Nach Schlägerei

Schalke hilft schwer verletztem City-Fan

27. Februar 2019, 22:34 Uhr

Foto: Firo

Nach einer Schlägerei am Rande des Achtelfinal-Hinspiels in der Champions League zwischen Schalke 04 und Manchester City (2:3) schwebt ein englischer Fußballfan weiter in Lebensgefahr. Hilfe gibt es von beiden Vereinen.

Auch rund eine Woche nach dem Zwischenfall vor dem Gästeblock der Veltins-Arena hat sich der Gesundheitszustand des 32-jährigen City-Fans noch nicht verbessert. Der Mann war nach Polizeiangaben bei einer Auseinandersetzung mit Schalke-Anhängern am vergangenen Mittwoch von einem Faustschlag getroffen worden und zu Boden gegangen. Bei diesem Sturz habe der Manchester-Fan ein massives Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Er wird weiter im Krankenhaus behandelt. Noch immer liegt er im künstlichen Koma.


Schalke-Sprecherin Anja Kleine-Wilde hat gegenüber der "WAZ" versichert, dass sich "beide Vereine um den verletzten Fan kümmern." Die Angehörigen des Engländers werden in Deutschland von Mitarbeitern der Schalker Abteilung Fanbelange betreut. "Der Verein steht in ganz engem Kontakt zur Familie des schwer verletzten britischen Fans", wird Kleine-Wilde zitiert.

Hugos-Mitglied sitzt in Untersuchungshaft

Unterstützung gebe es auch von Schalker Fans. Mehrere S04-Anhänger hätten laut Schalke-Sprecherin Kleine-Wilde ihre Hilfe angeboten: "Regelmäßig rufen uns Fans an oder schreiben, und fragen, wie sie dem Verletzten und seinen Angehörigen helfen können."

Der Verantwortliche für die Tat könnte inzwischen gefunden worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen mutmaßlichen Täter, der Mitglied der Schalker Ultras-Gruppierung "Hugos" ist. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die zuständige Staatsanwältin Sonja Hüppe erklärte gegenüber der "WAZ", dass sie noch nichts zur Motivlage wisse. Weitere Details zum Stand der Ermittlungen kommentierte sie nicht.

Die Polizei richtete unmittelbar nach der Tat eine Mordkommission ein suchte nach Zeugen des Vorfalls. Zudem sollte Videomaterial ausgewertet werden. Zeugen, die Angaben zum Tatgeschehen und/oder den Tätern machen können, werden aufgerufen, sich bei sachdienlichen Hinweisen unter den Rufnummern 0209/365-7112 (Kriminalkommissariat 11) oder - 8240 (Kriminalwache) zu melden. (mh)



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28.02.2019 - 10:56 - memax

@dhanz: Gerne nehme ich dir dein Eingangsstatement zur Gewalt ab. Der differenzierte Blick liefert aber eine andere Sichtweise als deine.

Die Mitglieder der Hugos wurden zum Gewaltverzicht aufgefordert, nicht die "Organisation". Und es hat sich in den letzten Jahren immer wieder gezeigt, dass diese Mitglieder allen Bekundungen zum Trotz hochgradig gewaltbereit sind. Darauf muss dann auch einmal ein Verein mit klarer Kante reagieren. Und genau das ist vor 3 Jahren nicht passiert und wird jetzt wieder nicht passieren. Die medienwirksame Show, dass man sich um den lebensgefährlich verletzten Fan kümmert, soll nur den Blick vom eigentlichen Versagen ablenken.

28.02.2019 - 09:16 - dhanz

@memax
Ohne Gewalt gutheißen zu wollen - aber da sollte man schon etwas differenzieren:

Wenn die Mitglieder der HUGOS eine Erklärung zum Gewaltverzicht unterschrieben haben, dann gilt das logischerweise nur für "Aktionen", die unter Federführung der HUGOS durchgeführt werden.

Wenn ein Mitglied der HUGOS quasi privat in eine Auseinandersetzung verwickelt wird und dann blöderweise zuschlägt, hat das mit dem Gewaltverzicht der Gemeinschaft "HUGOS" nichts zu tun.

28.02.2019 - 08:03 - memax

Frau Dr. Kleine-Wilde hat uns doch 2016 mit Ihrer Unterschriftenaktion begeistert. Da waren doch alle Hugo-Probleme gelöst. Was läuft denn da schief?

140 Mitglieder der "Hugos" wurden Mitte März 2016 zum Gewaltverzicht aufgefordert – ohne eine entsprechende schriftliche, namentliche Erklärung innerhalb von sieben Tagen drohte ansonsten Stadionverbot und Vereinsausschluss. Der Rücklauf, so Dr. Anja Kleine-Wilde im Jahr 2016, Leiterin Unternehmenskommunikation bei Schalke 04, habe positiv überrascht.