Der Schalker Eurofighter Olaf Thon kritisiert die Leistung der Königsblauen gegen den BVB:

Nach Derbypleite

Schalke: Olaf Thon warnt vor "freiem Fall"

Melanie Meyer
18. Mai 2020, 11:22 Uhr
Olaf Thon war mit der Schalker Leistung im Derby beim BVB alles andere als einverstanden. Foto: firo

Olaf Thon war mit der Schalker Leistung im Derby beim BVB alles andere als einverstanden. Foto: firo

Der Schalker Eurofighter Olaf Thon kritisiert die Leistung der Königsblauen gegen den BVB: "Sportlich nichts für die Bundesliga-Werbung getan."

Olaf Thon hatte es am Wochenende nicht leicht. Da machte die ganze Bundesliga Werbung für den deutschen Fußball, zeigte, dass sportliche Leistung trotz der Corona-Hygienregeln der DFL möglich ist - nur sein Ex-Klub, der FC Schalke 04, ging im Revierderby bei Borussia Dortmund sang- und klanglos mit 0:4 unter.

Kritik auch an Schalke-Torwart Schubert

Der FC Schalke 04 hat beim Re-Start sportlich wenig bis gar nichts zur Werbung für die Bundesliga beigetragen", schreibt der Eurofighter, der 1997 mit den Königsblauen den Uefa-Pokal gewonnen hatte in seiner Kolumne für den Kicker. Da Schalke durch die Pleite in Dortmund nun von Rang sechs auf Rang acht abrutschte, warnt der 1990er-Weltmeister Thon: "Dies darf jetzt nicht in einen freien Fall ausarten!"

Thon machte in dem zum ersten Mal ohne Zuschauer ausgetragenen Derby dieselben Probleme in der Mannschaft von Trainer David Wagner aus, unter der sie auch schon vor der Corona-Pause gelitten hatte - "und zwar in allen Mannschaftsteilen". Auch den erneut patzenden jungen Torwart Markus Schubert (21) verschonte der 54-jährige gebürtige Gelsenkirchener in seiner Generalkritik nicht: Er würde sich wünschen, "dass er eine insgesamt coolere Körpersprache an den Tag legt - vor allem, nachdem er ein Tor kassiert hat, das er maßgeblich verursacht hat".

Verständnis für Aufkeimen der Ausgliederungs-Diskussion

Weil Thon aus langjähriger Verbundenheit mit dem Klub weiß, wie die Mechanismen auf Schalke funktionieren, wundert es ihn auch nicht, dass nun durch den Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies das Thema Ausgliederung der Profi-Mannschaft wieder aufs Tableau kommt. Seine Ansicht: "Auf Schalke war man immer stolz darauf, ein eingetragener Verein zu sein. Ich bin dennoch der Meinung, dass immer alles auf den Tisch gehört." Auch Olaf Thon weiß aber auch, dass eine Ausgliederung keine schnelle Nummer ist, sondern nur mit der Zustimmung der Mitglieder möglich ist.

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19.05.2020 - 23:24 - Bayerischschalke

@easybyter
Sehe ich genauso, keine Frage.
Natürlich wären die Qualispiele sehr nervig und auch störend, aber da müssten sie eben mal durch, um die Kasse etwas aufzubessern.
Richtig ist auch, wenn sie weiter so spielen wie gegen Dortmund, oder in der Rückrunde bis zur Unterbrechung, wird man froh sein können, nicht noch ganz unten rein zu rutschen, Dank der Vorrunde.
Ich habe aber die Hoffnung, dass die nächsten 3 Spiele irgendwie erfolgreich werden können und es dann wieder freundlicher wird. Hier sind natürlich in erster Linie die Trainer gefordert, dafür sind sie da. Ansonsten haben wir auch ganz schnell wieder eine Trainer Diskussion, was ich nicht möchte. Der Kader ist sicherlich nicht besonders gut, aber für Platz 6-7 ist er auch nicht so schlecht. Ich bin da recht zuversichtlich....
Größere Sorge macht mir die nächste Saison, aber auch hier traue ich Herrn Schneider und seinen Leuten gute Lösungen zu.
Ich bin jetzt rund 50 Jahre Schalke Fan, richtig ruhig war es doch eigentlich nie... und weniger gute Zeiten gab es doch auch schon häufiger.... wird schon wieder...

