10.10.2018

Mangelnde Mentalität

Sané wehrt sich gegen den Vorwurf

Foto: firo

Die WM verpasste er, obwohl er sportlich überragende Fähigkeiten besitzt. Für Leroy Sané sind die Monate nach dem Turnier in Russland eine Art Neustart. 

Erstmals im Kreise der Fußball-Nationalmannschaft hat er sich nun zu den manchmal verklausulierten, manchmal recht deutlichen Vorwürfen zu Wort gemeldet, er neige zu Nachlässigkeiten und gebe nicht alles für den Erfolg. Braucht er also mal einen Tritt in den Hintern, um wieder mehr Engagement zu zeigen? „Ehrlich gesagt finde ich das nicht. Ich mache das nicht extra, dass der eine oder andere denkt, dass mir egal ist, ob wir gut oder schlecht spielen. Ich will, dass wir unsere Spiele gewinnen.“


Sein Mitspieler Toni Kroos hatte erst vor einem Monat bei der ersten Zusammenkunft der Nationalmannschaft Sané zwar als tollen Spiele gelobt, sich aber auch negativ über seine Einstellung und seine Körpersprache geäußert. Faktoren, die auch zu seiner Ausbootung im Sommer durch Bundestrainer Joachim Löw geführt haben sollen. 

"Grundsätzlich ist er ein Spieler, der alles mitbringt, um absolute Weltklasse zu werden. Man hat aber das Gefühl, dass er gesagt bekommen muss, was zu tun ist, um das zu werden", sagte Kroos also in München und befand, dass Sanés Körpersprache den Eindruck erwecke, es sei ihm egal, ob Spiele verloren gingen. „Dass es für den einen oder anderen so aussieht, ist kein Problem für mich. Wenn einer zu mir kommt und mir das sagt, respektiere ich das auch und versuche, mich zu verändern.“

Überhaupt habe ihn die Nicht-Nominierung für Russland nachdenklich gemacht. „Natürlich war ich enttäuscht, nicht bei der WM dabei zu sein. Ich habe viel nachgedacht, in welchen Bereichen ich mich verbessern kann. Und zwar in allen. Jetzt bin ich noch motivierter“, sagt der 22-Jährige. „Es ist egal, um was es bei Kritik geht, ich habe kein Problem damit. Im Gegenteil: Ich finde das sogar gut, denn das spornt mich an, noch mehr an mir zu arbeiten.“ Und er weiß auch schon, wie er eine Wiederholung der unerfreulichen Ereignisse umgehen kann: „Ich muss mein Spiel so verbessern, dass der Jogi keine Möglichkeit hat, mich nicht zu nominieren.“ 

Autor: Daniel Berg

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