Schalke-Boss Tönnies gibt Heidel Rückendeckung

24.01.2019

Exklusiv

Schalke-Boss Tönnies gibt Heidel Rückendeckung

Foto: Firo

Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies spricht dem Sportvorstand sowie Trainer Domenico Tedesco im Gespräch mit dieser Redaktion das Vertrauen aus.

Was ein einziger Sieg bewirken kann, das zeigt sich gerade bei Schalke 04. Trainer und Mannschaft bereiten sich intensiv, dabei aber auch unverkrampft auf das Auswärtsspiel am Freitagabend (20.30 Uhr/Eurosport Player) bei Hertha BSC vor. Der Ball steht wieder im Fokus, nicht die Psyche. Die Spieler haben sich selbst den größten Druck genommen: Mit dem 2:1 gegen den VfL Wolfsburg zum Start der Rückrunde ist die Angst vor einer Niederlagenserie wie zu Saisonbeginn verflogen, stattdessen ließ sich die Hoffnung auf eine Klettertour in der Tabelle aufrechterhalten.


Das war ganz wichtig. Denn wenn Schalke seine Ziele zu verpassen droht, ist traditionell Alarm. Schon vor dem ersten Bundesligaspiel des Jahres 2019 berichtete die Bild-Zeitung, Sportvorstand Christian Heidel stünde auf der Kippe, eine Verlängerung seines bis Juni 2020 datierten Vertrags sei fast ausgeschlossen.

Schalkes Aufsichtsrats-Vorsitzender Clemens Tönnies stellt nun klar, dass er weiterhin sowohl zum Vorstand als auch zu Trainer Domenico Tedesco hält. „Wir feierten im Sommer die Vizemeisterschaft, stehen im Achtelfinale der Champions League, sind im DFB-Pokal dabei. Christian Heidel und Domenico Tedesco arbeiten mit hoher Energie daran, unsere sportliche Situation in der Bundesliga zu verbessern. Mit Platz zwölf sind wir nicht zufrieden, sehen uns nach den letzten beiden Siegen jedoch auf dem richtigen Weg“, sagte der 62-Jährige dieser Zeitung und bekräftigte die Unterstützung für die sportlich Verantwortlichen: „Beide haben unser uneingeschränktes Vertrauen. Und mein persönliches freundschaftliches Verhältnis zu Christian Heidel ist völlig intakt. Anderslautende Spekulationen gehen vollkommen an der Realität vorbei.“

Mit dieser deutlichen Rücken­deckung dürfen sich Heidel und Tedesco sicherer fühlen. Der Sportchef sucht vor dem Ende der Transferperiode zum Monatsende noch Verstärkungen. Am Donnerstag fehlte er bei der Pressekonferenz vor dem Spiel in Berlin – ein Indiz dafür, dass sich Heidel bei der Fahndung auf der Zielgeraden befinden könnte. Tedesco stellte aber klar, bevor es schnelle Transfers gebe, müssten es gute Transfers sein.

Neue Hierarchie im Schalke-Team

Der Trainer muss auch ohne Neuzugänge berücksichtigen, dass in der Mannschaft derzeit eine neue Hierarchie entsteht. Einige Spieler müssen mehr Verantwortung übernehmen als früher. Denn nach dem Abgang von Vizekapitän Naldo zur AS Monaco, der Verbannung von Kapitän Ralf Fährmann auf die Ersatzbank und dem verletzungsbedingten Fehlen von Mannschaftsrats-Mitglied Guido Burgstaller müssen die Führungsaufgaben neu verteilt werden.

Dass es nun zur Verschiebung der Machtverhältnisse innerhalb des Teams kommt, liegt vor allem an den Erkenntnissen der Hinrunden-Analyse. „Ich habe schon nach dem Spiel in Stuttgart gesagt, dass wir konsequent sein und lernen müssen“, erklärte Tedesco. „Gewisse Entscheidungen fallen nicht einfach. Sie sind ekelig, enorm energieaufreibend. Wir müssen die Entscheidungen aber so treffen, wie sie für Schalke am besten sind.” Natürlich meinte er damit vor allem den Torwartwechsel von Routinier Ralf Fährmann zu Talent Alexander Nübel. Der Wechsel von Naldo, betonte Tedes­co, sei „nicht meine Entscheidung“ gewesen.

Lob für Ralf Fährmann

Jetzt müssen Spieler wie der neue Vizekapitän Benjamin Stambouli oder die Mannschaftsrats-Mitglieder Daniel Caligiuri und Bastian Oczipka ran. Tedesco: „Es ändert sich natürlich die Gruppendynamik. Da gibt es Chancen für andere, sich hochzuarbeiten. Wir haben viele junge Leute, die sich auch in der Hierarchie entwickeln.“

Und Ralf Fährmann ist schließlich auch noch da, nur vorerst eben nicht mehr auf dem Rasen. Wie wirkte er auf den Trainer in den ersten Tagen nach dem Schock? „Sehr stabil“, berichtete Tedesco. „Er geht mit der Sache höchst professionell um, das ist echt top.“

Autoren: Peter Müller, Thomas Tartemann

Kommentieren

24.01.2019 - 15:45 - Libuda63

Ohne Heidel und Tesdesco das Vertrauen auszusprechen, würde Toennies sich nicht zuletzt selbst diskreditieren, da er ja in erster Linie für deren Anstellung selbst verantwortlich ist. Ob der Weg und die Hierarchie in der Mannschaft die Richtige ist, kann sich in vier Wochen abzeichnen aber sicher nicht nach dem Spiel gegen Wolfsburg

24.01.2019 - 12:42 - Noah1

Easybyter hat vollkommen Recht: die hohen Wellen, die angeblich alles auf Schalke schlägt, das Chaos, das droht, die Spieler, die flüchten, die selbsternannten fussballerischen Kaffeesatzleser wie Matthäus, Neuerurer u.vm. sie alle sind Teil einer medialen Landschaft, die dringend solcher Clubs bedarf.
und MikeS04: dein informativer Beitrag in Ehren: aber auch absolut langweilig für mich.

24.01.2019 - 11:35 - Mike S04

easybyter.... wer bist du? Kommt mir vor wie die PR-Abteilung von S04 oder Heidel, Tedesco oder Tönnis selbst. Las es, es langweilt total

24.01.2019 - 11:22 - easybyter

"Wenn Schalke seine Ziele zu verpassen droht, ist traditionell Alarm" schreiben die Verfasser und zitieren die Bildzeitung. Wer also macht den Alarm oder versucht es wenigstens? Die einschlägige Presse. Die Verantwortlichen bleiben jetzt allerdings gelassen und lassen sich nicht von diesen sensationsheischenden Berichten leiten, die ja schon den Abstiegskampf als gegeben ansahen. Leider ist Schalke jetzt genau so weit vom Relegationsrang entfernt wie vom 6. Platz, da kann man kaum noch vom Abstiegskampf reden und wieso soll ein Vertrag verängert werden, der noch mehr als 1,5 Jahre läuft? Da wird doch ganz bewußt versucht, Druck zu machen warum auch immer. Schade, dass der Start in die Saison so mißlungen ist. MIt 5-6 Punkten aus den ersten 5 Spielen stünde Schalke jetzt gar nicht so schlecht dar.

24.01.2019 - 07:42 - Ehgele

BVB Spiele abgeben? Warum nicht Götze, er bringt nichts, ja.. aber wer will in haben?

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