22.09.2018

Einzelkritik

Schwarzer Tag für BVB-Verteidiger Diallo

Foto: dpa

Rote Karte, beim Gegentor unglücklich ausgesehen. Für Abdou Diallo hätte das 1:1-Remis gegen Hoffenheim kaum schlimmer laufen kann. Die Einzelkritik.

Roman Bürki (2): Musste in der ersten Halbzeit früh den Rückstand verhindern, als Bittencourt plötzlich frei vor ihm auftauchte. Geschickt verkürzte der Schweizer den Winkel und parierte teufelskerlesk (18.). Beim ersten Gegentor ohne Abwehrchance. Stark aber wiederum gegen zwei Versuche Joelintons (47./58).

Lukasz Piszczek (4): Startete mit einem Schrecken ins Spiel: Er verlor den Ball im Mittelfeld, den so ermöglichten Konter stoppte der Pole aber höchstselbst im Strafraum. Klärte noch weitere Bälle, was auch daran lag, dass Hoffenheim in der ersten Halbzeit auf seiner Seite den meisten Platz vorfand.

Manuel Akanji (5): Gegenspieler Joelinton machte nicht nur den sonst so souveränen Schweizer fahrig. Er produzierte vor der Chance von Bittencourt einen Querschläger (47.) und klärte schwach vor einer Joelinton-Gelegenheit (55.).

Abdou Diallo (5): Kein guter Nachmittag für den Innenverteidiger, der sich ebenfalls mit der Verteidigung Joelintons schwer tat. Vor dem Gegentor köpfte er dem Torschützen den Ball unglücklich vor die Füße (44.). Nach einem Foul an Kramaric sah er wegen einer Notbremse die Rote Karte (76.).

Marcel Schmelzer (4): Vom Kapitänsamt befreit trat der Linksverteidiger bislang in dieser Saison stark auf. In Hoffenheim aber wirkte er nicht immer gedankenschnell genug. Klärte nicht nur vor dem 0:1 unglücklich und unzureichend. Aber: Den Ausgleich leitete er klug ein.

Axel Witsel (4): Musste sich nach einer halben Stunde an der Seitenlinie den Schreibblock von Trainer Lucien Favre anschauen. Befand die Zeichnungen für künstlerisch wertvoll und spielte weiter, aber nicht so gut, wie man es schon gesehen hat. Eine Chance zum 1:1 hatte er trotzdem, vergab sie aber (67.).

Mahmoud Dahoud (5-): Bringt Tempo und Technik mit, was seinen Aktionen eine enorme Ästhetik verleiht. Problem: Er verliert bei seinen Aktionen zu oft den Ball. Sah bereits nach 21 Minuten die Gelbe Karte. Taktisches Foul. Nach eigenem Ballverlust. Ließ sich am eigenen Strafraum leichtestens ausspielen (55.) und wandelte bei einem klaren Foul gegen Schulz als letzter Mann nah am Platzverweis. Dann ausgewechselt.

Christian Pulisic (2): Der Einzige in Gelb, der Impulse in der Offensive gab. Doch seinen Soli fehlt oft noch die gelungene Schlussaktion. Von Nico Schulz wurde er elfmeterverdächtig gefoult. Aber der Verdacht reichte dem Schiedsrichter nicht (7.). Die beste BVB-Chance durch Kagawa bereitete er fein vor (56.), vereitelte zuvor noch einen fast sicheren Gegentreffer (49.) und war der verdiente Schütze des Ausgleichs (84.).

Shinji Kagawa (4-): Saisondebüt in der Liga für den Japaner nach drei Aufenthalten auf der Tribüne. Er schlug seine Haken und versucht Pässe in die Spitze, die aber mehrheitlich keinen Raum brachten. Vergab zudem die große Chance zum Ausgleich, als er acht Meter vor dem Tor frei auftauchte, aber daneben schoss (56.).

Marco Reus (4): Auffälligste Szene lange Zeit: Eine gelungene Grätsche in der eigenen Hälfte kurz nach der Halbzeit. Die Arbeit für den Ausgleich verrichtete er dann aber doch: ein Antritt und ein Querpass auf Pulisic (84.).

Marius Wolf (5-): Hatte sich das Haar wieder streng gegelt. Vielleicht hätte er das nicht tun sollen, denn so reichte er knapp nicht an eine Piszczek-Flanke heran. Und an das allgemeine Niveau eines Bundesligastürmers, als der er aufgeboten war, ebenfalls nicht: kaum eine gelungene Aktion, kein Torschuss. Auswechslung nach einer Stunde.

Jadon Sancho (4, 60. Minute für Wolf): Brachte zuletzt als Einwechselspieler neuen Elan. In Hoffenheim nicht.

Thomas Delaney (3, 60. Minute für Dahoud): Brachte dingend benötigte Stabilität.

Maximilian Philipp (70. Minute für Kagawa): Ohne größere Wirkung.

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22.09.2018 - 20:33 - Kuk

Wolf (ohne Torschuß in der Sturmspitze) und Dahoud (schon in der 1. HZ gelb-rot-gefährdet) statt den ausgeruhten Philipp und Delaney bei 1899 in der Startelf - das muß ich nicht verstehen.

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