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SGW: Ex-Stadionsprecher kritisiert Taschenverbot

16. April 2019, 14:50 Uhr

Foto: Joachim Haenisch

Lange Jahre war Michael Seiß, Spitzname "Captain", als Presse- und Stadionsprecher bei der SG Wattenscheid 09 tätig. Doch allmählich verliert er die Lust an seinem alten Verein. 

Schuld daran ist ein Rucksack- und Taschenverbot, das seit geraumer Zeit im Wattenscheider Lohrheidestadion gilt. Die Regelung besagt, dass Fans nur Taschen mit ins Stadion nehmen dürfen, die kleiner sind als ein Din-A4-Blatt. Weil das Verbot vom Ordnungsamt der Stadt Bochum erlassen wurde, gilt es auch im Bochumer Ruhrstadion. 


Auch in zahlreichen weiteren deutschen Stadien und Veranstaltungsorten gilt diese Regelung. Sie soll dem Ordungsdienst die Einlasskontrollen erleichtern. Dass jedoch auch in der Regionalliga penibel hierauf geachtet wird, stößt Michael Seiß sauer auf. 

Auf der Facebook-Seite des Fanzines "Captain's Dinner", das Seiß betreibt, schreibt er: "Der Captain empfindet diese seinem gesunden Menschenverstand nicht vermittelbare Regelung als unnötige Schikane." Schon beim letzten Heimspiel gegen Kaan-Marienborn, sei es ihm erst nach langen Diskussionen mit dem Ordnungsdienst gelungen, seinen Turnbeutel mit ins Stadion zu nehmen. 

"Organisatorische Knüppel zwischen die Beine geworfen"

Da er auch beim Heimspiel am kommenden Samstag gegen Herkenrath "unweigerlich ein paar Accessoires in seinem kleinen Handgepäck" mit sich führen werde, "die für die anschließende Abendveranstaltung unabdingbar sind", werde Seiß auf einen Besuch in der Lohrheide verzichten. Mit seinem Post will der ehemalige Stadion- und Pressesprecher der SGW versuchen, die Verantwortlichen "zum Nachdenken anzuregen, ob diese fanfeindliche Regelung nicht vielleicht nochmal überarbeitet werden kann. Denn so manch einem reisenden Fußballfreund werden durch diese unangemessene Auflage organisatorische Knüppel zwischen die Beine geworfen."

Für Seiß ein Grund mehr, sich vom professionellen Fußball abzuwenden. Der "Captain" sei sogar kurz davor, "sich selbst ein bundesweites Stadionverbot für die vier höchsten Spielklassen aufzuerlegen. Denn die mancherorts an den Eingangstoren praktizierte Gängelei geht ihm gehörig auf den Sack." fn

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16.04.2019 - 19:13 - Stauder09

Der Wattenscheid-HAMMER ist aber: Da hat einer vom Ordnungsdienst ein Auge zugedrückt. Nicht, dass das noch eine Strafe vom Ordnungsamt nach sich zieht.

16.04.2019 - 19:02 - Das Orakel

Oh Gott! Der Turnbeutel darf nicht mit rein in das Stadion. Das ist mir auch schon oft passiert, morgends vor dem Spiel noch kurz beim Schwimmen gewesen, dann ab zum Spiel, flott danach noch zum Essen ins Nobelrestaurant und von dort aus in die Disco. Und nun?! Wo soll ich mein ganzes Zeug lassen?! Unverschämt. Auch diese unsäglichen Kontrollen am Eingang. Da geht so viel Zeit drauf, die ich vor dem Spiel noch kurz zum Check meiner Aktien nutzen könnte, aber nein! Da guckt der Ordnungsdienst ob ich vielleicht was dabei habe, was ich nicht dabei haben darf. Aber nochmal zurück auf das Gepäckproblem. Wie kann es sein, dass nach all dem Scheiß der so in deutschen Stadien passiert, ausgerechnet auch bei der SG solche drakonischen Maßnahmen wie das genannte Verbot getroffen werden. Und dann sind die da auch noch so unverschämt und bewahren mein Gepäck, sollte es den Anforderungen nicht entsprechen, kostenlos auf! KOSTENLOS! Das muss man sich mal vorstellen.
Einfach ein Sauhaufen. Alle samt. Buuuuhhh

16.04.2019 - 17:25 - Ballaballa52

Genau, kann mir nicht vorstellen das monsieur Seiss deshalb 09 nicht mehr mag. Mir ist beim Pokalspiel damals gg Heidenheim auch mein besonderer doppelschirm aus dem kassenhäuschen gestohlen worden...
Da kann doch wg der Auflagen der Verein nix für...auf der anderen Seite wundert es mich wie oft Pyro eingeschmuggelt werden kann?
Demnächst am besten in Badehose oder nackend zum Fußball gucken (::--))

16.04.2019 - 15:58 - Stauder09

Und warum ist das nun ein Problem, das der SGW zugeschrieben wird?