S04

Schalke - Mainz: Brisantes Wiedersehen mit Heidel

04. März 2021, 12:28 Uhr
Foto: firo

Foto: firo

Wenn es ein Spiel der allerletzten Chance gibt, dann ist es dieses. Schalke 04 empfängt mit dem neuen Trainer Dimitrios Grammozis Mainz 05 und seinen ungeliebten Ex-Manager Christian Heidel.

Christian Heidel kann froh sein, dass dieses Schalke-Spiel des allerallerletzten Strohhalms ohne Fans stattfindet. Beim Debüt von Dimitrios Grammozis, dem fünften Trainer der Königsblauen in einer absurd chaotischen Saison, ist Heidel mit dem FSV Mainz 05 zu Gast - der Mann, von dem sie in Gelsenkirchen sagen, er habe den gigantischen Scherbenhaufen, in dem sich seitdem alle die Füße blutig treten, maßgeblich mit zu verantworten.

Heidel, der Architekt des Untergangs? Vor dem brisanten Wiedersehen am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) wäscht der frühere Schalker und jetzige Mainzer Sportvorstand seine Hände in Unschuld. Dabei hat er 160 Millionen Euro für die Mannschaft ausgegeben, die nun ungebremst auf die 2. Liga zurast. Die Liste seiner teuren Transferflops ist lang.

„Nach mir wurden viele Spieler gekauft, Trainer gewechselt und Strukturen verändert. Zehn Monate nach meinem Abschied war Schalke Dritter in der Bundesliga, und alle waren voller Euphorie“, sagte Heidel der Sport Bild. „Da kam keine Kritik, alles war prima. Dann erst begann die Talfahrt.“

Angesichts von 26,5 Millionen Euro für Breel Embolo, der dann für einen Bruchteil an Borussia Mönchengladbach verscherbelt wurde, wirkt das auf viele Schalker wie Hohn. Da wären ja auch noch 19 Millionen für den später mehrfach suspendierten Nabil Bentaleb, 16 für Sebastian Rudy, der längst wieder für die TSG Hoffenheim spielt, oder neun Millionen für das vermeintliche Supertalent Rabbi Matondo, das nun in der zweiten englischen Liga kickt.

Heidel (57), der Schalke im März 2019 verließ, wehrt sich gegen eine einseitige Sichtweise. „Ja, es hat nicht jeder Transfer gepasst. Aber 2018 waren wir Vize-Meister. Wir haben Champions League gespielt, den höchsten Umsatz und den höchsten Gewinn aller Zeiten gemacht“, sagte er. Ganz Schalke habe gefeiert: „Wir waren auf dem richtigen Weg.“

Christian Heidel hat sich nach dem kraftraubenden Abenteuer Schalke eine Auszeit genommen

Heidel kann für sich reklamieren, dass seine Nachfolger es auch nicht besser gemacht haben, teils sogar noch schlimmer. Und doch hat er Schalke 04 einen großen Teil der Gewichte umgehängt, die den Traditionsklub scheinbar unaufhaltsam in den Abgrund ziehen.

Es ist an Grammozis, die Schalker irgendwie von dieser Last zu befreien. Entweder jetzt, was unwahrscheinlich bis unmöglich erscheint, oder eben nach der Abwicklung eines Abstiegs in Würde. Er sei „voller Überzeugung“, betonte Grammozis, „das ist kein normaler Verein, das ist keine normale Aufgabe.“ Wohl wahr.

Christian Heidel hat sich nach dem kraftraubenden Abenteuer Schalke eine Auszeit genommen. Kurz vor dem Jahreswechsel kehrte er als großer Hoffnungsträger nach Mainz zurück, wo er vor seinem Abschied rund ein Vierteljahrhundert lang die Geschicke äußerst erfolgreich bestimmt hatte. Und siehe da: Es gibt eine Aufbruchsstimmung. Nur ein Punkt trennt die Mainzer von Rang 15 - für Schalke sind es neun.

