fußball-Bundesliga aktuell alles andere als gut aus. Bei noch fünf ausstehenden Spielen hat Schwarz-Gelb sieben Punkte Rückstand auf den Tabellenführer FC Bayern München. 


Vor rund einer Woche hat die Borussia dazu das direkte Duell mit 0:1 verloren und damit eine große Chance ausgelassen, um den Titelkampf noch einmal anzuheizen. Das Restprogramm der Bayern (Leverkusen, Mönchengladbach, Bremen, Freiburg, Wolfsburg) hat es zwar durchaus noch in sich, allerdings scheint es aktuell nicht so, als würden die Münchener dort noch mindestens sieben Punkte liegen lassen. Dazu dürfte sich der BVB in seinen Spielen (Hertha BSC, Düsseldorf, Mainz, Leipzig, Hoffenheim) praktisch keine Patzer mehr erlauben. 

BVB-Rekord aus der Saison 2001/02

Auch ein Blick auf die Statistik dürfte den BVB-Fans nur bedingt Mut machen. Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel zur Saison 1995/96 hat noch nie ein Tabellenführer fünf Spieltage vor Schluss sieben Zähler Vorsprung verspielt. Speziell der FC Bayern brachte seine Punktepolster regelmäßig ins Ziel. 


Der größte Rückstand, den ein Team fünf Spiele vor Schluss noch wettmachen konnte, sind vier Punkte aus den Saisons 2001/02 und 2006/07. Ironischerweise schaffte das neben dem VfB Stuttgart (2006/07) zuvor schon Borussia Dortmund (2001/02). Nach 29 Spieltagen befand sich Schwarz-Gelb mit 58 Punkten in Schlagdistanz zur Tabellenspitze. Dort thronte mit 62 Zählern Bayer Leverkusen. 

Ein Jahr nach dem Schalke-Trauma und der "Minuten-Meisterschaft" verlief das Saisonfinale im Frühling 2002 kaum weniger dramatisch. Durch eine 0:1-Niederlage beim 1. FC Kaiserslautern schien sich Borussia Dortmund am 31. Spieltag bereits aus dem Titelrennen zu verabschieden. Nur die Tatsache, dass Leverkusen parallel nicht über ein 1:1 beim Hamburger SV hinauskam, hielt Schwarz-Gelb am Leben. Eine Woche später trafen Thomas Rosicky und Marcio Amoroso zum immens wichtigen 2:1-Sieg gegen den 1. FC Köln, während sich Leverkusen eine Niederlage gegen Werder Bremen (1:2) leistete. 

Dann wurde es richtig verrückt. Am 33. Spieltag verlor Leverkusen mit 0:1 gegen den 1. FC Nürnberg, während sich Borussia Dortmund einen irren Schlagabtausch mit dem Hamburger SV lieferte. Schlussendlich reichten die Tore von Marcio Amoroso (2), Thomas Rosicky und Jan Koller zum so wichtigen 4:3-Sieg und der BVB war Tabellenführer. Zwar fing sich Leverkusen beim 2:1 gegen Hertha BSC am letzten Spieltag wieder, allerdings gewann auch Borussia Dortmund mit 2:1 gegen Werder Bremen. Damit wurde Schwarz-Gelb tatsächlich noch Deutscher Meister.

Hummels will Platz zwei sichern

Nun muss Borussia Dortmund also seine eigene Bestmarke nochmal weit übertreffen, wenn sie doch noch Erster werden wollen. Ein Eintrag in den Bundesliga-Geschichtsbüchern wäre ihnen damit zweifelsohne sicher, allerdings wirken die Bayern aktuell zu abgeklärt, um in fünf Spielen noch drei Mal zu patzen. 


Das weiß auch BVB-Verteidiger Mats Hummels. "Für uns gilt es jetzt Platz zwei zu sichern und alle Spiele zu gewinnen", sagte er nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern München. Aber wer weiß, vielleicht reicht es für Borussia Dortmund ja doch noch zu mehr...

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