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Schalke: Schneider über Videobeweis: „Brauchen einheitliche Linie“

Leon Peters
09. November 2020, 13:32 Uhr
Foto: firo

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Beim 2:2 im Bundesliga-Kellerduell zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und dem FC Schalke 04 sorgte der Videobeweis wieder einmal für allerhand Gesprächsstoff. Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider weiß jedoch nicht erst seit dem vergangenem Spieltag um die Probleme des VAR.

Unmittelbar nach Abpfiff des Sorgenkinder-Duells der Bundesliga zwischen dem 1. FSV Mainz 05 und dem FC Schalke 04 (2:2) konnte S04-Sportvorstand Jochen Schneider seinen Ärger über den Umgang mit dem Videobeweis nicht mehr länger im Zaum halten.

„Jetzt reicht es irgendwann mal. Ich weiß nicht, was da in Köln im Keller los ist. Wir fühlen uns schlecht behandelt. Da erwarte ich mehr Aufmerksamkeit von den Kollegen in Köln. Den zweiten zu pfeifen ist eine krasse Fehlentscheidung", hatte Schneider am Mikrofon des Pay-TV-Senders Sky insbesondere mit Verweis auf den zweiten Strafstoß gegen Schalke, den Mainz-Stürmer Jean-Philippe Mateta zum zwischenzeitlichen 2:1 verwandelte, gewütet.

Im Interview mit dem Kicker forderte der 50-Jährige nun einen konsequenteren und einheitlicheren Einsatz des Videobeweises. „Was mir häufig fehlt, ist mehr Aufmerksamkeit des Videoschiedsrichters und vor allem eine konsequentere Umsetzung der Regeln. Wir brauchen zwingend eine einheitliche Linie in der Entscheidungsfindung“, erklärte Schneider und fügte mit Nachdruck hinzu: „Der Videoschiedsrichter kann und darf nur bei einer krassen Fehlentscheidung eingreifen.“

Am Beispiel des Spiels in Mainz erläuterte der Sportvorstand der Königsblauen, was genau ihn momentan stört. „Eine krasse Fehlentscheidung ist, wenn 99 von 100 Leuten bei einer Entscheidung aus den Wolken fallen. Bei der ersten Elfmeterszene darf der VAR nicht eingreifen, denn es war keine krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters, den Elfmeter nicht zu geben“, so Schneider. Umgekehrt sei es kurz vor der Pause bei Elfmeter Nummer zwei gewesen. „Da muss er eingreifen, weil das eindeutig kein elfmeterwürdiges Foul ist – macht er aber nicht.“

Abseits von Schneiders Bemängelung, dass im Bereich Videoschiedsrichter zu viel Willkür herrsche und eine klare Regelung fehle, macht ihm der Gesamtauftritt von S04 beim Liga-Schlusslicht Mut. „Das Spiel stimmt uns zuversichtlich. Wir sind wieder da, und wir sind wieder in der Lage, Bundesligaspiele zu gewinnen“, zeigte er sich überzeugt.

Die nach wie vor andauernde Serie von nunmehr 23 Ligapartien ohne Sieg spielt für Schneider keine Rolle. „Ich verstehe, dass das immer thematisiert wird. Aber mir geht es nicht um Serien, sondern um unsere Leistung. Wir sind zuletzt sehr wichtige Schritte in die richtige Richtung gegangen“, so der Sportvorstand des FC Schalke. 

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11.11.2020 - 19:20 - Schalker1965

11.11.2020 - 13:32 - easytrump

Immer die gleiche Leier von den bösen Schiris, die Schalke verpfiffen haben. Alles Unsinn! Wer es nicht schafft, gegen den Tabellenletzten aus dem Spiel heraus ein Tor zu erzielen und am Ende sogar ein Eigentor benötigt, um überhaupt ein glückliches Pünktchen mitzunehmen, hat keinen Sieg verdient und wird am Ende vermutlich absteigen. So schaut's aus. Die Realitätverweigerer und Verschwörungstheoretiker wie du sollen nur weiter an bessere Zeiten glauben. Die werden mit den derzeitigen Pfeifen in Vorstand und Aufsichtsrat aber nicht kommen.

11.11.2020 - 13:32 - easybyter

@dr. breitner
Es muss einfach deshalb in den Fokus gestellt werden, weil Schalke in dem Spiel so klar benachteiligt wurde, dass es für mit schon skandalös ist. Es wurde Zeit, dass Schneider das einmal thematisiert. Man kann sich das nicht immer stillschweigend bieten lassen. Niemand hat nach Ausreden gesucht, die Mängel im Spiel sind klar angesprochen worden und das ist das gute Recht der Verantwortlichen und auch ihre Pflicht. Jetzt wird wieder nach vorn geschaut und weiter gearbeitet. Es war auch klar in der Sache berechtigt, das wurde so ziemlich von allen Experten bestätigt, auch von denen, die nicht unbedingt als Schalke affin gelten. Das Verhalten des VAR in dem Spiel trägt nicht gerade zur Akzeptanz dieser ohnehin umstrittenen Institution bei. Schneider hat das angemessen und ruhig vorgetragen und das ist 100 % richtig. Er macht in dieser verdamm schwierigen Zeit unter den ihm von anderen überlassenen Problemen einen verdammt guten Job, um den er wahrlich nicht zu beneiden ist.

