Bundesliga

Schiri Felix Brych sieht Videobeweis nicht nur positiv

03. August 2019, 10:01 Uhr

Foto: firo

Weltklasse-Schiedsrichter Felix Brych sieht die Verschärfung der Fußballregeln und den Videobeweis nicht nur positiv. 

„Ein Schiedsrichter braucht auch Ermessensspielraum, um ein Spiel gut zu leiten und in der Balance zu halten. Und er braucht etwas, das früher ein bisschen verpönt war, aber gar nicht so schlecht ist: Fingerspitzengefühl. Der Video-Assistent hilft uns sehr, aber in vielen Teilen auf Kosten dieses Fingerspitzengefühls“, sagte der 43 Jahre alte Referee in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Samstag).

Im Fußball treffen aus Sicht von Brych gerade zwei Welten aufeinander. Es sei eine Herausforderung, dass „der heutige Fußball sehr faktenbasiert ist und bei einigen Situationen keinen Spielraum mehr lässt, dass der Fußball aber auch sehr lebendig ist und deshalb auch das Bauchgefühl braucht“. Es sei wichtig, dass die Schiedsrichter nicht zu viele Vorgaben bekommen. „Aber ich bin gespannt, wie sich das weiterentwickelt. Denn der Fußball wird immer klinischer“, fügte der Jurist aus München hinzu.

Die Zeit lasse sich nicht zurückdrehen, betonte Brych. „Der Fußball wird gerade digitalisiert, so wie viele Bereiche der Welt und unserer Gesellschaft. Das lässt sich nicht mehr aufhalten“, befand der Spitzenreferee. (dpa)

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04.08.2019 - 10:25 - Meysegeyer

Das sind zwar Aussagen von vor dem Supercup-Spiel, aber trotzdem: Der VAR hat sich trotz angekündigter Überprüfung gleich im ersten Pflichtspiel der Saison wieder zwei krasse Fehlentscheidungen geleistet. Es hätte einen Platzverweis für die Bayern und einen Strafstoß für Lüdenscheid-Nord geben müssen. Das hat jeder geneigte Fernsehzuschauer aus lediglich e i n e r Kameraperspektive gesehen. Statt des "Fingerspitzengefühls" empfehle ich neue Brillen.

03.08.2019 - 12:26 - revierloewe10

Herr Brych, wo war denn letztes Wochenende ihr Fingespitzengefühl beim Spiel Stuttgart gegen Hannover als sie gegen Stuttgart die gelbrote Karten zeigten? Richtig, einmal gelb für ein allerwelts Foul und die zweite gelbe Karte für einen gewonnen Zweikampf, bei dem gar kein Foul vorlag. Und selbst wenn es bei dem Zweikampf ein Foul gegeben hätte, so wäre dies gar nicht gelbwürdig gewesen. Von Fingerspitzengefühl weit entfernt, eventuell genauso weit war wohl ihr Kollege im Kölner Videokeller vom Bildschirm entfernt, denn der hätte ja die Fehlentscheidung korrigieren müssen, tat er aber nicht. Naja, vielleicht verwechselt der eine auch Fingerspitzengefühl mit einem Vorschlaghammer....

03.08.2019 - 10:56 - Kuk

Kaum ein Medienverteter, der nicht die Videounterstützung gegen vieler Bedenken gefordert hätte.
Nach dessen Einführung ändern immer mehr der Medienvertreter ihre Meinung.