Bundesliga

Schalke: Hat da Costa seinen Wechsel zu S04 selbst verhindert?

Stefan Bunse
07. Oktober 2020, 20:14 Uhr
Danny da Costa war bei Schalke 04 im Gespräch. Foto: dpa

Danny da Costa war bei Schalke 04 im Gespräch. Foto: dpa

Die gesamte Transferperiode lang war der FC Schalke 04 auf der Suche nach einem Rechtsverteidiger. Lange galt Danny da Costa von Eintracht Frankfurt als Favorit. Laut der "Hessenschau" hat da Costa letzlich seinen Wechsel selbst verhindert, weil er gar nicht zu S04 wollte.

Noch eine neue Wendung im Fall Danny da Costa. Der 27-Jährige Abwehrspieler stand lange auf der Liste des FC Schalke 04. Dort sollte er die Planstelle des zurück zum FC Everton beorderten Jonjoe Kenny einnehmen. Mit Timo Becker hatten die Königsblauen nur noch einen Spieler im Kader, der die Rechtsverteidiger-Position von Haus aus bekleiden kann. Seine dauerhafte Bundesligatauglichkeit hat der Ex-Essener, der eher als Back-up geplant ist, zudem noch nicht nachgewiesen.

Hat da Costa sein Veto gegen einen Wechsel eingelegt?

Der Druck auf Sportdirektor Jochen Schneider stieg nochmals, als das Experiment von Ex-Trainer David Wagner mit dem inzwischen wieder zur TSG Hoffenheim abgewanderten Sebastian Rudy in den ersten beiden Saisonspielen bei Bayern München (0:8) und Werder Bremen (1:3) krachend scheiterte. Warum der Wechsel des in Frankfurt lange gesetzten da Costa zu den Knappen letztlich scheiterte, bleibt unklar.

Während die "Bild" schrieb, dass S04 die Kosten für die anvisierte Leihe nicht stemmen konnte, nennt nun die "Hessenschau" des Hessischen Rundfunks einen ganz anderen Grund. Die Vereine sollen sich angeblich über die Leihe bereits einig gewesen sein, als der Verteidiger, der zuletzt von Trainer Adi Hütter in der Stammelf nicht mehr berücksichtigt wurde, selbst sein Veto eingelegt hat.

Da Costa habe den Frankfurtern demnach mitgeteilt, dass er Eintracht Frankfurt in dieser Transferphase gar nicht verlassen wolle, sondern um seinen Platz im Team kämpfen wolle. Sein Vertrag bei den Adlern läuft ohnehin noch bis Sommer 2022.

Kilian Ludewig kam vom FC Barnsley

Der FC Schalke 04 reagierte schnell und verpflichtete am letzten Tag der Transferperiode leihweise Kilian Ludewig vom FC Barnsley für die Position. Trainer Manuel Baum kannte den 20-Jährigen, dessen Stammverein RB Salzburg ist, aus der U20-Nationalmannschaft, bei der er ihn als Trainer betreut hat. Am Donnerstag soll Ludewig beim Freundschaftsspiel gegen den SC Paderborn erstmals S04 zum Einsatz kommen.

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08.10.2020 - 14:47 - Majo2008

Wer nicht will, der muss auch nicht. Das ist alleine die Entscheidung eines Spielers.
Schalker Philosophie sollte sein, Spieler aus der Knappenschmiede in die erste Mannschaft zu integrieren und hungrige neue und Junge Spieler zu verpflichten, die sich mit dem FC Schalke identifizieren.
Momentan sehe ich zu viele Egoisten und Söldner bei Schalke. Den meisten dürfte es völlig egal sein, ob der Verein den Bach herunter geht und absteigt. Diese werden dann das sinkende Schiff verlassen und sich einen neuen Geldgeber suchen.
Diese Saison wird für Schalke die schwerste seit Jahrzehnten!

