4:0 beim MSV

SC Verl: Janjic auf Rekordjagd –Ex-RWE-Spieler überragt

Fabian Kleintges-Topoll
21. November 2020, 10:48 Uhr
Verls Zlatko Janjic erzielt das 2:0 in Duisburg. Foto: firo

Verls Zlatko Janjic erzielt das 2:0 in Duisburg. Foto: firo

Der SC Verl hat nach dem furiosen 4:0-Auswärtssieg beim akut kriselnden MSV Duisburg eindrucksvoll in die Spur zurückgefunden. Neben Ex-Zebra Zlatko Janjic wuchs auch ein ehemaliger Essener über sich hinaus.

Ex-MSV-Trainer Rudi Bommer brachte es in seiner Analyse am Mikrofon von Magenta Sport auf den Punkt. Den 63-Jährigen erinnerte das Spiel stark an das 0:6 der deutschen Nationalmannschaft in Spanien. „Die einen sind eingeknickt. Die anderen standen mit hohem Selbstvertrauen auf dem Platz.“ Verl-Trainer Guerino Capretti hätte diese Auffassung wohl bestätigen können. Er sah einen hochmotivierten Auftritt seiner Elf.

Der Aufsteiger hat die Heimpleite gegen Lübeck und die vorangegangene Corona-Zwangspause gut weggesteckt. Der Powerfußball, den man bereits in der Regionalliga und in den ersten Drittligaspielen sah, war über die gesamten 90 Minuten zu spüren. „Natürlich sind wir mega begeistert und stolz. Wir waren kompakt und energisch und haben uns verdient mit den drei Punkten belohnt“, resümierte der 38-jährige Erfolgstrainer der Ostwestfalen.


Auch Topscorer Zlatko Janjic setzte Caprettis Matchplan hervorragend um. “Wir sind aggressiv vorne angelaufen, haben den Gegner unter Druck gesetzt und waren mutig”, sagte der Angreifer gegenüber Magenta Sport. Eiskalt und abgezockt präsentierten sich neben Janjic seine offensiven Mitspieler Aygün Yildirim und Kasim Rabihic – alle drei steuerten einen Treffer bei.

Janjic, Yildirm und Rahibic - Dreier-Sturm in Topform

Yildirim steht nun ebenfalls bei sechs Saisontoren. Rabihic, der von 2015 bis 2017 bei Rot-Weiss Essen unter Vertrag stand und in diesem Sommer von Türkgücü München zum Sportclub wechselte, schnürte sogar einen Doppelpack. „Wir ergänzen uns gut. Aygün kommt über rechts und ist körperlich geradlinig. Kasim ist im Eins-gegen-eins sehr gut. Er hat gezeigt, was er drauf hat“, lobte ihn Janjic.

Seine besondere Beziehung zu seinem ehemaligen Trainer Gino Lettieri ist bekannt. Auch zu Branimir Bajic pflegt der 34-jährige Ex-Duisburger noch regen Kontakt, was die innige Umarmung vor dem Spiel gezeigt hat. „Natürlich tut es mir irgendwo Leid, dass es die Duisburger in dieser Situation so hart trifft. Aber ich kann darauf keine Rücksicht nehmen. Die Zeit ist vorbei“, gab Janjic zu.

Aus 192 Drittligaspielen für Duisburg, Großaspach, Wiesbaden und Verl stehen 73 Treffer zu Buche. In der ewigen Torschützenliste der 3. Liga bedeutet das Rang drei. Marcel Ziemer liegt als Zweiter nur zwei Tore vor dem Deutsch Bosnier. Anton Fink (136) ist fast schon uneinholbar. Mit der offensiven Dreierreihe in Topform dürfte für den SC Verl womöglich mehr drin sein, als nur der Klassenerhalt. Die kommende Englische Woche hat es in sich. Nach dem Heimspiel gegen den TSV 1860 München geht es für den Aufsteiger zum KFC Uerdingen.

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21.11.2020 - 11:53 - Außenverteidiger

Rahabic war bei uns schon extrem talentiert und wurde durch Siewert, weil er nicht auf Straßenfußballer steht, kaputt gemacht. Er war fußballerisch besser, als fast alle Mitspieler. Wir hatten leider, nach dem Abgang von Kevin Behrends, keinen Stürmer, der mit den Vorlagen umgehen konnte. Der Weg gibt ihm und mir recht. Er ist ähnlich drauf wie Pronichev.