Peter Peters

Schalke-Spitze gegen Ex-Manager Heidel

19. März 2019, 06:07 Uhr

Foto: Firo

Der FC Schalke 04 hat am Montag seinen Finanzbericht für das Geschäftsjahr 2018 veröffentlicht. Finanzvorstand Peter Peters hat auch über den zurückgetretenen Sportvorstand Christian Heidel gesprochen.

Schalke 04 ist für den Worst Case vorbereitet. Zumindest wirtschaftlich. S04-Finanzchef Peter Peters erklärte am Montag, dass der abstiegsbedrohte Bundesligist bis zum 31. März die Unterlagen für die zweite Liga beim DFB einreichen werde. "Es gibt einen Parallel-Plan für die 2. Liga", wird Peters in der "WAZ" zitiert. An dieses Szenario glaube der Funktionär der Königsblauen jedoch nicht: "Wir gehen davon aus, dass wir die Klasse halten. Und danach werden wir die Mannschaft umbauen", sagt er.


Zusammengestellt wurde das in diesem Jahr auf ganzer Linie enttäuschende Team vom ehemaligen Sportvorstand Christian Heidel, der vor wenigen Wochen nach der 0:3-Niederlage in Mainz seinen Rücktritt verkündet hatte. Peters räumt ein, dass ihn die Entscheidung überrascht habe. Sein Zusatz: "Man muss gucken: Wie kommt man aus einer Situation heraus, wie löst man sie? Es ist legitim, dass man aufhört, aber ich bin ein Kämpfer."

Peters lobt Heidel-Nachfolger Schneider

Es ist eine Wortwahl, die als Kritik an Heidel verstanden werden kann. Schließlich hatte dieser während seiner Amtszeit mehr als 150 Millionen Euro in neue Spieler investiert. Sein Nachfolger ist Jochen Schneider, über dessen Verpflichtung Peters froh sei. "Der Fußball lehrt uns, dass man mit klugem Management und vernünftigen Entscheidungen die Themen korrigieren kann." Eine weitere Spitze in Richtung Heidel.

Peters ist nach der Ankunft Schneiders und aufgrund der finanziellen Situation der Schalker zuversichtlich, dass der Verein bald wieder eine gute Rolle in der Fußball-Bundesliga spielen werde. Wie aus dem am Montag veröffentlichten Finanzbericht 2018 hervorgeht, erzielte der Fußball-Konzern einen Umsatz von 350,4 Millionen Euro (Vorjahr: 240,1) und übertraf seine Bestmarke von 2016 (265,1 Mio) deutlich. "Das Geschäftsjahr verlief aus wirtschaftlicher Sicht hervorragend. Es gibt ein paar Meilensteine, die für den Verein beeindruckend sind", sagte Schalkes Finanzvorstand. (mh mit dpa)

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19.03.2019 - 15:53 - Schalker1965

Schlechter Stil. Macht man einfach nicht.

19.03.2019 - 12:33 - Noah1

@ yayabnix: Das stimmt und stimmt wieder ncht. Mainz (Freiburg, Düsseldorf) werden wie S04 noch in der Rechtsform des Vereins geführt. Der gravierende Unterschied ist der: in Mainz und Freiburg stimmen die wirtschaftlichen Verhältnisse mit der Erwartungshaltung(erst einmal nicht absteigen, dann vielleicht auch mal im oberen Mittelfeld mitspielen) überein. Hier ist die Erwartungshaltung (wir müssen immer international spielen) in keinster Weise durch die wirtschaftlichen Voraussetzungen gedeckt. Daran ändert auch nichts der Hochglanz-Geschäftsbericht mit Rekordumsatz und dem transferbedingten Jahresüberschuss. Dies ist heute schon Makulatur und man wird wieder einen dicken Jahresfehlbetrag in 2019 erwirtschaften. Schalke hat unverändert nichts in der Kasse; stellen Sie sich mal die Frage, warum ein Club mit diesem Umsatz und einem geschätzten Marktwert von über 500 Mio Euro in der Winterpause nur die Wahl hat ENTWEDER 9,0 Mio in einen Jugendspieler oder in einen durchschnittlichen Spieler zu investieren. Solange man nicht die grundlegende Entscheidung trifft: 1. Ausgliederung des Unternehmens S04 in eine Kapitalgesellschaft und 2. weg von einer reinen Fremdfinanzierung und Übergang zu einer Beteiligungsfinanzierung erst einmal im Rahmen der bestehenden 50+1 Regel, wird sich an diesem Dilemma nichts ändern.
Heidel hat erkannt, nachdem zuviel Geld für schwache Spieler verbrannt worden war, dass er auf Schalke angesichts des schwierigen Umfeldes nicht mehr die Kurve kriegen würde. Nach 4,5 Mio Gage für 3 Jahre ist der Verzicht auf die restliche Summe dann nun auch nicht so ehrenhaft wie manche meinen. Der neue Sportvorstand ist ein Schwabe und Banker, vielleicht hilft er unserem Finanzvorstand Peters und dem Aufsichtsrat auf die Sprünge, denn die Gründe für die fehlende Kontinuität und Nachhaltigkeit liegen auf der Hand.

