Bundesliga

Schalke treibt Pläne zur Ausgliederung voran

Tizian Canizales
11. Oktober 2020, 14:47 Uhr
Vorstände des FC Schalke 04 schauen sich da Spiel gegen den SV werder Bremen (1:3) an. Foto: dpa

Vorstände des FC Schalke 04 schauen sich da Spiel gegen den SV werder Bremen (1:3) an. Foto: dpa

Eine Ausgliederung der Profi-Abteilung scheint bei Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 konkretere Formen anzunehmen. Im "kicker" haben sich nun die Vereinsvorstände Jochen Schneider und Alexander Jobst geäußert.

Der FC Schalke 04 ist einer der wenigen Profivereine in Deutschland, deren Profiabteilung nicht in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert worden ist. Das könnte sich in Zukunft jedoch ändern. 


Wie Vorstandsmitglied Alexander Jobst gegenüber dem "kicker" sagte, arbeiten die Verantwortlichen gerade an einem Konzept, "um dem FC Schalke 04 eine Struktur zu geben, die zum einen zu 104 Prozent zu unserem Verein passt, es uns zum anderen aber ermöglicht, langfristig wieder höhere Ziele in Angriff zu nehmen".

Jobst sieht Schalke am Scheideweg

Die scheinen aktuell weit weg. Schalke ist punktloser Tabellenletzter, tauschte schon nach zwei Spieltagen den Trainer und steht bei einem Torverhältnis von 1:15. Jobst sieht die Königsblauen langfristig vor "einer Gabelung, an der es zwei Wege für uns gibt: Entweder wir verabschieden uns von unseren langfristigen sportlichen Zielen - dann können wir weitermachen wie bisher. Oder aber wir wollen auch in Zukunft ein ambitionierter Verein sein, dann müssen wir uns mit einer Strukturveränderung beschäftigen."


Dabei wollen sich die Schalker diese Veränderung nicht "holterdiepolter durchführen", sondern "ein Konzept vorstellen, das sich den Werten und Traditionen dieses Vereins verpflichtet fühlt und das überzeugungs- und begeisterungsfähig ist", erklärten Jobst und Jochen Schneider. "Ein klassisches Ausgliederungsmodell wie etwa beim FC Bayern ist bei uns nicht zu realisieren, weil es einfach nicht zu Schalke 04 passt."

Fans und Mitglieder sollen mit einbezogen werden

Zu einem perfekt auf den Verein zugeschnittenen Ausgliederungsmodell gehört außerdem der Konsens mit den Fans und Mitgliedern. " (...) Sobald wir die Vorarbeiten abgeschlossen haben, werden wir unsere Fans und Mitglieder einbinden, das Für und Wider gemeinsam abwägen und uns in aller Ruhe detailliert austauschen", sagte Jobst dazu.


Er zeigte sich zuversichtlich, dass "eine Mehrzahl der Mitglieder" bereit sei, "darüber zu diskutieren". Jobst glaubt: "Die Corona-Pandemie hat diese Bereitschaft nach meinem Gefühl zusätzlich erhöht."

Weitere News zum FC Schalke 04

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren
Beitrag wurde gemeldet

12.10.2020 - 19:36 - Schalker1965

12.10.2020 - 14:16 - easybyter

"Eins steht für mich fest: Der e.V. hat sich für Profiklubs im Fußball überholt."

Dem würde ich nicht folgen.

