Während Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 aktuell kriselt, bangt ein ehemaliger Spieler um einen historischen Bundesliga-Rekord. Tomasz Hajto kassierte in der Bundesliga-Saison 1998/1999 im Trikot des MSV Duisburg 16 Gelbe Karten.

Schalke/MSV

Ex-Profi Tomasz Hajto bangt um seinen "Gelbsucht"-Rekord

25. Mai 2020, 10:05 Uhr
Tomasz Hajto sah in seiner Bundesliga-Karriere 73 Mal die Gelbe Karte. Foto: firo

Tomasz Hajto sah in seiner Bundesliga-Karriere 73 Mal die Gelbe Karte. Foto: firo

Während Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 aktuell kriselt, bangt ein ehemaliger Spieler um einen historischen Bundesliga-Rekord. Tomasz Hajto kassierte in der Bundesliga-Saison 1998/1999 im Trikot des MSV Duisburg 16 Gelbe Karten.

Tomasz Hajto (47) verbrachte rund ein Jahrzehnt in der Fußball-Bundesliga. Er spielte drei Jahre für den MSV Duisburg, vier Jahre auf Schalke und eine Saison beim 1. FC Nürnberg. In acht Bundesliga-Spielzeiten sammelte er sage und schreibe 73 Gelbe Karten. 

Das zweite Jahr des Polen in Deutschland ging in die Bundesliga-Geschichtsbücher ein. Als eisenharter Innenverteidiger des MSV Duisburg kassierte Hajto in der Spielzeit 1998/1999 satte 16 Gelbe Karten - Rekord! Rund 20 Jahre später, sieben Spieltage vor Ende der Saison 2019/2020, bangt der populäre "Gianni" Hajto um seinen "Gelbsucht"-Rekord.

Denn Klaus Gjasula, Kapitän des SC Paderborn, kassierte in der laufenden Serie schon 14 Gelbe Karten. Dem Albaner bleiben noch sechs Spiele (unter Berücksichtigung einer Sperre nach 15 Verwarnungen), um Hajtos Rekord zu "knacken". Zum Vergleich: Zu diesem Zeitpunkt der Saison hatte Hajto damals erst zwölf Gelbe Karten gesehen.

Hajto über seinen Rekord: "Das lag an der Spielweise des MSV Duisburg"

RevierSport hat am Montagmorgen mit Tomasz Hajto telefoniert. Der in der Nähe von Krakau wohnhafte ehemalige Abwehrspieler des FC Schalke 04 und MSV Duisburg ist seit Jahren in seiner Heimat als Bundesliga-Experte beim TV-Sender "Polsat Sport". Dass sein Bundesliga-Rekord in Gefahr ist, nimmt Hajto lächelnd zur Kenntnis. "Ja, das weiß ich natürlich. In Polen wird auch schon darüber diskutiert. Es ist zwar kein Rekord, wofür man eine Medaille oder einen Pokal erhält, aber man steht in den Büchern der Bundesliga. Deshalb würde ich diesen Gelbe-Karten-Rekord schon gerne behalten", sagt Hajto.

Der 47-jährige Familienvater ergänzt: "Ich glaube, dass Gjasula aber auf einem guten Weg ist mir den Rekord streitig zu machen. Er hat ja noch einige Spiele. Vielleicht wird er dann am Ende, falls ihm noch eine Gelbe Karte fehlt, doch noch einmal am Trikot des Gegners zupfen. Aber 20 Jahre hat mein Rekord gehalten - nicht schlecht."

Hajto sorgt sich um den FC Schalke 04

Auch wenn Hajtos "Gelbsucht"-Rekord aus seiner Duisburger Zeit stammt, schlägt sein Herz für Königsblau. Auf Schalke verbrachte er fünf tolle Jahre und gewann unter anderem den DFB-Pokal. "Eine wunderbare Zeit", erinnerte sich Hajto schon vor zehn Jahren im großen RevierSport-Interview.

Dass es auf Schalke aktuell sportlich überhaupt nicht läuft und die Gelsenkirchener seit neun Ligaspielen auf einen Sieg warten, bereitet Hajto Sorgenfalten. Er glaubt den Grund für die Misere zu kennen. "Es fehlen einfach Typen. Es fehlen Spieler, die mal ein Zeichen setzen, die den ganzen Karren ziehen", sagt er und ergänzt: "Ich will gar nicht mehr zu den alten Zeiten zurückkehren, aber wir hatten damals Jungs wie Olaf Thon oder Mike Büskens in der Mannschaft, die haben uns schon zu verstehen gegeben, was wir machen müssen, wenn es nicht gut lief. Solche Figuren fehlen Schalke heute."

Trainer David Wagner hält Hajto für den richtigen Mann auf Schalke. "Der Verein hat in den letzten Jahren alle möglichen Trainertypen ausprobiert: alt, jung, erfahren oder unerfahren. Daran kann es ja nicht liegen. Wagner ist ein guter Trainer. Die Spieler müssen sich hinterfragen. Es kann nicht sein, dass Du 0:4 im Derby in Dortmund verlierst und eine Woche später Augsburg kommt und dich 3:0 auf Schalke besiegt. Da muss man sich zweifelsohne die Charakter-Frage stellen", betont Hajto.

Er ergänzt: "Die Spieler haben Glück, dass sie gegen Augsburg vor leeren Rängen verloren haben. Ansonsten hätten die Fans schon auf ihre Art und Weise reagiert und ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck gebracht. Zurecht." Hajto weiter: "Trotz der Krise ist Schalke noch an Platz sechs dran. Ich hoffe, dass die Mannschaft schon in Düsseldorf die Kurve kriegt und siegt. Schalke gehört nach Europa. Ich will Schalke wieder international sehen." Für  eine Europapokal-Teilnahme des FC Schalke 04 würde Tomasz Hajto wohl auch seinen "Gelbsucht"-Rekord an Klaus Gajsula abgeben

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