19.05.2020 - 11:41 - easybyter

@Baerischschalke
Klar kann der 7. Platz für die EL reichen, aber 1. bedeutet das endlose Qualifikationen und 2. wird Schalke mit der Einstellung, die die Truppe gegen Dortmund gezeigt hat, nie und nimmer auf Platz 6 oder 7 landen. So werden die nach unten durchgereicht, haben lediglich genügend Punkte geholt, um nicht in den Abstiegstrudel zu geraten. Mal sehen, ob da gegen Augsburg eine Reaktion kommt. Wenn die da nicht die 3 Punkte holen, können sie die Saisoon abhaken.

18.05.2020 - 19:27 - Bayerischschalke

Ich hatte mich hier zu früheren Zeiten schon häufiger darüber beklagt, daß von den Alt Schalkern, die immer noch eine gewisse Nähe zum Verein haben, nie Probleme rechtzeitig angesprochen wurden, immer erst hinterher, wenn schon alles vorbei war, kamen sie mit ihren schlauen Kommentaren aus dem Loch. Insbesondere Olaf Thon. Daher freue ich mich jetzt darüber, dass Olaf Thon diese Sachen mal anspricht, für seine Verhältnisse sogar ziemlich klar. Hoffentlich wird das auch im Verein gelesen.
Er hätte aber auch den Trainer etwas klarer ansprechen dürfen. Ich habe überhaupt nichts gegen Wagner, nur seine Offensiv Aufstellungen und Wechsel in der Offensive, die kann ich meistens nicht nachvollziehen.
Gut, so viele Möglichkeiten hat er nicht und Qualität noch weniger zur Verfügung.
Wenn ich aber Matondo bringe, dann aber doch bitte als Aussenstürmer, dazu Kutucu statt Burgstaller und Raman auf links lassen. Dann könnte man mal von einem Angriff reden.
Ich glaube, auch der 7. Platz könnte am Ende für die EL reichen. Es wäre fahrlässig, diese Möglichkeit zu verschenken. Nur Tore bräuchten wir mal wieder. Vielleicht in den nächsten 3 Spielen mal mit einem richtigen Angriff....

Beitrag wurde gemeldet

18.05.2020 - 17:54 - gerdstolli

@easybyter
Das ist auch für mich unerklärlich. Kann man den Spielern nicht vermitteln, dass sie für einen Verein spielen, der in einem Gebiet von Malochern und emsigen Arbeitern ansässig ist, spielen, oder ist die Selbstzufriedenheit schon so groß, dass es dafür vom Trainer und den Betreuern keine Argumente mehr gibt, oder spielen in der Mannschaft zu viele Spieler, die nur auf das mtl. Salär schauen.
Ich kann es mir eigentlich nicht erklären. Sie sollten mal nach Mainz oder Union Berlin schauen, da wird gefightet und ich glaube, der durchschnittliche Verdienst ist bei diesen Klubs bei weitem geringer als auf Schalke!

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18.05.2020 - 14:44 - easybyter

Wenn Schalke auf Dauer im oberen Drittel der Tabelle mithalten will, muss die Profi-Abteilung ausgegliedert und müssen zahlungskräftige Partner gefunden werden. Das hat aber nichts mit dem blamablen Auftritt gegen Dortmund zu tun. Man schaue einmal, wie Berlin gegen die Bayern oder gar Freiburg in Leipzig aufgetreten sind. Da war Mum und Kampfgeist zu erkennen. Die Schalker jedoch haben alle Tugenden vermissen lassen. gaben den Dortmundern Räume, die natürlich von einer solchen Truppe genutzt werden und dazu kamen noch individuelle Fehler. Wenn Dortmund nach dem 3:0 nicht einen Gang herunter geschaltet hätte, wäre die Niederlage noch deutliche ausgefallen. Wenn man gegen besser besetze Mannschaften etwas holen will, muss man bereit sein, an seine Grenzen zu gehen. Davon war die gesamte Truppe meilenweit entfernt. Mit dieser Einstellung wird man auf die unteren Plätze durchgereicht und kann noch froh sein, dass die bereits erreichten 37 Punkte einen Abstieg verhindern. Ich verstehe absolut nicht, wieso Schalke sich immer wieder solche Phasen und solche Spiele leistet.