„Wir sind zufrieden, dass wir den Umschwung geschafft gaben“, sagte Heidel: „Aber es gibt keinen Grund, sich auf die Schulter zu klopfen. Wir sind auf einem Abstiegsplatz.“ Die Schalker würden dennoch jederzeit tauschen. sid

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren

05.03.2021 - 02:31 - vomFlankengott

@ Gemare

Der Totengräber von Schalke ist der, der Heidel UND Schneider auf Schalke begrüßt hat. DAS war nämlich die Voraussetzung, das diese beiden Dilettanten ihr Unwesen überhaupt treiben konnten. Weil das die meisten Schalker bis heute noch nicht gerafft haben, schaut's auf Schalke so aus wie's aussieht. Gute Nacht!

04.03.2021 - 18:49 - S04Charly

Morgen werden selbst bei den besonnen die fetzen fliegen, es wir im Vip zu Ärger kommen 100 Brot....

Beitrag wurde gemeldet

04.03.2021 - 14:30 - Branco Oblac

Leider hat man zu spät gemerkt, daß Heidel mit der Aufgabe in Schalke total überfordert war. Manchmal wirkt dann im Fussball ein Scherbenhaufen noch lange nach.

Ob er es beim "kleinen" Mainz besser kann, bleibt abzuwarten. Ich sehe die positiven Mainzer Jahre eher in Verbindung mit den Trainern Klopp und Tuchel, die dem Verein ja aus dem eigenen Nachwuchs quasi in den Schoß gefallen sind.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

04.03.2021 - 13:59 - soso

Völlig falscher Ansatz ... mare:

Ja Heidel war in GE überfordert. In Mainz ticken die Uhren aber anders. Und da paßt dann seine
Arbeitsweise optimal !!! Da darf man auch mal ab- und aufsteigen.
Dann darf am Rhein so richtig gefeiert werden !!!

Und das kann Schalke auch. Denn sie sind bereits einige male abgegangen.
Der Untergang sind aber 18 aus dem überschätzten Hühnerhaufen, die 0,0 Leistung bringen.
Folglich stimmen die Ergebnisse nicht und der Abstieg kommt zurecht.

meine prognose: Ende April ist es aus.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

04.03.2021 - 13:49 - Ruhrperle

Was für ein manipulativer, reisserischer Artikel ! Wen hat der denn diktiert ?
Es ist immer ganz einfach einfach , EINEM die Schuld zu geben am Untergang !
Vielmehr sollte das Umfeld überlegen , warum Top-Fußballer ,die in ihren Vereinen und z.T. auch in der NM Leistungsspieler waren , auf SCHALKE EINGEBROCHEN sind...
Kaum weg von Schalke , BLÜHTEN SIE IN DEN AUFNEHMENDEN VEREINEN wieder auf !
Beispiele : Embolo , Rudy, Uth , Burgstaller...
Die Liste ist nicht komplett, die Fans kennen bestimmt noch mehr ...
Bau und Finanzierung der Veltins Arena in Eigenregie (ohne Eigenkapital, sozusagen auf Schulden aufgebaut) , der Druck ,aus finanziellen Gründen erfolgreich im Europa- Fußball zu sein , lastete wie ein schwerer Mühlenstein um den Hals des Vereins ...
Wie sah das Gehaltsgefüge auf Schalke VOR Heidel aus ?
Die Spieler verdienten bestimmt nicht wenig !
Und der Schalker Nachwuchs aus der Knappenschmiede(Sane, Kehrer u.a.) ? Konnte S04 deren Forderungen noch erfüllen ?
Wenn S04 kein Geld dafür hatte, blieben doch nur Notverkäufe übrig (England,Spanien...)!
Denkbar ist doch auch , dass die jungen Spieler London ,Paris, Madrid usw. schöner und beeindruckender finden als GE-Ückendorf
und lieber dort leben und spielen wollen !

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.

Beitrag wurde gemeldet

04.03.2021 - 13:18 - Gemare

Ich hoffe er holt auch mal völlig überteuerte Spieler nach Mainz und stattet sie mit Megagehältern aus!
Wenn er doch fast alles richtig gemacht hat, warum ist er abgehauen?
Schade das keine Zuschauer da sind!!! Da hätte man den Totengräber anständig begrüßen können.

Dieser Beitrag wurde von der Redaktion überprüft und nicht als Verstoß eingestuft.