Dr. Jens Buchta wird sich bei der Mitgliederversammlung am kommenden Sonntag nicht erneut als Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04 wählen lassen. Das gab der Klub am Donnerstag bekannt.

2. Bundesliga

Schalke 04: Aufsichtsratsvorsitzender Buchta hört auf

Stefan Loyda
10. Juni 2021, 18:52 Uhr
Foto: dpa

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Dr. Jens Buchta wird sich bei der Mitgliederversammlung am kommenden Sonntag nicht erneut als Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke 04 wählen lassen. Das gab der Klub am Donnerstag bekannt.

Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Jens Buchta wird sich auf der Mitgliederversammlung am kommenden Sonntag nicht wieder wählen lassen. Das gab der Verein am Donnerstagabend in einer Pressemitteilung bekannt. Demnach werde er den Aufsichtsrat im Anschluss an die Versammlung verlassen.

„Ich durfte dem S04 viele Jahre im Aufsichtsrat in verschiedenen Funktionen dienen. Das habe ich sehr gerne gemacht und ich möchte diese Zeit nicht missen“, wird Buchta in der Pressemitteilung des Vereins zitiert. „Aber sie war auch – gerade in den letzten zwölf Monaten – sehr intensiv und fordernd. Ich bin der Ansicht, dass jetzt Andere Verantwortung übernehmen und die Weiterentwicklung des Vereins vorantreiben sollten.“

Am Sonntag wird sich das Gremium neu aufstellen, fünf Posten sind aktuell vakant. Die Versammlung - die gleichzeitig erste virtuelle der Vereinsgeschichte - wird er noch als Versammlungsleiter führen.

Buchta ist seit 41 Jahren Mitglied im Verein und stieß vor 15 Jahren in den Aufsichtsrat. Zehn Jahre war er stellvertretender Vorsitzender, ehe er nach dem Rücktritt von Clemens Tönnies vor knapp einem Jahr zum Vorsitzenden wurde. In diese Zeit fallen der Pokalsieg 2011, die elffache Teilnahme des Vereins an europäischen Wettbewerben, aber auch der Abstieg in die Zweite Liga.

„Natürlich habe ich in dieser langen Zeit auch Fehler gemacht“, gibt der 58-jährige zu.Aber ich habe immer, bei jeder Entscheidung, das Wohl des Vereins im Auge gehabt. Ich bin auch davon überzeugt, dass die strukturellen und personellen Entscheidungen, die wir in den letzten Wochen und Monaten getroffen haben, wie die Verteilung der sportlichen Verantwortung auf mehrere Schultern, dem Verein sehr helfen werden. Auch in Zukunft werde ich Schalker durch und durch bleiben.“

Sein Stellvertreter Peter Lange bedauert das Ausscheiden Buchtas und dankt ihm in der Mitteilung für sein „intensives, in jeder Hinsicht uneigennütziges Engagement für unseren FC Schalke 04.“ Lange weiter: „Das hat unseren Verein über viele Jahre gestärkt. Seine juristische und wirtschaftliche Kompetenz sowie seine Besonnenheit auch in schwierigen Zeiten werden dem Aufsichtsrat fehlen.“

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12.06.2021 - 12:26 - easybyter

@pottin
Dass es jetzt geräuschloser zugeht auf Schalke schreibe ich nicht unbedingt Herrn Buchta zu. Ich stelle es nur fest und finde es gut, dass das so ist. Wer dafür verantwortlich ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist es gut, dass jetzt wohl wirklich ein Neubeginn gestartet werden kann, hoffentlich mit den richtigen Leuten.

12.06.2021 - 08:54 - It's man

OMG, meinte natürlich Jobst, nicht Peters!
Peinlicher Fehler.

11.06.2021 - 15:49 - Schalker1965

Die beste Nachricht seit der Rücktrittserklärung des Fleischbarons. Der Rest dieses armseligen Haufens (AR) darf Herrn Buchta gerne folgen.

11.06.2021 - 11:28 - It's man

Das ist der richtige Schritt von JB. Heißt aber noch nicht, dass alles gut wird. Es hängt jetzt auch von den bevorstehenden Wahlen und der Güte der Kandidatenfeldes ab.
Ich fände es gut, wenn Peters zurückkehrt. Der Papst soll seinen Rücktritt einfach ablehnen.