08.10.2020 - 11:29 - Spasssack

Interessiert mich nicht die Bohne, ob er zu Schalke wollte oder nicht. Wenn er nicht wollte, macht es keinen Schalker traurig, dass er in Frankfurt geblieben ist. Will der Autor uns sagen, dass Schalke nicht mal mehr attraktiv für Ersatzspieler anderer Vereine ist, dann sage ich: das ganze Fußballgeschäft heutzutage ist nicht attraktiv. Der ganze Kommerz! Das hat mit dem Fußball, mit dem ich groß geworden bin, nichts mehr zu tun.

08.10.2020 - 10:53 - Idefix a.D.

Moin, moin zusammen!

Leute mal ehrlich - sollte es so sein, dass der Spieler gesagt hat - " .... ich will da gar nicht hin" - was ist so schlimm daran? In Deutschland besteht lediglich das Recht auf Arbeit - aber kein Zwang. Sonst hätten wir auch keine Arbeitslosen auf dem "freien Markt"! ;--)

Wenn da Costa statt der Möglichkeit Fussballzuspielen und somit seinem Job nachzukommen ausschlägt, muss er sich auch Ende nicht wundern, wenn es dann in 1,2 Jahren vorbei ist mit dem Job Berufsfussballer. Aber, es wird sich immer ein Verein finden, der Spieler wie da Costa verpflichten wird. Insgesamt finde ich es aber auch lobenswert wenn ein Spieler sagt - nö, ich lass mich nicht einfach von a nach b oder c schieben, weil ich kein Stück "Vieh" oder sonst was bin - ich bin ein Mensch!

Keiner von uns kennt dazu die Gründe warum da Costa vllcht sein Veto eingelegt hat. Wenn es u.a. familiäre wären, würde das jeder verstehen, oder?

1848 blau-weiße Grüße

08.10.2020 - 10:22 - easybyter

Bild vermutet ... die Hessenschau vermutet .. alles Spekulationen und was soll das jetzt noch im Nachhinein? Das Transferfenster ist geschlossen und es ist doch müßig, darüber nachzudenken was einen möglichen Transfer verhindert hat. Jetzt ist erst einmal Ruhe, Schalke hat einen Rechtsverteidiger, ist den unwilligen Rudy los und kann jetzt in Ruhe mit dem Kader, der vorhanden ist, arbeiten.

08.10.2020 - 07:14 - Jack D.

Wer geht schon auf ein sinkendes Schiff ?
T. Becker hätte in Essen einen Tribünen Stammplatz

Beitrag wurde gemeldet

07.10.2020 - 20:33 - Schalker1965

"Seine dauerhafte Bundesligatauglichkeit hat der Ex-Essener, der eher als Back-up geplant ist, zudem noch nicht nachgewiesen."

Das ist auch schwerlich möglich, wenn er im Profikader keine Berücksichtigung findet. Kaum nachvollziehbar, wenn man gesehen hat, dass Rudy keine echte Alternative auf der RV-Position war. Gleiches gilt im Übrigen für das Nachwuchstalent Thiaw, dem als gelernten Innenverteidiger trotz Kabaks Sperre der äußerst formschwache Stambouli vorgezogen wurde. Wenn das Leistungsprinzip aber nicht mehr zählt, darf man sich nicht wundern, dass es auch innerhalb des Teams nicht stimmt. Ich ziehe durchaus Parallelen zur WM 2018, als Löw in gleicher Weise für die Misstimmung innerhalb der Mannschaft und somit auch für das schlechte Abschneiden der Nationalelf mitverantwortlich war. Jeder Spieler muss ein faire Chance bekommen, sich in die Mannschaft zu spielen. Das muss Baum hinbekommen und insbesondere einen fairen Wettbewerb der Spieler um die Plätze im Team fördern. Nur wenn jeder für jeden bedingungslos rennt und kämpft, wird man auch wieder auf die Erfolgsspur zurückkommen. Entscheidend ist, dass nicht nur die Elf auf dem Platz sondern möglichst der gesamte Kader zu einer eingeschworenen Einheit zusammenwächst.

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