Ich nehme mal an, dass es keine zwei Meinungen darüber gibt, dass sich der Profifußball weltweit in eine falsche - rein profitorientierte - Richtung entwickelt hat. Die Strukturen vieler - vielleicht sogar der meisten - Vereine haben sich dieser Fehlentwicklung angepasst, um nicht nur mitzuhalten sondern hieraus auch Kapital schlagen zu können. In Krisenzeiten - wie z.B. aktuell ausgelöst durch einen unberechenbaren Virus - stößt der Profifußball weltweit an seine wirtschaftlichen Grenzen und viele Vereine bis runter in den Amateurbereich bangen um ihre Existenz. Und nun stellt sich für den FC Schalke 04 die Frage, dem verfehlten System nachzulaufen und sich ebenfalls zu "verkaufen" oder aber an dem etablierten jahrzehntealten bewährten Modell festzuhalten. Auch mit diesem Modell war Schalke lange Zeit konkurrenzfähig. Schalke konnte sich immer wieder refinanzieren durch Ausbildung und Verkauf junger herausragender Talente in der Knappenschmiede. Die hieraus generierten Einnahmen sicherten lange Zeit die Vereinsetats, die es auch ermöglichten am Transfermarkt tätig zu werden und auch teure "Stars" einzukaufen. Einige dieser "Stars" schlugen ein und sicherten wiederum die Teilnahme an der CL, was wiederum zeitweise viel Geld in die Vereinskasse sprudeln ließ. Erst als die Erlöse für eine Vielzahl hochbegabter Talente ausblieben und das Management zudem im Einvernehmen mit dem AR überhöhte Transferausgaben für "Fehlinvestitionen" tätigte und sich dabei in der Hoffnung auf künftige CL-Einnahmen "verzockte" geriet das Finanzmodell des FC Schalke 04 ins Wanken und durch den Corona-Virus bzw. infolge dessen Auswirkungen beinahe sogar zum Kentern.
Ich plädiere dafür, am Vereinsmodell festzuhalten und die Knappenschmiede sowie den Scoutingbereich zu optimieren - ein Blick zum Nachbarn nach Dortmund lässt mich vor Anerkennung erblassen, wenn man schaut, welche Transfererlöse dort durch kluges Scouting erzielt werden konnten. Kurzfristig hätte dies zur Folge kleine Brötchen backen zu müssen. Aber die Zeiten hatten wir schon einmal Anfang der 90er Jahre. Dank eines klugen und erfolgreichen Managers haben wir aber auch damals die Kurve bekommen, ohne uns an irgendwelche Heuschrecken zu verkaufen. Mittelfristig werden diese Finanzheinis versuchen, die 50+1-Regel zu kippen, um die Mehrheit der Stimmanteile zu übernehmen. Der das will, soll der Ausgliederung zustimmen. Ich werde dagegen stimmen!

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

12.10.2020 - 18:58 - vomFlankengott

@ easybyter

"ist LÄNGST durch die Entwicklung überholt"

Jobst sagte ja auch "CHRONISCHE VORerkrankung", was ja zwangsläufig bedeuzet, dass "die Erkrankung" schon seit längerem besteht.

Nun ist es so, dass auch schon 2012, als die Schalker ihr Leitbild (ist und BLEIBT ein VEREIN) beschlossen hatten, es schon Vereine gab die ausgliederten. Die also damals bereits eine andere Auffassung vertreten hatten.

Was mich wirklich interessiert ist SEIT WANN den nun der e.V. überholt ist. Für manche war das bereits 2012 der Fall, für uns Schalker nicht.

Seit wann für den Vorstand Alexander Jobst?

Seit wann für Dich, lieber @ easybyter?

Ungefähr das Kalenderjahr reicht mir, damit ich es nachvollziehen kann.

Die Logik mit den Ablösesummen erschließt sich mir überhaupt nicht. Die waren 2012 gegenüber 2002 genauso explodiert. Die sind seit ich mich für Fußball interessiere unaufhörlich am explodieren. So gesehen war JEDERZEIT die Notwendigkeit der Ausgliederung gegeben.

Schlimm fände ich es allerdings wenn der Vorstand Jobst schon seit langem die Notwendigkeit der Ausgliederung gesehen hätte und NICHTS unternommen hätte. Das wäre ja dann extrem fahrlässig gewesen.