19.03.2019 - 11:06 - maxialex

Bei der katastrophalen Transferpolitik muss man Heidel jeglichen Fußball-Sachverstand absprechen. Seine Schwächen kennt man ja selbst am besten. Das war wohl auch der Grund warum er die Anregung von C.Tönnies brüsk abgelehnt hat, eine Art Teammanager als Mitarbeiter zu akzeptieren. Dann wäre seine Ahnungslosigkeit schnell aufgefallen. Heidel ist ein kompletter Versager und hat Schalke mit seinen verfehlten Ein- und Verkäufen an den sportlichen Abgrund geführt. Seine Einsicht in dieses Komplett-Versagen kam leider sehr spät. Die hat er - sicher unfreiwillig - in seinem Interview mit der Süddeutschen Zeitung offenbart mit seiner Äusserung, dass die wirtschaftlichen Voraussetzungen vorhanden sein müssen, um nachhaltig Erfolg haben zu können. Absoluter Unsinn!! Das zeit doch, wes Geistes Kind der ist. Wie machen das denn Frankfurt, Gladbach, Hoffenheim, Leipzig, Leverkusen, ja selbst Dortmund? Wieso gelingt es selbst Düsseldorf, Spieler wie Lukebakio (?) und Kownacki zu verpflichten? Hat Schalke überhaupt eine Scouting-Abteilung? Offensichtlich hatte Heidel nicht die richtigen Kontakte.
Das einzige, was man ihm letztlich noch zugute halten kann, ist, dass er auf eine Abfindung verzichtet hat.
Schalke hatte schon einige schwache Manager (Müller, Held), aber Heidel ist da nicht mehr zu unterbieten.

19.03.2019 - 10:29 - yayabinx

Ich denke Herr Heidel hat sich in den Vertrag schreiben lassen, dass er die Entscheidungen aus sportlicher Sicht und unter der Berücksichtigung der Trainermeinung alleine treffen darf. Es ist aus meiner Sicht richtig, dass Herr Tönnies da kein großes Mitspracherecht besitzen sollte. Aber alle im Verein haben nun wohl auch gemerkt, dass Schalke04 nicht mit Mainz05 zu vergleichen ist. Herr Schneider ist auf dem richtigen Weg. Er verbindet sein Managerwissen mit zusätzlicher sportlicher Kompetenz(Sportdirektor) und schalker Vergangenheit(Technischer Direktor) und installiert damit ein Dreigestirn das die Fehler eines Einzelnen verringert wenn nicht sogar minimiert. Nicht alles was Herr Heidel gemacht war ja falsch. Er hat einige speziell für Schalke wichtige Komponeneten nicht ausreichend berücksichtigt. Der Umbau des Geländes ist richtig und wird auch immer in seinem Namen weitergeführt. Es war wohl auch viel Pech dabei, das er in Mainz sicherlich nicht hatte.

19.03.2019 - 07:59 - Lackschuh

Das Team ist Qualitativ und Charakterlich (zumindest ein Teil) eine Katastrophe und dieser ganzen Entwicklung/Entstehung hat der ganze Club mit den Verantwortlichen zugesehen!! Herr Heidel hat daran großen Anteil und das wurde ja z.B. auch gestern über den ehemaligen polnischen Spieler kommuniziert. Trotzdem hat auch der Club in der Gesamtbetrachtung versagt incl. dem Trainer, denn solche negativen Entwicklungen im Team incl. der Verfehlungen muss er ZWINGEND unterbinden und sanktionieren!