DFB-Pokal

Schalkes Gegner im DFB-Pokal: Weiterhin ist Geduld gefragt

Björn Goldmann
28. September 2020, 15:03 Uhr
Auf wen trifft Schalke 04 im DFB-Pokal? Foto: firo

Auf wen trifft Schalke 04 im DFB-Pokal? Foto: firo

Schalke muss sich weiter gedulden: In der Verhandlung um den bayerischen Teilnehmer am DFB-Pokal wird ein Urteil erst am Mittwoch erwartet.

Fußball-Bundesligist Schalke 04 muss sich weiter gedulden: Der brisante Rechtsstreit von Drittliga-Aufsteiger Türkgücü München gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB) und den Bayerischen Fußball-Verband (BFV) um eine Teilnahme am DFB-Pokal geht erst einmal in die Verlängerung. Im Widerspruchsverfahren der Verbände vor der 37. Zivilkammer des Landgerichts München I sprach die Vorsitzende Richterin Gesa Lutz am Montag noch kein Urteil.

Lutz kündigte für Mittwochnachmittag (15 Uhr) eine Entscheidung an. „Die eineinhalb Tage nehmen wir uns noch. Wir werden das alles noch einmal gründlich überdenken“, sagte die Richterin nach der Sitzung im Münchener Justizpalast.

Die Zeit drängt für Schalke und den Gegner

Die Zeit drängt: Bereits am 18. Oktober soll die Auslosung zur zweiten Runde des DFB-Pokals stattfinden. Die Austragung ist für den 22. und 23. Dezember geplant. Am 11. September hatte das Gericht dem Erlass einer einstweiligen Verfügung von Türkgücü gegen den BFV und den DFB stattgegeben. Deshalb musste das für den 13. September angesetzte Spiel der ersten Pokalrunde zwischen Schalke und dem Regionalligisten Schweinfurt 05 kurzfristig abgesagt werden.

Der BFV hatte Schweinfurt bei der Pokal-Nominierung den Vorzug vor Türkgücü gegeben. Die Münchener waren nach dem Abbruch der Regionalliga-Saison aufgrund der Corona-Pandemie als klarer Tabellenführer zum Aufsteiger ernannt worden. Türkgücü macht jedoch auch den Platz im DFB-Pokal geltend. Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider hatte schon nach der Absage die Verantwortlichen im BFV kritisiert. „Letztlich kann man nur den Kopf über die Vorgehensweise des Bayerischen Fußball-Verbandes schütteln, der über Wochen und Monate hinweg offensichtlich nicht in der Lage war, den rechtmäßigen Vertreter am DFB-Pokal zu bestimmen.“

Türkgücü-Geschäftsführer Max Kothny will aber nicht nachgeben und gegen Schalke spielen. Allein schon aus wirtschaftlichen und Imagegründen, wie er in einem Interview des Sportbuzzer betonte. „So eine Sache müssen wir einfach mitnehmen. Deswegen bleiben wir auch weiter hartnäckig dran und wollen unbedingt am Wettbewerb teilnehmen.“

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29.09.2020 - 21:46 - Alles für Schalke

@Amroth: Das ist richtig, aber nur die halbe Wahrheit. Es war erst ein drittel der Saison passiert, 11 (!) Spiele standen noch aus! 9 Punkte sind auch nur drei Siege, das war alles andere als sicher, auch wenn die Ausgangslage gut aussah für Türkgücü. Man hat den Verein dann aufsteigen lassen, obwohl die Saison noch weiterlief!

Und wie man überall nachlesen kann, hat sich der Präsident von Türkgücü mit der Lösung einverstanden erklärt, dass Schweinfurt am DFB Pokal teilnimmt und dafür sein Verein aufsteigt. Das macht das ganze ja so hinterfotzig! Seinen eigenen Spielern hat dieser Präsident einen Gehaltsverzicht abverlangt, auch mit dem Argument, dass man keine Einnahmen aus dem DFB Pokal hat! Also intern als auch extern hat er sich mit der Vereinbarung einverstanden erklärt! Daher MUSS Türkgücü Unrecht bekommen und darf auf keinen Fall DFB Pokal spielen!

Eigentlich müsste man den Verein sogar mit Punktabzug bestrafen für diese Unverschämtheit. Dafür ist es aber sehr schwer, eine Rechtsgrundlage zu konstruieren. Moralisch hat dieser Verein aber jetzt schon verloren.

29.09.2020 - 10:41 - Amroth

@Alles für Schalke: wenn es wirklich eine "Abmachung" zwischen allen beteiligten Parteien gewesen wäre, dann würde ich das auch so sehen.
Aber es war eben keine solche Abmachung, sondern der Bayrische Fußballverband hat das so entschieden.
Türkgücü hatte 9 Punkte Vorsprung auf Schweinfurt, dazu ein um 10 Tore besseres Torverhältnis. Es wäre also sehr wahrscheinlich so gekommen das Türkgücü sowohl als Erster aufgestiegen wäre als auch sich dadurch für den DFB-Pokal qualifiziert hätte, wenn man die Liga weiter gespielt hätte.
Wenn man die Saison komplett abgebrochen hätte wäre Türkgücü ebenfalls sowohl aufgestiegen als auch für den Pokal qualifiziert.
Daher kann ich es schon verstehen das man diese Entscheidung nicht einfach so hinnimmt sondern alles versucht um doch noch im DFB-Pokal spielen zu dürfen.

Und für Schalke ist das alles doch eigentlich sogar gut.
In der aktuellen Form unter Wagner hätte man vielleicht sogar gegen einen unterklassigen Gegner verloren, egal ob der nun Türkgücü oder Schweinfurt gewesen wäre.

28.09.2020 - 23:49 - Alles für Schalke

@germare: haha, das habe ich auch gedacht bei dem Fall.

Aber zurück zum Thema: Es ist schon ein mieser Stil von Türkgüc eine Abmachung, in der man Türkgücu per Hand auflegen zum Meister und Aufsteiger gemacht hat unter der Vorraussetzung, dass Schweinfurt dem zustimmt und dafür am DFB Pokal teilnehmen darf, einfach so bricht! Das darf keinen Rechtsbestand haben!

28.09.2020 - 18:54 - Gemare

Das passt zur Gesammtsituation in der Schalke zur Zeit steckt.Warum soll mal was glatt laufen ?