In den vergangenen Jahren holte sich Borussia Dortmund in München regelmäßig eine Packung ab. Doch jetzt reist der BVB ohne Angst zum kriselnden FC Bayern, der Glaube an einen Erfolg ist groß.

In München

Selbstbewusster BVB will Horrorbilanz mit Männerfußball aufpolieren

08. November 2019, 12:44 Uhr

Foto: firo

In den vergangenen Jahren holte sich Borussia Dortmund in München regelmäßig eine Packung ab. Doch jetzt reist der BVB ohne Angst zum kriselnden FC Bayern, der Glaube an einen Erfolg ist groß.

0:5, 0:6, 1:4, 1:5 - die furchteinflößenden Ergebnisse der letzten Gastspiele beim Branchenprimus FC Bayern jagen dem wiedererstarkten Herausforderer Borussia Dortmund keine Angst ein. Sportdirektor Michael Zorc will die „Horrorbilanz“ mit echtem „Männerfußball“ aufpolieren, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke erwartet „einen weniger naiven“ Auftritt als zuletzt in München.

Aus der jüngsten Siegesserie hat der BVB vor dem Bundesliga-Gipfel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) neues Selbstvertrauen geschöpft, der Glaube an den ersten Ligasieg in der Allianz Arena seit dem 12. April 2014 ist groß. „Wir werden uns am Samstag deutlich besser präsentieren als letzte Saison. Das war damals eine richtige Klatsche, und das sollte uns in einer Weiterentwicklung der Mannschaft nicht nochmal passieren“, sagte Watzke im Sky-Interview.

Die 0:5-Pleite in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit war ein entscheidender Schlag im am Ende knapp verlorenen Titelrennen. Sie reihte sich nahtlos in die Schreckensbilanz von 20 Gegentoren in den letzten vier Gastspielen beim deutschen Fußball-Rekordmeister ein. Man habe dort „ordentlich auf die Nuss gekriegt - auch zurecht“, sagte Watzke.

Doch am Samstag soll alles anders werden. Drei Siege, darunter die erfolgreiche Aufholjagd in der Champions League gegen Inter Mailand (3:2 nach 0:2), haben den BVB zurück in die Spur gebracht. In der Tabelle ist der selbst ernannte Meisterschaftsanwärter wieder an den kriselnden Münchnern vorbeigezogen. Trainer Lucien Favre versicherte daher, dass man „ohne Angst“ auflaufen werde, auch wenn der Einsatz von Kapitän Marco Reus und Jungstar Jadon Sancho noch fraglich ist.

Zorc richtete derweil einen klaren Appell an die Mannschaft. „Da brauchen wir nicht viel über Taktik sprechen. Die müssen Männerfußball spielen, wir müssen Kerle sein. Das wird das Entscheidende sein“, sagte der Sportdirektor und forderte: „Wir müssen dagegenhalten, das ist die Forderung an unsere Mannschaft, da müssen wir anders auftreten als zuletzt in München.“

Das Momentum dürfte auf Seiten der Schwarz-Gelben liegen, zudem sieht Watzke keinen Nachteil für den BVB nach der Trennung der Bayern von Trainer Niko Kovac. „Wir haben 0:5 verloren und der Trainer war Niko Kovac. Warum sollte der Trainerwechsel beim FC Bayern für uns nun ein Nachteil sein“, so Watzke.

Einen Vorteil sieht der 60-Jährige durch den Seitenwechsel von Mats Hummels, der beim 5:0 Anfang April den Führungstreffer köpfte. „Mir ist auch aufgefallen, dass einer der besten Spieler der Bayern in diesem Spiel nun auf der anderen Seite spielt. Das ist auch nicht so schlecht“, sagte Watzke, der aber davor warnte, den angeschlagenen Gegner zu unterschätzen: „Bayern hat nach wie vor eine Top-Mannschaft.“ sid

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08.11.2019 - 20:00 - Kuk

Die Süddeutschen wissen, dass sie mit einem sehr guten Spiel und dem entsprechenden Ergebnis jegliche Diskussionen
vor der Länderspielpause beenden können. Entsprechend kämpferisch werden sie auftreten.
Die letzten BL-Duelle in München zeigen, dass die ersten und letzten Minuten beider Halbzeiten besonders wichtig sein können !
In München kann nur bestehen, wer mit elf Spielern und höchstem kämpferischen Einsatz in jeder Situation 90 + x Minuten
das eigene Tor verteidigt.
Dazu bedarf es spielerische Komponenten, um mit eigenen Angriffen für Entlastung zu sorgen und die Bayern in der Defensive zu fordern.
Schnelle Konter waren schon beim 3:2 Pokal-Halbfinal-Sieg in der Saison 16/17 erfolgreich.
Wer die gefährlichen Bayern-Spieler Lewandowsky, Coman, Gnabry, Müller, Thiago, Martinez, Kimmich, Pavard und Davies (später vielleicht auch Perisic und Coutinho)
fair (keine Notbremsen verursachen, Standards vermeiden !) ausschalten kann, dazu selber sehr intelligent und technisch versiert spielt, wird
ein gutes Ergebnis erzielen.
München wird die üblichen Schema abspulen: Pässe und Flanken aus allen Lagen auf Lewandowsky, Hohe Geschwindigkeit und Überzahl bei Spiel über außen und Standards incl. Ecken porvozieren.
Der BVB wird einerseits frische Spieler (Rotation) benötigen, andererseits während des Spielverlaufes qualitativ hochwertig nachlegen können.
Der BVB KANN und MUSS in der BL wieder in M gewinnen !
Mit 100 % Leidenschaft von der 1. Minute wird es gelingen !

08.11.2019 - 14:56 - Webcam

lol!!!

Mint Zorc, was schon der Osterhase O. Kahn schon sagte: "Wir brauchen Eier!"

Was war es denn in den letzten Jahren immer - Frauenfußball, Drittes Geschlecht-Fußball, Kinderfußball? Jedenfalls kenne ich cleverere und mental stärkere Frauenteams, z.B. den Weltmeister aus den USA, wo auch mal jemand den Mut hat, einem irren Präsidenten die Stirn zu bieten ... Die Herren Millionäre haben dazu nicht die Eier ... Soviel zum "Männer-Fußball".

Fakt ist, dass man sich die phlegmatisch-verträumten und uncleveren Phasen, die in dieser Saison immer wieder andauern, nicht leisten kann.

Wenn sie in München bestehen wollen, müssen sie 90 min Vollgas geben und hinten dicht halten und clever spielen.

Das kann sonst ganz bitter werden und könnte den nächsten Trainerwechsel heraufbeschwören, diesmal in Dortmund ...

Bayern hat was gut zu machen und will sich und den eigenen Fans was beweisen.

08.11.2019 - 13:24 - Kuk

München haben in Tottenham 7:2 (!) gewonnen. Das war selbst für die Bayern außergewhnlich und ein Festtag.
Die sind nicht so schlecht, wie sie geredet bzw. geschrieben werden.