10.11.2020 - 05:34 - dr. breitner

...ein Halbsatz nach dem Spiel dazu, dass man sich in dem Spiel benachteiligt gefühlt hat, hätte gereicht.
Das Thema jetzt so in den Fokus zu stellen, hilft niemandem schon gar nicht der Mannschaft und dem Verein S04.

10.11.2020 - 05:31 - dr. breitner

Der Zeitpunkt sich zu äussern ist einfach sehr unglücklich und lässt den Eindruck entstehen, man suche nach Ausreden.
Ob in der Sache berechtigt oder nicht, sei mal dahingestellt.

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09.11.2020 - 20:28 - S04Charly

@schalker1965.... das kann manchmal echt nicht ernst gemeint sein von dir. Wie kommst du darauf das J.S. hier so eindeutig der Schuldige sein soll???
Ganz ehrlich, das glaubst du nicht wirklich....
Zum einen ist es fast zu 100 % C.T. zuzuschreiben und seine glorreiche Idee C.H. zu installieren.
Die beiden haben uns das Berger Feld so umgegraben das in Kürze ganz Schalke reinpasst.... Schneider ist seit seinem Antritt nur Trümmer am wegräumen...und das er nicht so selbstbewusst Auftritt ist nur menschlich bei dem Umfeld...
Lediglich die jetzige Trainerauswahl sehe ich kritisch.... mehrfach habe ich geschrieben das es ein erfahrener Trainer benötigt.... der hätte auch die Niederlagen gegen Leipzig und Dortmund besser einzuordnen gewusst plus einige Transfers in der Sommerpause... aber da hingen wir schon am Tropf
Sorry aber
So sieht es aus...

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09.11.2020 - 18:22 - Schalker1965

Schneider steht als Sportvorstand u.a. aufgrund seiner grottenschlechten Transferpolitik und der daraus resultierenden sportlichen Krise massiv unter Druck, möglicherweise auch schon kurz vor seiner Entlassung. Nun tritt er die Flucht nach vorne an und beklagt sich über schlechte VAR-Leistungen bzw. über eine angebliche Benachteiliung. Dieser untaugliche Versuch, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, ist ebenso dilletantisch wie sein bisheriges gesamtes Wirken auf Schalke. Seit seiner Amtsübernahme geht es mit Schalke dramatisch den Bach runter und wird wohl, wenn keine Wunder geschieht, in der Zweitklassigkeit enden, vorausgesetzt wir bekommen für die 2. Liga überhaupt eine Lizenz bzw. müssen nicht vorher Insolvenz anmelden. Schneider hat Schalke sowohl wirtschaftlich als auch sportlich bis an die Grenze der Existengefährdung runtergewirtschaftet. Hier wäre der Spruch vor laufender Kamera berechtigt: "HERR SCHNEIDER, ES REICHT!"

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09.11.2020 - 14:18 - RWO-Oldie

Grundsätzlich glaube ich jetzt mal, dass kein Verein bewußt durch den Videoschiedsrichter benachteiligt wird. Mal trifft es den Verein mal den anderen.

Was aber ganz deutlich für mich ist, dass der Videobeweis in dieser Form den Fußball stört und fast nichts besser macht.
Die einzigen Entscheidungen, die aufgrund des Videobeweises bzw. durch intelligente Technik wirklich besser geworden sind, sind die Torlinientechnik und die Abseitslinien.

Wobei ich die Abseitsentscheidungen oftmals rein technokratisch sehe. Ob nun die Ferse, die Kniescheibe oder die Nasenspitze im Abseits war, dadurch verschafft sich kein Spieler einen Vorteil - aber das ist wenigsten eindeutig darstellbar.

Alle anderen Entscheidungen werden entweder - wie früher - von Menschen auf dem Platz entschieden oder eben zusätzlich durch Menschn in irgendeinem Keller.
Eins ist aber so sicher, wie das Amen in der Kirche: Irren ist menschlich.

Und solange Menschen entscheiden, wird es Diskussionen geben. Die zusätzlichen Diskussionen durch den Videobeweis braucht kein Fußballer und auch kein Fußballfan. Die zerstören Vieles, was den Fußball zum Kulturgut macht: Die spontanen Emotionen.

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09.11.2020 - 14:14 - S04Charly

Es sind im Endeffekt noch ein zwei mensch zur Entscheidungsfindung hinzu gezogen worden und die Möglichkeit das sich einige die Szenen am Bildschirm anschauen dürfen....
Wenn man dann den zweiten Elfmeter und den Trikot Test gegen Pacencia nimmt fragt man sich schon wie dann doch die Sachen gesehen werden wie sie dann immer wieder zur Diskussion stehen.
Ich jedenfalls habe hunderte weitaus geringere Berührungen auf dem Schirm die gaaaaanz klare elfer wurden....
Egal. Unseren Abstieg mache ich dann trotzdem nicht daran fest... ich schwöre....

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09.11.2020 - 13:50 - Gemare

Schneider hat Recht,das er sich über die ein oder andere Entscheidung aufregt.Klar war der zweite Elfer ein Witz.
Aber ich schätze Köln so ein ,das sie ,je mehr sie kritisiert werden,auch immer sturer werden.Bei Schalkespielern sehen sie immer mehr,als wirklich was war.
Ich bin aber auch der Meinung das die Spieler cleverer in die Zweikämpfe gehen können.
Ich halte mich auch daran hoch das in dem Spiel die Schalker Fortschritte gezeigt haben! Aber wenn nicht beim Tabellenletzten...... wo dann?

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