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Sechs Neue: So plant Kultcoach Mewes mit dem TV Jahn Hiesfeld

Stefan Loyda
17. April 2021, 21:20 Uhr
Foto: Lars Fröhlich

Foto: Lars Fröhlich

Der TV Jahn Hiesfeld hat für die neue Saison sechs Spieler verpflichtet. Der Sportliche Leiter Georg „Schorsch“ Mewes hatte dabei mit dem einen oder anderen Problem zu kämpfen.

Die Aufgabe von Schorsch Mewes beim TV Jahn Hiesfeld dürfte eine der schwierigsten seiner Laufbahn werden. Vor dem Abbruch wegen der Corona-Krise standen die Veilchen abgeschlagen auf Platz 21 von 23 Teams. Aus finanziellen Gründen war gar ein freiwilliger Rückzug in die Bezirksliga im Gespräch. Aufgrund der Intervention einiger Spieler wurde dieser Plan ad acta gelegt. Den Verein haben langjährige Leistungsträger dennoch verlassen. Nun soll Mewes den die Dinslakener mit geringsten Mitteln in der Oberliga halten. Und dafür hat er mit dem TV Jahn nun gleich sechsfach auf dem Transfermarkt zugeschlagen.

Mit Adhurim Aliu (ETB SW Essen), Kilian Schaar, Linus Krajac (beide TSV Meerbusch), Gianluca Buhlmann (TSV Meerbusch U19), Steffen Herzog (Sportfreunde Hamborn) und Folarin Williams (Spvg Schonnebeck) sollen es in der kommenden Saison sechs teils sehr junge Spieler besser machen als die vermeintlich Etablierten in dieser Saison. Ein Siebter ist bereits im Anmarsch.

„Es ist schwierig gewesen, weil wir nicht mehr den Etat haben und weil eben Corona ist. Das sind zwei Faktoren, die wir bewältigen müssen“, sagt Mewes, der von den Neuen aber voll überzeugt ist. „Diese Jungs haben richtig Bock. Es muss vom ersten Tag an in der Kabine stimmen, dann haben wir Chancen.“

"Wenn man Geld braucht, kann man auch an der Tankstelle arbeiten"

Dabei hat Mewes aufgrund der Corona-Krise gleich mehrere Probleme zu bewerkstelligen. Viele Spieler, so der Kult-Coach, seien nicht wechselwillig. „Sie sind phlegmatischer. Sie haben auch gemerkt, wie schön es ist, wenn sie sonntags nicht wegmüssen und unter der Woche im Training getriezt werden. Wenn man Geld braucht, kann man auch an der Tankstelle arbeiten. Da muss man sich wenigstens nicht vom Trainer anmeckern lassen.“ Zum anderen habe er keine potenziellen Neuen sichten können.

Das Neuzugangs-Sextett kannte er jedoch bereits vorher. Die Katze im Sack, betont Mewes, kauft er nicht: „Wir haben noch ein paar Katzen in der Warteschleife. Ich nehme aber keine Spieler, die ich nicht gesehen habe. Wir haben drei, vier Mann in der Pipeline, die wir aber erst einmal sichten müssen.“

Aktuell stehen jedenfalls bereits 20 Feldspieler und zwei Torhüter für die kommende Saison bei den Hiesfeldern im Wort. Vier Verstärkungen werden aber noch gesucht: ein Innenverteidiger, ein Außenverteidiger, ein defensiver Mittelfeldspieler und ein Stürmer. „Diese sollen aber ein bisschen Erfahrung haben. Nicht alt, aber vielleicht 23, 24, die bereits was mitgemacht haben. Die vielleicht bei den reichen Vereinen nicht erste Wahl sind und es ihren alten Vereinen richtig zeigen wollen.“

Ein Saisonziel gibt Mewes, der Hiesfelds Trainer Marcus Behnert einst bei Union Nettetal trainiert hatte und mit ihm bis heute befreundet ist, allerdings noch nicht aus. „Wir wollen so gut wie möglich abschneiden und den Zuschauern schönen Fußball bieten mit Leidenschaft, Einsatz und Herzblut.“

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