Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 spielte eine katastrophale Rückrunde - neun Punkte aus 17 Spielen - und hat vor der neuen Saison viele Baustellen. Auch auf der Torwart-Position. Nun meldet sich auch Ex-Keeper Holger Gehrke mit kritischen Worten.

"Problem selbst produziert"

Schalke: Ex-Keeper kritisiert Umgang mit Torhütern

29. Juni 2020, 12:20 Uhr
Holger Gehrke (links), hier mit Ralf Fährmann, war einst als Torwarttrainer beim FC Schalke 04 tätig. Foto: firo

Holger Gehrke (links), hier mit Ralf Fährmann, war einst als Torwarttrainer beim FC Schalke 04 tätig. Foto: firo

Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 spielte eine katastrophale Rückrunde - neun Punkte aus 17 Spielen - und hat vor der neuen Saison viele Baustellen. Auch auf der Torwart-Position. Nun meldet sich auch Ex-Keeper Holger Gehrke mit kritischen Worten.

Der FC Schalke 04 spielte eine tolle Bundesliga-Hinrunde. Doch im neuen Spieljahr und allen voran nach der Corona-Pause ging gar nichts mehr. Schalke war nicht wiederzuerkennen und machte sich in der Branche, nicht nur sportlich, sondern auch außerhalb des Platzes - zum Gespött.

Sportlich gesehen hatte Schalke viele Probleme. Angefangen auf der Torhüterposition. Zu dieser äußert sich nun Holger Gehrke (59), der einst zwei Jahre auf Schalke spielte und später rund drei Jahre Torwarttrainer bei S04 war. 

"Ich habe mich bis jetzt niemals öffentlich über meinen Lieblingsverein zu Wort gemeldet. Aber nach dieser Saison muss man sich zumindest die Frage stellen, ob das Torwartproblem nicht selbst produziert wurde? Warum wurde Ralf Fährmann nach vielen überragenden Jahren in seiner ersten Schwächephase direkt geopfert? Warum ist man dann nicht in der Lage Nübel frühzeitig zu binden? Warum hat man eigentlich einen 35-jährigen dritten Torwart ? Viele Fragezeichen. Glück auf", heißt es in einem Facebook-Post des gebürtigen Berliners.

Was Gehrke, der heute eine Fußballschule auf Mallorca leitet, mit seinem Post meint, liegt auf der Hand: Das Schalker Torwart-Problem begann eigentlich schon im vergangenen Sommer - mit dem Abgang von Ralf Fährmann. Er wurde trotz laufenden Vertrages bis Sommer 2023 degradiert und verließ Schalke in einem Leihgschäft zunächst Richtung Norwich City und dann Brann Bergen. Alexander Nübel übernahm die Rolle der einstigen Nummer eins im Schalker Tor.

Nübel sollte in dieser Saison 26 Bundesligaspiele (40 Gegentore) für Schalke bestreiten. Zu Beginn der Serie lief es auch hervorragend. Der 23-jährige gebürtige Paderborner war ein starker Rückhalt und rettete Schalke viele Punkte. Doch als sich die Gerüchte um seinen Wechsel zum FC Bayern München immer mehr verdichteten, patzte auch er. Er schien nicht mehr frei im Kopf zu sein.

Spätestens nach der Bekanntgabe des Wechsel im Januar 2020 war Nübel eigentlich Geschichte auf Schalke. Die Fans hatten ihn zu einer Art "persona non grata" erklärt. Fortan musste Nübel nicht nur die Bälle der Gegner parieren, sondern auch die Anfeindungen der eigenen Anhänger aushalten. Zu viel für den jungen Keeper. Er patzte mehrmals.

Markus Schubert durfte ins Tor - konnte aber auch nicht überzeugen. In neun Einsätzen kassierte der 22-jährige Schlussmann 18 Gegentreffer. Nach mehreren Fehlgriffen kehrte Nübel ins Tor. Zumindest hatte er fortan nur mit den Gegnern auf dem Rasen und nicht den Fans auf der Tribüne zu kämpfen. Den Geisterspielen sei dank.

Im Sommer kehrt nun der 31-jährige Ralf Fährmann zurück. Und dann gibt es ja noch den 35-jährigen Michael Langer - Nummer drei im Team. Er besitzt einen Vertrag bis Sommer 2021. Die Diskussion ums Schalker Tor wird weitergehen.

Hier lesen Sie alle Infos rund um den FC Schalke 04

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29.06.2020 - 19:20 - Stan56

Schon mal daran gedacht, dass zu einer Vertrags-Verlängerung mindestens zwei Seiten (plus der Berater) gehören...???

...wenn, dann hat bei Nübel Heidel den Fehler gemacht, nicht rechtzeitig zu verlängern!

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29.06.2020 - 13:44 - Juan1

Hallo!
@ NorbiNig
Du hast recht nur eines muss man dazu schon sagen, alle Ex Spieler die sich zu Wort gemeldet haben, hatten schlichtweg recht und noch etwas hatten sie: Als sie bei uns spielten haben Sie Charakter, Zusammenhalt und Willensstärke bewiesen. Nicht solche Lametierer wie wir sie jetzt haben. Die sogenannten "Leistungsträger" sind allesamt zwischen 10 und 12 Monaten verletzt und geniesen anscheinend diese Auszeit (mit einigen Ausnahmen). Und unser Trainerlehrling probiert und probiert und gratuliert allen Gegner ordentlich zu ihren Siegen über uns !!!!!!! zum fremdschämen. Herr Schneider ist nur lachend überall zu sehen. Ich an seiner Stelle würde mir Gedanken über die Situation bei uns (und die ist nicht zum Lachen) machen.
Die Torwartsituation hat nur der Trainer und Herr Schneider zu verantworten. Warum machte er mit Nübel keinen vorzeitigen Vertrag, warum verliehen sie Fährmann und warum ist ein 36 jähriger unsere Nr. 3 ???
Glück auf

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29.06.2020 - 13:44 - Schalker1965

Holger Gehrke legt den Finger in die Wunde und zeigt schonungslos auf, wie planlos auf Schalke die Kaderzusammenstellung erfolgt. Auch unter der Marionette Schneider (zur Erinnerung: kein erfahrener Sportvorstand, sondern ein Mann aus der zweiten Reihe von RB Leipzig) ist nichts besser geworden. Im Gegenteil: Weiterhin hat man junge Talente ziehen lassen (z.B. Goller, Reese). Eine Verlängerung mit Nübel ist auch Schneider nicht gelungen. Top-Spieler, die in der Rückrunde als Alternativen schmerzlich vermisst wurden, hat Schneider weit unter Wert verliehen (z.B. Fährmann, Rudy, Uth).

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29.06.2020 - 13:19 - NorbiNig

Jetzt haben uns alle Experten und vergangene Stars uns erklärt, waa falsch gelaufen und verkehrt gemacht worden ist.
Das wissen wir fans aber auch schon länger.
Nur egal wer es erzählt, es ist Vergangenheit!
Nicht zu ändern! Kein Zurückspulen möglich!
Alle die vergangenen Stars und Größen, wenn Ihr es besser könnt, einen Plan habt (der auch umsetzbar ist, meldet euch zur Mitgliederversammlung, lasst euch wählen, und helft das Schalke wieder Stark wird.
DAS würde uns helfen! Zurückgucken können wir selber, da brauchen wir kein Experten zu!

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