11.06.2021 - 11:11 - PottIn

-easybyter
Du hat vollkommen Recht. Er hat sehr eitel und dünnhäutig reagiert - zudem war es die erste Reaktion von ihm seit Monaten. Ich meine, er hat es nicht für nötig gehalten, Monate vorher eine Reaktion des AR Vorsitzenden zu zeigen in Bezug auf die dramatische Situation und an Peinlichkeiten nicht zu überbietende Außendarstellung des Vereins. Er hat sich zum ersten Mal als AR Vorsitzender gemeldet, als Ralf Rangnick mit S04 in Verbindung gebracht wurde. Das hat ihn getroffen. Alles vorherige war kein Anlass für ihn, sich zu melden. Es ging nicht um Schalke, nein, es ging in der Situation um Buchta selbst.
-yayabinx
Du schreibst, Schalke unter seiner Führung wurde nicht mehr täglich den Medien zum Fraß vorgeworfen. Als Buchta von dem Vorstoß Richtung Rangnick erfährt, was macht er? Er schützt den Verein? Er regelt alles intern? Er lässt sich seine Unzufriedenheit nicht anmerken, um den Medien keine offene Flanke zu bieten?
Er geht an die Presse und gibt ein Interview in der SZ, das vereinsschädigender nicht sein könnte. Er kritisiert über die Presse Teile des ARs, plaudert Interna aus und wirft Anderen vereinsschädigendes Verhalten vor. Und das als AR Vorsitzender eines Vereins, der zu diesem Zeitpunkt wirtschaftlich und auch sportlich schon am Boden lag, aber offiziell noch nicht abgestiegen ist. Vernunft, Ruhe und intensiver interner Dialog waren gefragt. Aber nicht bei Buchta. Wie ein kleines, zorniges Kind läßt dieser Dilettant über die SZ seinen Frust raus. Man hätte ihn spätestens nach diesem Interview vom Hof jagen müssen.

GlückAuf

11.06.2021 - 10:21 - easybyter

Buchta hat beleidigt reagiert, als die Chance da war, Ralf Rangnick für Schalke zu gewinnen. HIer hätte er zeigen können, dass es ihm Ernst ist mit dem Neuaufbau, stattdessen sprach er von vereinsschädigendem Verhalten, weil die Gruppe, die mit Rangnick ins Gespräch gekommen ist, ihn nicht vorher gefragt hatte. Er hat da seine persönliche Eitelkeit vor das Wohl des Vereins gestellt. Ich bin gespannt, wer künftig die Geschicke des Vereins bestimmen wird und ob es weiter so geräuschlos zugeht wie im Moment, wo Transfers wirklich erst verkündet werden, wenn die Verträge unterschrieben sind. Ich wünsche mir für Schalke, dass dort seriös und in Ruhe unter Beachtung wirtschaftlicher Vernunft etwas aufgebaut wird, was dann auch tragfähig ist. Für mich muss das auch mit einer Ausgliederung verbunden werden, die die finanziellen Voraussetzungen schafft, wieder erfolgreich zu sein. Dies muss allerdings gepaart sein mit der Aufstellung einer kompetenten Führungsmannschaft, denn sonst verpufft der Effekt schnell. Es wir spannend, was die Zukunft für diesen Traditionsklub so bereit hält.

11.06.2021 - 09:16 - yayabinx

Ich glaube nicht das ihn viel Schuld an den Vorkommnissen der letzten 2 Jahre trifft. Er war einer derjenigen die sich immer CT untergeordnet haben und ihm nicht wiedersprochen haben. Sein Name wird in allen Chroniken immer negativ mit dieser Krise in Verbindung stehen. Ob es ein Fehler war die Herren Paetzel und Rangnick erstmal abzublocken ist nicht ganz klar. Meiner Meinung nach war das alles zu kurzfristig gedacht und vielleicht hat Buchta hier auch alles richtig gemacht. Was auf jeden Fall positiv ist, ist das Schalke unter seiner Führung nicht mehr täglich den Medien zum Fraß vorgeworfen wurde. Die fischen immerzu im trüben was die Transferaktivitäten von Schalke betrifft. Außerdem ist meine Meinung, dass die im Moment handelnden Personen im Vorstand gute Arbeit leisten. Auch das ist Buchta positiv zuzuschreiben. Ich bin mir nicht sicher ob der Rücktritt gut oder schlecht für Schalke ist. Eher negativ, genau wie der von Jobst. Es wird sehr spannend am Sonntag. Glückauf

11.06.2021 - 08:02 - PottIn

Er hätte zusammen mit Tönnies gehen müssen, aber zu diesem Zeitpunkt war seine Mission „Schalke 04“noch nicht zu Ende. Jetzt, nach dem Abstieg in die zweite BL, nach dem erfolgreichen Fernhalten vom Verein jeglicher sportlicher und wirtschaftlicher Fachkompetenz (Rangnick, Dr. Paetzel), nach dem hervorragendem und nicht vereinsschädigenden Interview in der SZ, nach monatelangem Untertauchen und der monatelangen Ignoranz der Situation im und um den Verein, die zur Spaltung des Fanlagers erheblich beigetragen hat - jetzt, jetzt ist er fertig und geht. Verantwortung a la Dr. Jens Buchta übernehmen lautet: „Natürlich habe ich in dieser laaaaaangen Zeit auch Fehler gemacht, aaaber, ich habe immer das Wohl des Vereins im Auge gehabt“: Dr. Jens Buchta, an ihrer Stelle würde ich schnell einen Augenarzt aufsuchen, der genau dieses Auge gründlich untersucht.
Eine gute Nachricht für Schalke, zu spät, aber besser jetzt als erst in einem Jahr. Bin davon überzeugt, dass dieser Rücktritt nicht zu seinen hervorragenden Ideen gehört. Das haben ihm Personen mit gesunden Augen nahe gelegt.

GlückAuf

11.06.2021 - 07:06 - nullacht

Flieht, nicht fliegt ... Kommt aber auf das gleiche raus'.

11.06.2021 - 07:05 - nullacht

Mit dem Mann verbinden sich nur negative Eindrücke. Jetzt fliegt er ... läuft!