Er ist Vereinspräsident und Trainer in Personalunion – nun hat Thorsten Möllmann vom SC 20 Oberhausen angekündigt, letzteres Amt im Falle eines Nicht-Sieges im Derby beim SV Adler Osterfeld niederzulegen. Für den Saisonstart seines Teams macht er ausschließlich sich selbst verantwortlich.

Bezirksliga

SC 20 Oberhausen: Möllmann kündigt möglichen Rücktritt an

15. Oktober 2020, 16:46 Uhr
Foto: Mark Bohla

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Er ist Vereinspräsident und Trainer in Personalunion – nun hat Thorsten Möllmann vom SC 20 Oberhausen angekündigt, letzteres Amt im Falle eines Nicht-Sieges im Derby beim SV Adler Osterfeld niederzulegen. Für den Saisonstart seines Teams macht er ausschließlich sich selbst verantwortlich.

Erst in diesem Sommer sprang Thorsten Möllmann für seinen Verein SC 20 Oberhausen ehrenamtlich in die Bresche: Nachdem Ex-Trainer und RWO-Legende Hans-Günther Bruns das Amt als Übungsleiter beim Bezirksligisten wegen gesundheitlicher und finanzieller Gründe aufgab, übernahm der Kult-Coach wieder einmal den Trainerposten bei den 20ern, den er in den vergangenen Jahren immer wieder belegte. Nun stellte sich der Klubboss selbst ein Ultimatum: Gewinnt der SC 20 Oberhausen das Derby beim SV Adler Osterfeld nicht, wird er nach nur fünf Spielen in der neuen Saison nicht mehr Trainer des Vereins sein. 


Die Gründe für diese Entscheidung sucht Möllmann bei sich selbst. „Ich möchte das einmal in aller Deutlichkeit klarstellen. Unseren Saisonstart mit vier Punkten aus fünf Spielen nehme ich ganz allein auf meine Kappe. Ich war in den letzten Wochen körperlich und geistig nicht zu 100 Prozent bei meiner Mannschaft“, erläutert der Trainer. Grund dafür seien nach einem doppelten Herzinfarkt im Februar erneut gesundheitliche Probleme gewesen. „Ich habe in der letzten Zeit sehr stark mit den Nieren zu kämpfen gehabt. Ich war dreimal im Krankenhaus aufgrund von Nierenversagen und Nierensteinen. Letzte Woche Montag wurde ich operiert, alles ist gut verlaufen und ich befinde mich auf dem Wege der Besserung“, informiert Möllmann, der bereits in dieser Woche wieder zwei Trainingseinheiten leitete.

Das Team der Oberhausener sei in den vergangenen Wochen oft von Co-Trainer Erkan Aydin betreut worden, da der Coach selbst fehlte. „Erkan hat einen super Job gemacht. Aber ich konnte meine Mannschaft häufig nicht betreuen. Deshalb ist der Start meine Schuld, den Jungs mache ich gar keinen Vorwurf. Wenn der Häuptling nicht da ist, funktioniert es nicht“, erklärt die Trainerlegende. Laut eigener Aussage musste er sechs Wochen lang mit einer Schiene auskommen und erhielt aufgrund von Nierenstau einen Nierenzugang. „Ich konnte mich mit der Schiene kaum bewegen und habe auf Schmerzmittel verzichtet, weil ich Medikamente nehme“, gibt Möllmann zu Protokoll. 

Top-Stürmer fehlen

Die Mannschaft des SC, die nach dem furiosen 6:0-Auftaktsieg bei Möllmanns Ex-Verein Blau-Weiß Oberhausen-Lirich in den darauffolgenden vier Spielen nur einen Punkt holen konnte und sich auf Platz zwölf von 15 befindet, solle dem aktuellen Coach zufolge im Falle einer Niederlage oder einem Unentschieden im Stadtduell mit dem Tabellensechsten SV Adler Osterfeld (Sonntag, 15 Uhr) „von jemandem übernommen werden, der dafür besser geeignet ist“. Sportlich hält Möllmann den Ausgang der Partie für offen. „Bei so einem Spiel kann alles rauskommen. Dem Gegner, den ich unter den besten Fünf der Liga erwarte, fehlt der Torjäger Tobias Hauner. Bei uns fällt unser einziger Stürmer Yusuf Allouche aus. Aber wir heulen deshalb nicht rum. Wir haben noch einige Kranke, hoffen wir mal, dass die kein Corona haben“, sagt der SC-Trainer, der nach dem Spiel am Sonntag vielleicht nicht mehr der SC-Trainer ist… 

Autor: Leon Peters

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