Das ernüchternde 1:4 der deutschen U21 in Belgien hat beim Deutschen Fußball-Bund für Alarmstimmung gesorgt. Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter der Nationalmannschaften, sieht die Ziele gefährdet.

U21

Schwacher Nachwuchs: Alarmstimmung beim DFB

10. September 2020, 11:46 Uhr
Foto: firo

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Das ernüchternde 1:4 der deutschen U21 in Belgien hat beim Deutschen Fußball-Bund für Alarmstimmung gesorgt. Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter der Nationalmannschaften, sieht die Ziele gefährdet.

Oliver Bierhoff warnte schon im Frühjahr eindringlich vor bedenklichen Entwicklungen im Nachwuchsbereich - nun schlagen die Verantwortlichen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) so deutlich wie selten zuvor Alarm. Man werde „Probleme bekommen, wenn wir jetzt nicht aufwachen und konsequent handeln. Dann werden uns andere Nationen nicht ein- sondern überholen und dann kostet es uns noch mehr Kraft, Schweiß und finanziellen Aufwand, um die Lücke zu schließen“, sagte Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter der Nationalmannschaften beim DFB, dem kicker und betonte: „Wir haben Nachholbedarf.“

Auslöser der Klagen war das ernüchternde 1:4 der U21 am Dienstag in Belgien. Er sei „mit allen aktuellen Ergebnissen unserer Teams unzufrieden“, meinte Chatzialexiou und stellte ernüchtert fest: „Die Ergebnisse sind ein Abbild der Entwicklung im deutschen Nachwuchsfußball, da mache ich mir Sorgen.“

Im Vergleich zu früheren Zeiten merke man beim DFB, dass die aktuellen Jahrgänge „nicht die hohe Qualität haben wie in einigen anderen Nationen. Wir stehen vor großen Herausforderungen. Wir haben das schon lange erkannt, verändern viele kleine Dinge, müssen aber auch bereit sein, größere Schritte zu gehen“, forderte der Sportliche Leiter.

DFB-Direktor Bierhoff hatte bereits vor der Corona-Pandemie auf die anhaltende Krise bei den U-Mannschaften hingewiesen

Das Ziel, Spieler zu entwickeln, „die international nicht nur mithalten, sondern auch Akzente setzen können“, sieht Chatzialexiou „äußerst gefährdet, wenn ich mir unsere Spiele und vor allem unsere Art und Weise anschaue. Diese Dinge stimmen mich nachdenklich. Deswegen brauchen wir unbedingt Veränderungen in unserem Ausbildungssystem, im Bereich der Trainerentwicklung, müssen neue Wege gehen.“

Er steht mit seinem Vorstoß nicht alleine. DFB-Direktor Bierhoff hatte bereits vor der Corona-Pandemie auf die anhaltende Krise bei den U-Mannschaften hingewiesen. „Wir müssen uns bewusst sein, dass es eine Delle geben wird“, sagte Bierhoff. Bei der A-Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw sei man bis zur Euro 2024 noch „gut aufgestellt. Es gibt aber klare Anzeichen, dass wir uns massiv bewegen müssen.“

U21-Trainer Stefan Kuntz hatte vor dem Spiel in der EM-Qualifikation in Belgien zum wiederholten Male angemahnt, dass in der Bundesliga junge deutsche Spieler noch immer zu selten zum Einsatz kämen. „Viel hat sich nicht geändert, da muss man ehrlich sein“, sagte Kuntz konsterniert.

Die Talente bekämen „generell zu wenig Spielpraxis

In der Hinrunde der vergangenen Saison waren lediglich drei Prozent der eingesetzten Profis deutsche U21-Spieler gewesen. Das sei „alarmierend“, unterstrich Chatzialexiou. Die Talente bekämen „generell zu wenig Spielpraxis. Damit fehlen ihnen entscheidende Erfahrungen.“ Man müsse sich deshalb auch nicht wundern, ergänzte Kuntz, dass aus seinem aktuellen Team keiner „am Tor zur Nationalmannschaft“ stehe.

Das soll sich schnellstmöglich ändern, die Zusammenarbeit mit den Vereinen wurde deshalb längst intensiviert. „Es setzt langsam ein Umdenken ein, dass wir Erfolg nur gemeinsam haben können“, sagte Chatzialexiou. Im DFB-Nachwuchsbereich wurden außerdem die Trainer-Teams „neu aufgestellt. Wir haben einen Drei-Jahres-Rhythmus eingeführt und unser sportliches Leitbild weiterentwickelt.“

Bierhoff setzt bei der Entwicklung vor allem auf die neue DFB-Akademie, das „Leuchtturm- und Zukunftsprojekt“ des Verbandes. Er verspricht sich „Impulse, die uns bereichern“. Auch und vor allem mit neuen, hoffnungsvollen Talenten. sid