GLÜCKAUF

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

12.10.2020 - 15:19 - easybyter

Die Überschrift "Fans und Mitglieder sollen mit einbezogen werden" ist irreführend, denn Schneider hat gesagt, dass zu einem Ausgliederungsmodell der Konsens mit den Fans und Mitgliedern gehört und dass die Fans und Mitglieder eingebunden w e r d e n, wenn die Vorarbeiten abgeschlossen sind und nicht eingebunden werden sollen ... Es ist doch sinnvoll, erst das Konzept zu durchdenken und es dann den Mitgliedern vorzulegen, die ja ohnehin darüber abstimmen müssen.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

12.10.2020 - 14:16 - easybyter

An der Strukturänderung geht kein Weg vorbei, wenn Schalke nicht auf Dauer in Mittelmäßigkeit versinken will. Was vor nahezu 10 Jahren galt, ist heute längst durch die Entwicklung überholt. Wer hätte denn damals gedacht, dass einmal 9-stellige Ablösesummen gezahlt werden und wie sich die Gehälter der Profis entwickeln würden. Wieso soll man an Grundsätzen festhalten, die sich durch die Entwicklung total überholt haben? Es ist wichtig, dass die Leitenden die Zeichen der Zeit erkennen und die Weichen in die Zukunft stellen. Eins steht für mich fest: Der e.V. hat sich für Profiklubs im Fußball überholt. Glück Auf!

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

12.10.2020 - 12:03 - Schalker1965

11.10.2020 - 20:54 - vomFlankengott

Den zeitlichen Zusammenhang zwischen Jobst's Bestellung zum Vorstand (2011) und der Beschlussfassung über das Leitbild des FC Schalke 04 (2012) hatte ich gar nicht mehr auf dem Schirm. Interessante Darstellung von Herrn Jobst heute. Würde gerne erfahren, wie er Deine Fragen beantwortet.

Liebe RS-Redaktion, Fragestellungen des @vomFlankengott für die nächste PK notieren!

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

11.10.2020 - 20:54 - vomFlankengott

Alexander Jobst ist im Jahr 2011 zum Vorstand ernannt worden. Das war ein Jahr bevor der FC Schalke 04 e.V. sein Leitbild mit 11 Punkten beschlossen hatte.

Den e.V. hat Alexander Jobst hat gerade erst wörtlich als "chronische Vorerkrankung" bezeichnet. Diese 'chronische Vorerkrankung" ist aber dummerweise rein zufällig gleich unter Punkt 1. des Schalker Leitbilds fest verankert und zwar mit den folgenden Worten:

"Er (also der FC Schalke 04 e.V.) IST UND BLEIBT ein Verein im Sinne des DEUTSCHEN VEREINSRECHTS."

Wie kann eine solche "chronische Vorerkrankung im Jahr 2012 überhaupt in das Schalker Leitbild gelangen? Und wenn es "chronisch" ist, dann existiert diese Vorerkrankung ja zwangsläufig schon seit LÄNGERER Zeit. Was hat der Vorstand Alexander Jobst eigentlich gegen diese "chronische Vorerkrankung" unternommen??

Ich gehe doch mal wohlwollend davon aus dass unsere Vorstände zum Nutzen unseres FC Schalke agieren und, dass wenn ein Vorstand eine "chronische Vorerkrankung" diagnostiziert er umgehend tatkräftig therapiert und nicht die "chronische Vorerkrankung" einfach dahinwüten lässt bis der "Patient" FC Schalke 04 fast stirbt.

Es muss ja auch mal eine Zeit gegeben haben in der diese Vorerkrankung noch nicht "chronifiziert war. Was wurde damals unternommen?? Damals war diese Erkrankung ja noch leichter zu behandeln.

Fragen über Fragen!!

Liebe RS-Redakteure, stellt sie einfach mal dem Schalke Vorstand Alexander Jobst! Auf geht's!!

Vielen Dank im voraus und GLÜCKAUF.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

11.10.2020 - 19:54 - derdereuchversteht07

Auf jeden Fall ist man mit Elan und Freude bei der Arbeit.
Was will man mehr?

