Bis zum Drittliga-Aufstieg arbeitete Verls Trainer Guerino Capretti noch als Vertretungslehrer an einer Realschule in Gütersloh. Als hauptamtlicher Fußballlehrer leitet er beim SC Verl nun einen krassen Umbruch ein. 

3. Liga

SC Verl: Begehrter Capretti vollzieht einen U23-Umbruch

Stefan Loyda
10. Juni 2021, 15:58 Uhr
Foto: dpa

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Bis zum Drittliga-Aufstieg arbeitete Verls Trainer Guerino Capretti noch als Vertretungslehrer an einer Realschule in Gütersloh. Als hauptamtlicher Fußballlehrer leitet er beim SC Verl nun einen krassen Umbruch ein. 

Harsewinkel. Der 25.000-Einwohnerort in Ostwestfalen ist eigentlich nicht gerade als Fußball-Mekka bekannt. Dennoch kommen einige namhafte Personen aus dem Ort im Kreis Gütersloh. Die TSG Harsewinkel war der erste Verein von Fußballfunktionär Heribert Bruchhagen. Der designierte Ex-Bayern-Co-Trainer Hermann Gerland kaufte dort 1999 eine Pferdezucht. Der langjährige ran-Moderator und heutige Heute-Show-Anchorman Oliver Welke verbrachte in Harsewinkel seine Kindheit. Und ein weiterer Harsewinkler ist bereits auf dem Sprung: Guerino Capretti.

Der einstige Realschul-Vertretungslehrer übernahm im Sommer 2017 den SC Verl, für den er zwischen 2010 und 2015 bereits fünf Jahre gespielt hatte, als Trainer und gilt in diesem Bereich als heißes Eisen. Den Sportclub führte er aus dem Abstiegskampf der Regionalliga, bis hin zu einem soliden siebten Platz in der 3. Liga. Bei der Wahl zum Trainer der Saison wurde er Zweiter hinter 1860-Coach Michael Köllner. Beim SC Paderborn war der bis 2022 an die Verler gebundene Fußballlehrer als Nachfolger für Steffen Baumgart im Gespräch.

Zwölf Neue, zehn davon jünger als 23

Doch klar wurde auch, dass die Erfolge auch Begehrlichkeiten wecken. Neben den nur ausgeliehenen Philipp Sander (Holstein Kiel) und Sven Köhler (VfL Osnabrück), die zu ihren Stammvereinen zurückkehren, wurden den Verlern auch Lars Ritzka (FC St. Pauli), Aygün Yildirim (Jahn Regensburg), Mehmet Kurt (Wehen Wiesbaden), Yannick Langesberg (RWE), Patrick Choroba (Rödinghausen) und Berkan Taz (BVB II) abgeworben. Zudem verlassen Steffen Lang, Leander Siemann, Justin Eilers, Matthias Haeder und Nico Hecker den Verein. Insgesamt also 13 Abgänge, die der SC Verl kompensieren muss und zum Großteil auch schon hat.

Zwölf Neuzugänge stehen bereits fest. Besonders bemerkenswert: Bis auf zwei Spieler sind alle unter 23 Jahre alt. Ron Berlinski kommt mit 26 Jahren als ältester Neuer vom Oberligisten RSV Meinerzhagen. Vinko Spaina vom Südwest-Regionalligisten SSV Ulm ist ein Jahr jünger. Der Rest: Niclas Thiede (22, SC Freiburg), Lukas Petkov (20, FC Augsburg) und Tom Baack (22, SSV Jahn Regensburg) wurden von höherklassigen Teams ausgeliehen. Luca Stellwagen (22) kommt vom Liga-Konkurrenten Viktoria Köln. Die restlichen Neuen Nico Ochojski (22, Fortuna Köln), Valdrin Mustafa (23, RW Koblenz), Cottrell Ezekwem (22, VfB Homberg), Joel Grodowski (23, Preußen Münster), Cyrill Akono (21, Mainz 05 II) und Migel-Max Schmeling (21, BVB II) kommen allesamt aus der Regionalliga.

Man darf also gespannt sein, was Capretti mit ihnen hinbekommt. Wiederholt der SC Verl die Erfolge der vergangenen Saison, dürfte 39-Jährige kaum mehr zu halten sein.

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