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10.09.2020 - 17:33 - KB1904

Da muss ich dem Nick Xxxxxxxx1965 (ich schreibe Nick weil die Person die dahinter steckt ja x-fache Nicks hat) mal Recht geben. Hauptsache die Haare sind schön und verrutschen nicht bei jedem Zweikampf. Aber das Haarspray machts möglich. Allerdings bin ich auch der Meinung das sie es von der Nivea Fraktion aus der A-Nationalmannschaft vorgemacht bekommen. Und in die A-Nationalmannschaft möchten viele junge Spieler auch ein mal spielen.Also ............. früh übt sich was einmal A Nationalspieler werden möchte.

10.09.2020 - 16:43 - solinger

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10.09.2020 - 13:14 - Ruhrperle

Es liegt nicht nur an den Spielern - beim DFB ist mal wieder der Klüngel eingezogen ! Gebraucht wird eine harte Hand, die ordentlich ausmistet ! So wie es 2004 ff Klinsmann & Co gemacht haben ! Damals waren etliche beim DFB übelst verprellt worden , aber der Erfolg gab Klinsmann und seinen Erneuerungen recht (auch wegender ruhigen Art Löws) ! Über Jahre hinweg war der frische Wind überall zu spüren ! Nach der WM 2014 stagnierte alles , alle sonnten sich im Ruhm und klebten an ihren Posten ! ( siehe u.a. Grindel/Löw !).
Mit Sicherheit hat Hans Flick seine Gründe gehabt , den verfilzten DFB zu verlassen !
Mit Chatzioglu und der momentanen Trainergilde wird es weiter bergab gehen...!
Erfolglose und bei den Vereinen rausgeschmissene Trainer werden miit Kusshand vom DFB genommen - wahrscheinlich weil sie pflegeleicht sind und nicht aufmucken !
Krönung dieses Desasters ist die Verfassung der Nationalmannschaft - das Festhalten an Trainer , Spielern und Verantwortlichen , die ihren Zenit längst überschritten haben !
Mit einem anderem Trainer (z.B. Klopp) , ehrgeizigen und charaktervollen Spielern wäre Deutschland kurzfristig wieder mit an der Weltspitze !
Das gleiche gilt auch für die Juniorenmannschaften !

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10.09.2020 - 12:44 - hoelwil

Herr Faselhase,Deutschland ist von der Weltklasse so weit ernfernt wie unsere Milchstrasse von Alpha Centauri.(4.34 Lichtjahre) Wenn ich mir Rüdiger anschaue der als erster deutscher IV unter 30% seiner Zweikämpfe gegen Embolo gewann. In einfachen Worten:Embolo hat den rund gespielt . Can und Gündogan machen so viele einzeltaktische Fehler und werden auf Strecke immer überlaufen. Ich weiss nicht, wo man da Weltklasse erkennen kann. Zum Glück hat man noch Goretzka und Kimmich,die die zwei anderen ersetzen werden. Aber nur falls Löw einigermassen klar im Kopf ist. Was leider nicht immer der Fall ist.

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10.09.2020 - 12:26 - faselhase07

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10.09.2020 - 12:17 - hoelwil

Chatzioglu ist doch eins der Hauptprobleme.Überhaupt keine Idee, was geändert werden muss und was es dafür braucht. Von der U18 bis zur U21 gabs am Dienstag überhaupt keinen Sieg. Kein Spiel gegen die B Klasse Dänen wurde gewonnen.Genauso wenig gab es Siege bei der U19 und der U21 gegen Belgien,sondern nur Niederlagen. Keins der Teams bringt das, was es früher immer gab, Kampfgeist und Laufstärke. In einigen Teams spielen bis zu 6 Assimilierte Spieler ,nur um darzustellen das Integration das Ziel ist. Aber man integriert nur Spieler aus Ländern, die das Kämpfen nicht erfunden haben. Wenns dann hart auf hart geht lassen diese Spieler die Flügel hängen und geben auf. Das gleiche Problem hat auch die Nationalmannschaft . Null Kampfgeist und null Charakter. Die Kroaten haben das auch mal versucht und Brasilianer eingebürgert. Das ging in die Hose.Jetzt spielt man wieder nur noch mit Kroaten die über Nationalstolz verfügen und man qualifiziert sich wieder für Grossereignisse und war als klar bessere Mannschaft im letzten WM Finale Frankreich unterlegen. Wir waren Letzter in der Gruppe und damit der schlechteste Weltmeister seit 1930 und sind auch in der Nationsliga abgestiegen. So kann es nicht weiter gehen, aber der DFB lernt nichts dazu.

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10.09.2020 - 11:50 - Schalker1965

Hauptsache Haare schön!

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