18.11.2018

Frauen

SGS Essen - Aus der Traum vom Pokal-Endspiel

Foto: Michael Gohl

Die SGS unterliegt dem Ligarivalen SC Freiburg im Achtelfinale mit 0:4. Die Essenerinnen zeigen vor allem in der zweiten Hälfte eine enttäuschende Leistung.

Katerstimmung in Schönebeck: Die Pokalsaison ist für die Bundesliga-Fußballerinnen der SGS Essen gelaufen. Mit einem schmerzhaften 0:4 gegen den SC Freiburg verabschiedete sich die Elf von Trainer Daniel Kraus bereits im Achtelfinale vom Traum von Köln. Und das völlig zu Recht. Es drohen ungemütliche Tage an der Ardelhütte. Nach einem guten Saisonstart durchlebt die Mannschaft derzeit ein Tief. Der Auftritt gegen den Sport-Club war enttäuschend.


„Wir müssen jetzt zur Ruhe kommen und uns dann auf die Basics besinnen“, forderte Trainer Kraus. „Freiburg kommt mit einfachsten Mitteln zu Toren. Und was wir zum Teil vor deren Kasten zeigen, ist Slapstick.“ Zudem offenbarte sich ein enormes Leistungsgefälle. Nicht alle haben die Qualität, die es für den Viertelfinaleinzug gebraucht hätte. Mannschaftlich kann die SGS das derzeit nicht auffangen. Sie wirkt – auch verletzungsbedingt – nicht eingespielt.

Wie gewohnt erwischte die SGS ihre stärkste Phase gleich zu Beginn. Die Essenerinnen traten dominant auf, konnten aber zunächst keine Torgefahr heraufbeschwören. Die Gäste standen kompakt und ließen den Gegner anrennen. Nach einer Viertelstunde endete die erste Angriffswelle, Freiburg traute sich aus der Deckung: Bei einer Hereingabe verschätzte sich Essens Marina Hegering, Bühl pflückte den Ball runter und vollstreckte zum 0:1.

Der Plan der Breisgauerinnen schien aufzugehen, denn sie zogen sich gleich wieder zurück. Trotz Ballbesitz hatte die SGS Schwierigkeiten, eigene Torchancen zu kreieren. Sie war auf Einzelaktionen angewiesen. Eine solche zeigte Lena Oberdorf, als sie den Ball gegen zwei Gegenspielerinnen behauptete und auf Kirsten Nesse querlegte. Ihr Schuss allerdings ging drüber. Kurz darauf fing Nicole Anyomi einen Abstoß ab und schickte Turid Knaak steil, doch SC-Torfrau Nuding war zur Stelle.

Wenig später setzte sich Anyomi auf dem Flügel durch und fand erneut Knaak am zweiten Pfosten, doch mit links brachte es die Nationalspielerin nur zu einem Schussversuch. Gemessen an den Torchancen wäre der Ausgleich verdient gewesen, doch die SGS vergab sie größtenteils kläglich. Dennoch war Kraus mit Halbzeit eins noch einigermaßen zufrieden. Vom zweiten Spielabschnitt kann er das nicht behaupten.

Mutlos kam die SGS aus der Kabine, wirkte lethargisch. Der SC erkannte die Gunst der Stunde und schlug zu. Jana Feldkamp und Manjou Wilde ließen sich überlaufen, ein Querpass, und SGS-Torfrau Kim Sindermann und Lena Ostermeier konnten den Doppelpack von Bühl nicht verhindern. Die SGS mühte sich zwar, fand gegen die tief stehenden Gäste aber kein Mittel. 

Es gelang nicht, Tempo aufzunehmen, weil zu viele Situationen schon durch ungenaues Passspiel zunichte gemacht wurden. Stattdessen gab es lange Bälle in die Spitze. Mit den besten Wünschen für Anyomi und nun auch Lea Schüller. Immerhin, ein langer Ball auf Anyomi wurde gefährlich, doch Freiburg stoppte die Angreiferin per Foul. „Die ist sonst durch“, rief Kraus der Linienrichterin zu. Doch die Schiedsrichterin wertete es nicht als Notbremse.

Den Freistoß brachte Wilde herein, der Ball flipperte durch den Fünf-Meter-Raum, ehe der SC klären konnte. Und praktisch im Gegenzug war der Deckel drauf. Autor: Benedikt Burgmer

Kommentieren

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken