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S04: Möglicher Verkauf von LEC-Lizenz entscheidet sich im Juni

09. April 2021, 15:19 Uhr
Schalke-eSports-Chef Tim Reichert. Foto: Thomas Schmidtke

Schalke-eSports-Chef Tim Reichert. Foto: Thomas Schmidtke

Der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist Schalke 04 wird erst in absehbarer Zeit über den Verkauf seiner millionenschweren Lizenz in der europäischen League-of-Legends-Liga LEC entscheiden. 

„Irgendwann Mitte oder Ende Juni“, sagte Schalkes eSports-Chef Tim Reichert im SID-Gespräch, soll die Entscheidung fallen. Vor zweieinhalb Jahren hatten die Königsblauen als erster Bundesligaklub acht Millionen Euro in den Kauf der LEC-Lizenz investiert. „Wir schauen uns an, was der Slot am Markt wert ist“, erklärte Reichert. Dieser sei „sehr gefragt und mit Sicherheit weitaus wertvoller als der Preis, den wir 2018 gezahlt haben“.

Nun gehe es darum, „was es uns kurzfristig bringen kann, um das Kerngeschäft Fußball zu stärken“, sagte der Chief Gaming Officer der Königsblauen: „Das muss jeder verstehen. Egal, wie zukunftsorientiert eSports ist, Schalke 04 ist ein Fußballverein und das Kerngeschäft ist der Fußball.“

Jedenfalls sei die Lizenz das „mit großem Abstand stärkste Asset“, das es im eSports in Europa und im Westen der Welt gebe. Ein Verkauf des Slots für die zehn Mannschaften umfassende Franchise-Liga könnte mehr als 20 Millionen Euro bringen.

Der eSport sei allerdings auch der „stärkste wachsende Bereich“ auf Schalke. „Bei den Zuschauerzahlen sind wir auf einem extrem guten Weg und verzeichnen jährlich zweistellige Wachstumsraten“, erzählte Reichert: „Das letzte Play-off-Spiel gegen G2 haben in der Spitze 630.000 Menschen live gesehen. Das schaffen die wenigsten Sportarten.“

Der eSport sei „ein strategisch werthaltiges Thema, das sehr viel Spaß machen würde“, hatte Finanzvorständin Christina Rühl-Hamers am Dienstag bei der Vorstellung des Konzerngeschäftsberichts gesagt. Nun müsse der Klub „eine strategische Entscheidung“ treffen, ob der eSport ein Themenfeld ist, „das wir neben dem Fußball weiterverfolgen wollen“, sagte sie.

Schalke ist als abgeschlagenes Schlusslicht mit 13 Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz auf dem Weg in die zweite Liga, nach einem Minus von 52 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2020 drücken den Klub 217 Millionen Euro Schulden. sid

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11.04.2021 - 10:47 - S04Charly

Vielleicht wird umgekehrt ein Schuh draus, Auf E Sport Setzen und den Rest verkaufen, vielleicht werden wir dann mal Meister....

10.04.2021 - 15:20 - soso

e - was




Haben die Blauen keine anderen Sorgen ?

In 2 Wochen isset aus. Und in Liga 2 bestehst du nicht mit einer besseren Amateurauswahl !

10.04.2021 - 12:51 - E.W.

... sehe ich auch so @westkurve
Dieser Verkauf ist ein völliger Unsinn! Und aus jeder Sichtweise falsch, unternehmerisch sowieso.
Die Werbeeinnahmen aus dem eSport versprechen quasi mehr als die Werbung in der 2. Liga.
Wenn mir die Bude gehören würde:
Den Schalker eSport als vereinseigene Aktiengesellschaft, aber als ein separates Unit, an die Börse bringen.
Die eigene Milchkuh des Vereins. Das würde passen. :-)

10.04.2021 - 01:51 - westkurver

Ist es normalerweise nicht so, daß man ertragslose Geschäftsbereiche zur Disposition stellt? Der Erfolgs- , Wachstums- und Zukunftsmarkt esports soll verkauft werden um nicht einmal 10 % der Verbindlichkeiten abzudecken? Da sind aber scharfe Rechner zugange. Vielleicht gerade diese Sparte als Glut in der Asche betrachten und damit die Attraktivität und Zuversicht in den Augen der Gläubiger zu steigern, oder zumindest die Geduldsspanne zu dehnen. Für 60000 ist die Turnhalle die Welt. Aber im esport ist die Welt in der Turnhalle. 630000 live!!! ... Aber was dieser Verein so treibt.. und wohin .

09.04.2021 - 23:06 - roadrunner74

Ist eine pervers geile Wachstumsbranche auch ethisch sauber? Nicht dass nachher wieder einer jammert!

09.04.2021 - 19:54 - mal_so_mal_so

Weiss jemand, ob damit Geld reinkommt?
Eine zukunftstraechtige Einnahmequelle zu haben, ist mE nach sinnvoller als jetzt 20 Mio. Verkaufserloes ins Feuer zu werfen.

09.04.2021 - 16:29 - Außenverteidiger

Wäre eine gute Sache. Persönlich war der Neid extrem groß auf dieses Investment. Es war ein brutal schlauer Schachzug in diese pervers geile Wachstumsbranche zu investieren. Null Risiko und fast 100 % Gewinnchancen. Sparbuchniveau.