Die Königsblauen stehen nach einem 4:1 über Fortuna Düsseldorf im Viertelfinale des DFB-Pokals. Fans feiern die ersten Tore mit Assauer-Sprechchören.

Gegen Düsseldorf

S04 feiert emotionales Weiterkommen

Thomas Tartemann
06. Februar 2019, 22:35 Uhr

Foto: firo

Die Königsblauen stehen nach einem 4:1 über Fortuna Düsseldorf im Viertelfinale des DFB-Pokals. Fans feiern die ersten Tore mit Assauer-Sprechchören.

Emotionaler geht es nicht. Beim 4:1 (1:0)-Sieg im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Fortuna Düsseldorf feierten Schalkes Fans die ersten beiden Tore ihrer Mannschaft mit lautstarken “Rudi Assauer”-Sprechchören. Der langjährige S04-Manager war am Mittwoch im Alter vor 74 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben. Sowohl die Schalker als auch die Düsseldorfer Profis liefen mit Trauerflor auf.

Schalkes Mannschaft wirkte trotz der traurigen Nachricht nicht geschockt, sondern hochkonzentriert. Kapitän Ralf Fährmann und seine Mitspieler brauchten allerdings trotz des abgeblockten Warnschusses von Mark Uth (3.) einige Minuten, um die Partie gegen die kampfstarken Landeshauptstädter komplett in den Griff zu bekommen. 


Nachwuchsstürmer Ahmed Kutucu, der vor wenigen Tagen seinen ersten Profivertrag bei den Königsblauen unterschrieben hatte, brachte die Königsblauen nach einer halben Stunde in Führung. Auf Vorlage von Nationalspieler Uth schoss Kutucu den Ball mit links wuchtig ins Fortuna-Gehäuse. Für den gebürtigen Gelsenkirchener Kutucu war der Treffer ein ganz besonderer Moment.

Düsseldorf antwortete auf den Rückstand mit einem Distanzversuch von Alfredo Morales, der allerdings zu hoch angesetzt war und Fährmann nicht in Bedrängnis brachte (35.). Brenzlig wurde es danach noch einmal im Fortuna-Strafraum. Torwart-Oldie Jaroslav Drobny hatte Glück, dass Mark Uth die scharfe Hereingabe von S04-Wintereinkauf Rabbi Matondo um wenige Zentimeter verpasste (39.).

Schalkes Trainer Domenico Tedesco ließ den emsigen Matondo zur Pause in der Kabine und brachte dafür Sebastian Rudy, um für mehr Stabilität im Defensivbereich zu sorgen. Binnen sechs Minuten machte Schalke den Deckel auf ein bis dahin ausgeglichenes Spiel. Der aufgerückte Innenverteidiger Salif Sané, zuletzt beim 0:2 im Punktspiel gegen Borussia Mönchengladbach noch mit einem unglücklichen Auftritt, staubte nach einem Eckball von Daniel Caligiuri aus drei Metern zum 2:0 gegen die Fortuna ab (48.). Zuvor hatte Droby einen Kopfball von Weston McKennie abgewehrt. 

Der Aufsteiger erholte sich von dem Tiefschlag nicht, sondern hatte große Mühe, sich zu sortieren. Schalke nutzte das eiskalt aus. Ein schneller Gegenzug von Rudy leitete das 3:0 ein. Ahmed Kutucu zog nach Rudys Vorarbeit aus zwölf Metern ab. Drobny parierte zwar, konnte aber gegen den Nachschuss des freistehenden Mark Uth nichts ausrichten (53.). Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel versuchte durch einen offensiven Doppelwechsel doch noch eine Trendwende herbeizuführen. Funkel brachte den polnischen Winter-Neuzugang Dawid Kownacki und Torjäger Dodi Lukebakio für die harmlosen Marwin Ducksch sowie Takashi Usami.

Funkel lag mit seiner Idee richtig. Nach einem Stockfehler von Ahmed Kutucu klingelte es plötzlich im Schalker Kasten. Der frühere Knappenschmiede-Spieler Kaan Ayhan passte auf Kownacki, der den Blick für den freistehenden Rouwen Hennings hatte. Ralf Fährmann konnte gegen den Schuss von Hennings nichts ausrichten – 3:1 (71.).

Nach dem vermeintlichen Schönheitsfehler zeigte sich, dass Schalke längst nicht die Souveränität besitzt, um Negativ-Erlebnisse im Spiel ohne weiteres wegzustecken. Düsseldorf spielte mit neuem Schwung. Dawid Kownacki fasste sich aus über 20 Metern ein Herz. Ralf Fährmann wehrte den Ball genau in die Mitte ab und musste dann gegen den Nachschuss von Stöger Kopf und Kragen riskieren, um das zweite Gegentor zu verhindern (76.). 

Kurz vor Schluss machte Salif Sané noch das 4:1 für Schalke.

Autor: Thomas Tartemann

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07.02.2019 - 11:53 - Gemare

Immer wenn Schalke mutig spielt,den Gegner schnell anläuft und sich nicht versteckt sind sie auch erfolgreich! Warum nicht öfter so ( zum Beispiel am Samstag bei den Roten) ! Wer sich da versteckt geht unter.Der Gegner von gestern hat es vorgemacht ,und die haben WIR geschlagen..Glückauf !

07.02.2019 - 11:10 - easybyter

"Nach dem vermeintlichen Schönheitsfehler zeigte sich, dass Schalke längst nicht die Souveränität besitzt, um Negativ-Erlebnisse im Spiel ohne weiteres wegzustecken." Einfach mal die gute Leistung stehen lassen kann Herr Tartemann wohl nicht. Schalke hatte nach dem 3:0 in den Verwaltungsmodus geschaltet und daher die Düsseldorfer wieder ins Spiel kommen lassen. Das Tor machte dann natürlich Kräfte frei und es kam zu unangenehmen 15 Minuten. Dass Schalke dennoch die Souverentät besitzt, um Negativ-Ergebnisse wegzustecken zeigt doch das 4:1. Tedesco hat daher in seiner Analyse zu Recht diese Phase kritisiert und wird sicher darauf noc eingehen. So ein Verwaltungsmodus ist oft der Anfang vom Ende und sollte nicht mehr in der Form passieren. Ansonsten hat Schalke den Gegner ganz gut beherrscht und dieses Mal auch die Chancen genutzt. Den Schatzmester wird es freuen, denn er kann 1,3 Mio kassieren.

07.02.2019 - 10:57 - Mike S04

Immerhin erreichten diesmal die Abschläge von Fährmann nicht den Gegner

07.02.2019 - 10:56 - Mike S04

solide Leistung und Ergebnis stimmt. Weiter so. Das beste Spiel in der Saison.

07.02.2019 - 08:43 - Herold

DAS Gegentor zum 3-1 war eine Blaupause vom 0-2 gegen die Fohlen vom Wochenende und zeigt deutlich an, das sich Fährmann seinen Platz auf der Bank redlich verdient hat !

07.02.2019 - 05:06 - Meysegeyer

@Thomas Tartemann

"Stockfehler" kann es nur geben, wo auch ein Stock ist - im Fußball also nicht, auch wenn viele Kollegen diesen Unsinn immer wieder schreiben, beziehungsweise sagen.