Bundesliga

Schalke begrenzt Corona-Minus vorerst auf 10 Millionen Euro

30. September 2020, 12:19 Uhr
Foto: firo

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Dank des Gehaltsverzichts der Spieler und der Kurzarbeit in der Geschäftsstelle hat der finanziell schwer angeschlagene Fußball-Bundesligist FC Schalke 04 das Minus durch die Coronakrise vorerst in Grenzen gehalten.

Im ersten Halbjahr 2020 ging der Umsatz auf Konzernebene wegen der Pandemie und den Geisterspielen von 151,3 auf 102,1 Millionen Euro zurück, der Fehlbetrag beträgt aber nur 9,7 Millionen - vor einem Jahr hatte es ein Minus von 18,3 Millionen Euro gegeben.

Die Verbindlichkeiten stiegen von 197,9 auf 205,3 Millionen Euro. Im gesamten Jahr 2020 rechnen die Königsblauen mit einem Umsatz zwischen 160 und 200 Millionen und einem Jahresfehlbetrag im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. In dieser Größenordnung sollen auch die Schulden steigen. Diese Zahlen gab der Traditionsklub am Mittwoch bekannt.

Schalke hatte mit strikten Sparmaßnahmen auf die Coronakrise reagiert: Spieler, Trainer und Vorstand verzichteten auf Teile ihrer Gehälter, um die Liquidität aufrechtzuerhalten. Zudem wurden die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, Investitionsprojekte wurden gestoppt.

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sanken die Einnahmen bei den TV-Geldern wegen des Verpassen des Europacups um 14 Millionen und bei den Bundesliga-Heimspielen, von denen vier ohne Zuschauer ausgetragen werden mussten, um zehn Millionen Euro. Deutliche Rückgänge verzeichneten die Königsblauen aufgrund der Geisterspiele auch in den Bereichen Sponsoring, Catering und Merchandising, zudem gingen Einnahmen aus Spielerverkäufen deutlich zurück. sid

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14.10.2020 - 19:24 - ali_hb

Das klingt bedenklich, gerade wenn man weiß, dass man 2017 schon einmal bei 158 Mio. Schulden war. Hier sieht man, dass man unter HH auf einem guten Weg war und mit CH eine verantwortungslose Transferpolitik begann. Aber keine Krise ohne Chance. Auf Schalke wird jetzt gespart und es sind noch Einsparpotentiale vorhanden und man setzt auf Talente, die immer noch gerne kommen. Man sollte die Schulden auch im Verhältnis zum Umsatz und zu den auf Dauer niedrigen Kapitalmarktzinsen betrachten. Das sind Aufwendungen für Zinsen wie etwa die Gehälter von 2 gut dotierten Spielern. Andere Vereine trifft die Krise mindestens genau so hart, denn sie haben oft keine Einsparpotentiale mehr und nicht so hohe Einnahmen aus Werbung und Sponsoring. Also einach cool bleiben. Auch wenn die Mitglieder tatsächlich einer Ausgiederung und dem Verkauf von Anteilen an Investoren zustimmen würden, wäre jetzt der denkbar schlechteste Zeitpunkt hierfür. Es besteht die Chance gestärkt aus der Krise zu gehen.

01.10.2020 - 11:36 - Cronenberger

Das muss man sich mal vorstellen:
Man rechnet mit einem weiteren Verlust von einem mittleren 2-stelligen Wert, das bedeutet, ca. 50 Mio. Euro!!!!
Dann liegt der Schuldenberg der Schalker bei satten 250.000.000 Euro!!!!
Und da träumen hier manche noch von einem Vereinswert von 814 Mio Euro, der mit jeder Niederlage und Wertverlust der Spieler, was ja seitens des Vorstandes schon eingeräumt wird, da die Einnahmen aus Spielerverkäufen geringer werden, mit einer Generierung von 400 Mio Euro bei einer Ausgliederung!!!!
Man, man, man, was sind da bei den Fans doch Typen unterwegs, die solche Milchmädchenrechnungen aufmachen!
Schalke1965 sieht die Situation schon richtig!
Solange die Banken noch mitspielen ...
Und ohne Landesbürgschaft würden schon die Lichter ausgehen!
Das alles, bei einer noch nicht bis zum Ende der Saison gesicherten Finanzplan!!
Und @Grete:
Wie Amateurvereine das machen?
Da hier sowieso Sponsoren jedweder Art unterstützen müssen, muß man halt dementsprechend sparen und gegebenenfalls aucheinen Rückzug oder Abstieg in eine Klasse in Erwägung ziehen, die dann wieder passt!
Oder, was cleverer ist, in der Zeit die Möglichkeit nutzen und reinen Tisch machen!
Die war ja da und wurde verpasst!
Ist zwar kein schöner, aber effektiver Weg!

Außerdem hätte es in Schalke ja auch die Möglichkeit gegeben, Personal einzusparen!
Und ... damit meine ich nicht die 450-Eurokräfte!!!

30.09.2020 - 23:11 - Alles für Schalke

@totti: Das sehe ich auch so.

Hauptsache, uns Fans wird nicht zuviel Mitbestimmung eingeräumt. Dann ist eines der wichtigsten Argumente für Investoren, nämlich die Berechenbarkeit, direkt ausgehebelt.

Gut wäre eine saubere Ausgliederung in eine Aktiengesellschaft, so wie es die beiden erfolgreichsten deutschen Mannschaften vor vielen Jahren schon gemacht haben.

30.09.2020 - 13:32 - totti1904

Ich denke mal das eine Ausgliederung unumgänglich ist, ansonsten wird Schalke das nächste Jahr nicht überleben. Bei einem Taxierten Vereinwert von 814 Millionen und einem Ausgabelimit von 49,9 % könnten so gut 400 Millionen Euro eneriert werden.
Glück auf.

30.09.2020 - 13:02 - grete

Ich frag mich nur wie machen das die Amareurvereine keine Millionen Fernsehgelder..

30.09.2020 - 12:44 - memax

Die haben nur von den Banken Geld erhalten, weil die Landesregierung eine Bürgschaft ausgestellt hat. Sonst hätte es schon kein Geld mehr bei den Banken gegeben. Der Sargnagel wird langsam eingeschlagen.
Demnächst muss die Fan-Anleihe zurück gezahlt werden. Da werden viele in den sauren Apfel beißen und auf Kohle verzichten müssen

30.09.2020 - 12:30 - Schalker1965

Solange Schalke Kredite gewährt werden, liegt zumindest der Insolvenzgrund der Zahlungsunfähigkeit nicht vor. Wehe, wehe die Banken spielen nicht mehr mit.