Rüdiger

Traditionsmasters

Schalke-Legende Abramczik würde Nübel auf die Tribüne setzen

Christian Hoch
05. Januar 2020, 14:40 Uhr
Foto: Michael Gottschalk

Foto: Michael Gottschalk

Rüdiger "Abi" Abramczik (63) ist eine echte Legende des FC Schalke 04. Beim 15. NRW-Traditionsmasters will er als Trainer der Schalker Traditionself weit kommen. Mit dieser Redaktion hat er am Rande des Turniers unter anderem über den Wechsel von Alexander Nübel zum FC Bayern München gesprochen.

228 Spiele, 55 Tore, gebürtig aus Gelsenkirchen: Rüdiger "Abi" Abramczik ist ein Schalker Junge, Publikumsliebling und tief verwurzelt mit seinem Herzensklub. Auch die Meinung vom "Flankengott aus dem Kohlenpott" hat bei den Anhängern des FC Schalke 04 noch immer Gewicht, weil er zumeist klare und deutliche Worte findet. So überrascht es auch nicht, dass sich der Trainer der Schalker Traditionsmannschaft deutlich zum Wechsel von Alexander Nübel zu Bayern München geäußert hat.

Gegenüber dieser Redaktion sagte Abramczik zum Nübel-Wechsel: "Er hat sich für Bayern entschieden, das muss man dann so akzeptieren." Viele Schalke-Fans nehmen dem 23 Jahre alten Torhüter jedoch übel, dass er den Verein ablösefrei und nach einer monatelangen Hängepartie verlässt. Die Kapitänsbinde hat Nübel schon verloren. Auch Abramczik ist enttäuscht: "Ich finde, dass der Verein jetzt vielleicht auch mal ein Zeichen setzen muss. Nach dem Motto: Pass auf, so geht es nicht. Du kannst uns nicht hinhalten und dann doch weggehen. Meine Meinung ist: Dann sollen sie ihn halt auf die Tribüne setzen. Das tut mir dann zwar auch leid für den Jungen, aber es hat es für sich so entschieden."

Abramczik versteht Nübel-Wechsel nicht

Auf Nachfrage ergänzte der türkische Pokalsieger von 1984/85: "An seiner Stelle wäre ich nicht gewechselt, sondern hätte noch drei Jahre auf Schalke gespielt und weiter Erfahrungen gesammelt. Dann hätte er immer noch zu Bayern wechseln können. Und dann hätte auch Manuel Neuer aufgehört. Jetzt glaube ich, dass Neuer fit genug ist und auch in München bleiben wird." Ungeklärt ist derzeit noch, wie S04 mit dem Fall Nübel weiter umgehen wird. Einvernehmlich sei die Entscheidung gefallen, ihn als Kapitän abzusetzen und Omar Mascarell zum neuen Spielführer zu ernennen. Wer allerdings dauerhaft die Nummer eins im Schalke-Tor sein wird, ließ Trainer David Wagner noch offen.

Abramczik sieht Markus Schubert, der Nübel bereits wegen seiner Rotsperre zwei Spiele vertreten hat, als gute Alternative: "Wir haben mit Markus Schubert einen guten Ersatz und verschlechtern uns mit ihm nicht." In Bezug auf mögliche Fan-Reaktionen bezüglich des Nübel-Wechsels im Stadion sagte Abramczik noch: "Es kommt darauf an, wie der Verein jetzt mit der Situation umgeht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Fans begeistert sind, wenn man Nübel wieder ins Tor stellt."

Traditionsmasters - Abramczik will mit Schalke weit kommen

Beim diesjährigen NRW-Traditionsmasters bildet Abramczik gemeinsam mit Klaus Fichtel und Olaf Thon das Trainergespann der Schalker Traditionself - und will weit kommen: "Wir wollen immer so weit wie möglich kommen. Es ist ja Sonntag, da sollten wir eigentlich alle bei der Familie sein. Wenn wir aber dann so ein Turnier spielen und das opfert, dann sollten wir schon schauen, dass wir etwas erreichen." Im vergangenen Jahr scheiterte Königsblau erst im Finale an Rot-Weiß Oberhausen.

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06.01.2020 - 18:16 - fubafan

Die Causa Nübel zeigt, dass Schneider nach Assauer nur der nächste tranige Söldner auf Managerebene (und damit Marionette von Tönnies) ist, dem es mit Blick auf seine zukünftige Managerkarriere am wichtigsten ist, innerhalb der Branche und in den Medien einen guten Ruf zu haben und Lob von allen Seiten (insbes. von den Bayern und deren Hofberichterstattern) zu bekommen. Oder tritt Schneider vielleicht doch noch in die Fußstapfen eines Rudi Assauers, also steht für ihn Schalke wirklich an oberster Stelle und greift er endlich zum Wohle von Schalke 04 durch ohne Rücksicht auf sein eigenes Image?

Sollte Schneider nicht den Mut haben und Wagner mit der Entscheidung alleine lassen (so sieht es aktuell leider aus!), dann gehe ich davon aus, dass der Eurofighter Wagner den Mut hat, diese Entscheidung alleine zu treffen. Es kommt sportlich ja noch hinzu, dass das Wechseltheater sich ja bereits jetzt auf die Psyche und damit konkret auch auf die sportliche Leistung von Nübel ausgewirkt hat. Ich erinnere nur an seine beiden letzten Spiele in Leverkusen (spielentscheidender Fehler!) und gegen Frankfurt (Kung-Fu-Einlage!). Schubert dagegen hat in den letzten beiden Spielen gut gespielt, trotz enormen Drucks. Also auch rein sportlich ist so eine Entscheidung angesagt.

06.01.2020 - 18:15 - fubafan

Abramczik hat vollkommen Recht.

Und die Entscheidung, ihn auf die Tribüne zu setzen, müsste übergeordnet vom Sportvorstand Schneider getroffen werden. Ein Assauer hätte hier übrigens längst Verantwortung übernommen und so eine Entscheidung dem Trainer abgenommen und ihn nicht damit alleine gelassen. (Auch ein Zorc/Watzke oder Hoeneß/Rummenigge hätte so eine Entscheidung dem Trainer längst abgenommen und sie zum Wohle und im übergeordneten Interesse des Vereins getroffen.).

05.01.2020 - 23:03 - Alles für Schalke

Dieser Kommentar wurde entfernt.

05.01.2020 - 15:55 - Kuk

David Wagner, die Mannschaft und der gesamte Verein incl. Fans möchten sich für Europa qualifizieren.
Er wird den Torhüter aufstellen, mit dem er sich den größten Erfolg verspricht.
Ob ein aktuell (Hinrunde) sportlich beserer eingeschätzter Nübel oder andere Faktoren (Unterstützung des Publikums) leztlich denAusschlag geben,
weiß Wagner wahrscheilich selbst noch nicht. Mitentscheidend werden wohl auch die Leistungen von Schubert in den beiden nächsten Spielen sein.

05.01.2020 - 15:51 - Ruhrperle

Wie lange soll das denn so weitergehen mit Alexander Nübel ? Etwa neuer Roman geplant : Die unendliche Geschichte ..... ?
Würde man alle Schalker Legenden fragen ,würde das wohl ein dickes Buch ergeben ! Ein Wechsel war doch vorauszusehen !
Man sollte lieber einen Bericht schreiben über Inkompetenz , Naivität und Blauäugigkeit der Schalker Bosse, einschließlich D. Wagner.