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

11.10.2020 - 18:52 - Schalker1965

Bevor die Modalitäten einer etwaigen Ausgliederung der Profiabteilung auf die Tagesordnung kommen, ist es unabdingbar, dass sich die Führungsebenen des AR und des Vorstands personell neu aufstellen. Es wäre ein weiteres Stück aus dem Tollhaus, dass gerade diejenigen, die den Verein durch unfassbare Misswirtschaft dahin geführt haben, wo er heute steht - nämlich am Rande der Insolvenz -, über "frisches" Geld aus der Ausgliederung verfügen sollen. Dass AR und Vorstand auf Schalke mit Geld nicht umgehen können, haben sie seit vielen Jahren eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

11.10.2020 - 17:28 - ali_hb

@woki04
Inwieweit Herr T. dem Verein in der Vergangenheit wiklich genützt hat (CH der mindestens 50 Mio. verbrannt hat, wurde von ihm installiert, Imageschäden usw.) und dem Verein in der Zukunft wirklich nutzen kann, werden die Mitglieder und das Management schon einzuschätzen wissen. Schalke 04 ist trotz der momentanen Liquiditätsschwierigkeiten keineswegs pleite, sondern ist eine der wertvollsten Sportmarken der Welt. Was das Management jetzt anschiebt sind keine Worhülsen, sondern ein Prozess dieses Potential, wie auch immer, im Einvernehmen mit den Mitgliedern und Fans besser zu nutzen. Ich glaube in der momentan schwierigen Situation liegt eine große Chance und ich habe ein gutes Gefühl, dass Management und Mitglieder (da gibt es genug drunter, die den Prozess auch konstruktiv begleiten können) diese Chance nutzen werden.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

11.10.2020 - 16:43 - woki04

Wollen denn die hier benannten "Mitglieder" ( Minderheit ) den S 04 in der BuLi erhalten oder nicht ?
Wenn ja,
sollten sich doch nur die zu Wort melden die Finanziell auch in der Lage sind dieses zu stützen ! Worthülsen helfen - diesem S 04 inzwischen - nicht mehr.
Hoffentlich greift C T, [ den nur diese Minderheit meint verjagt zu haben, die von der Presse immer nur zitiert werden],
dann endlich - ohne - die Minderheit der "Fans" finanziell ein !
Und das muss !! schnellstens geschehen.

Glückauf

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

11.10.2020 - 15:33 - ali_hb

"Fans und Mitglieder sollen mit einbezogen werden" Es muss natürlich heißen: "Fans und Mitglieder müssen mit einbezogen werden" denn dieser Verein gehört seinen Mitgliedern und das Management ist direkt oder indirekt (zahlreiche GnbHs des Vereins) bei Schalke 04 angestellt. Um die Profiabteilung auszugliedern, müssen also die Mitglieder zustimmen. An dieser Stelle sei einmal gefragt, wie man sich das grundsätzlich vorstellt, bei über 150 000 Mitgliedern in der ganzen Welt. Hier wäre vielleicht mal anzudenken, ob (wie in anderen Bereichen in diesen besonderen Zeiten) die Mitgliedschaft mehr über das Internetportal gelebt werden könnte. Hier lägen viele und große Chancen, einmal für den Verein (z.B. Mitgliederbetreuung und -bindung, Identifikation der Mtglieder, Absatzkanäle) und für die Mitglieder (z.B. Information, Transparenz, Partizipation). Vor letzterem, der Partizipation der Mitglieder, sollte das Management keine Angst haben, denn es wollen ja im Prinzip alle (davon gehe ich hier aus) das Beste für den Verein. Hier müssen nur auch Online klare Spielregeln (Satzung) gelten und auch gesichert sein, dass die erforderliche Handlungsfähigkeit erhalten bleibt.
Unabhängig von der Ausgliederung des Lizenzspielbetriebs in eine andere Rechtsform, muss die Beteiligung von Investoren an diesem ausgegliederten Teil (denn das ist wohl einer derHintergründe) geregelt werden. Hier wollen die Mitglieder dem Management bestimmt zukünftig keinen Freifahrtschein ausstellen. Ich kann mir vorstellen, dass man diese Aspekte mit berücksichtigt und so eine produktive, sachbezogene Diskussion startet. GLÜCK AUF!

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.