Schalke scheint von der Corona-Krise finanziell besonders betroffen. Nach der Entscheidung für die Fortsetzung der Saison atmet der Klub erstmal auf. Nun gilt der Fokus der sportlichen Vorbereitung auf das prestigeträchtige Revierderby beim BVB in acht Tagen.

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S04-Vorstand Schneider: "Aus der Krise richtige Schlüsse ziehen"

08. Mai 2020, 17:36 Uhr
Jochen Schneider ist Sportvorstand beim FC Schalke 04. Foto: dpa

Jochen Schneider ist Sportvorstand beim FC Schalke 04. Foto: dpa

Schalke scheint von der Corona-Krise finanziell besonders betroffen. Nach der Entscheidung für die Fortsetzung der Saison atmet der Klub erstmal auf. Nun gilt der Fokus der sportlichen Vorbereitung auf das prestigeträchtige Revierderby beim BVB in acht Tagen.

Nach Wochen des Hoffens und Bangens atmet Sportvorstand Jochen Schneider vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 erst einmal tief durch. Das düsterste Szenario - der Saison-Abbruch - mit all seinen, teils unabsehbaren Folgen ist zunächst vom Tisch. Nun soll sich der Fokus mehr und mehr auf die sportliche Vorbereitung auf das am 16. Mai (15.30 Uhr) anstehende Revierderby bei Borussia Dortmund richten. „Es ist ja das Spiel schlechthin. Erstmal sind wir alle froh, dass wir wieder trainieren und spielen dürfen. Dementsprechend freuen wir uns natürlich auch auf das Derby.“

Dass es die von vielen befürchteten Fanansammlungen rund um das Nachbarduell geben wird, glaubt Schneider nicht: „Ich gehe guten Gewissens davon aus, dass das nicht geschehen wird. Gerade in dieser Krise hat sich der Zusammenhalt, gerade mit unseren Fans, noch mal extrem gezeigt. Da wird beim Derby nichts passieren.“ Zuletzt hatte unter anderen die Polizeigewerkschaft NRW (GdP) vor den verbotenen Fanansammlungen mit Blick auf die Geisterspiele gewarnt.

Mannschaft trainiert in der Arena

Schneider gab zu, dass Schalke „vielleicht ein bisschen mehr als andere Vereine“ wirtschaftlich von der Corona-Krise betroffen sei. „Aber man kann es nicht auf Schalke 04 beschränken, die ganze Bundesliga ist betroffen, wie auch viele andere Industriezweige“, sagte der 49-Jährige zu den Konsequenzen des wochenlangen Stillstands. Es sei ja bekannt, „dass Schalke mit einigen Vorerkrankungen in die Krise gegangen“ sei, so Schneider. Zuletzt hatte der Club in seiner Konzern-Jahresbilanz 2019 einen Fehlbetrag von mehr als 26 Millionen Euro ausgewiesen.

Sportlich sieht es vor dem Wiederbeginn beim Revierclub wesentlich besser aus. Einige vor der Einstellung des Spielbetriebs im März verletzte Profis wie Daniel Caligiuri, Suat Serdar, Ozan Kabak oder Salif Sané haben ihre Blessuren auskuriert. An diesem Samstag wird die Mannschaft von Trainer David Wagner, zu der auch vier Nachwuchsspieler gehören, nochmals in der Arena trainieren. Am Sonntag werden dann alle Spieler inklusive des gesamten Betreuerteams ihre Betten im obligatorischen, quarantäneähnlichen Trainingslager im „Courtyard“-Hotel auf dem eigenen Vereinsgelände beziehen.

"Sehr positive" Stimmung bei Schalke

Schneider betonte, dass jeder genau über das von der DFL-Taskforce entwickelte Konzept mit Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen unterrichtet und auf mögliches Fehlverhalten hingewiesen worden sei. Zudem habe man jedem Spieler freigestellt, ob er am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen wolle oder nicht. „Alles geschieht auf freiwilliger Basis und wenn jemand Fragen hat oder reden will, kann er jederzeit zum Trainer, den Betreuern oder mir kommen.“ Bisher habe niemand signalisiert, nicht mitmachen zu wollen. Die Stimmung sei „sehr positiv: Alle freuen sich darauf, dass es bald wieder losgeht.“

Wie zuvor schon DFL-Chef Christian Seifert und andere Protagonisten sieht Schneider die Chance, aus der Corona-Krise zu lernen. Die Branche müsse sich generell hinterfragen. „Den Wettbewerb immer mehr auf die Spitze zu treiben, ist sicher nicht gut. Vielleicht muss man den ein oder anderen Schritt zurückgehen. Es kommt darauf an, dass wir aus der Krise die richtigen Schlüsse ziehen.“ Deswegen stehe er der Idee von einer Taskforce „Zukunft Profifußball“ offen gegenüber. dpa

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09.05.2020 - 01:07 - Alles für Schalke

Sehr gut beschrieben @maxialex. Würde ich sagen was ich dazu denke, würde ich nur das von Dir geschriebene wiederholen.

Die Lehre muss sein, dass wir so schnell wie möglich ausgliedern. Am besten als eine Aktiengesellschaft. Allein durch die erforderliche finanzielle Transparenz sind wir viel kalkulierbarer für Investoren und damit auch deutlich interessanter. Hinzu natürlich die Einnahmen durch Aktienverkäufe. Und dann, aber auch NUR dann, haben wir ne Chance wieder ganz oben mitzuspielen. DANN werden wir auch nochmal einen Meister FC Schalke erleben!

08.05.2020 - 18:56 - gerdstolli

Diese Erkenntnis ist ja nichts Neues. Aber für den S04 könnte sie beim worst case zu spät kommen.

08.05.2020 - 18:05 - maxialex

Wenn der FC Schalke 04 sich nicht ganz kurzfristig dazu durchringt, die Fußball-Abteilung abzutrennen und Investoren zu engagieren, wird der Klub im Mittelmaß versinken. Man kann doch nicht ständig auf die ewig Gestrigen hören. Man sieht doch die Klubs Bayern, Dortmund, Leipzig, Leverkusen, Wolfsburg immer stärker davonziehen. Warum macht man es nicht wie Bayern und nimmt 3 Investoren ins Boot und beteiligt sie mit je 10 %. So hat es doch Bayern München vorgemacht mit Adidas, Allianz und Audi.
Damit entsteht kein Mitspracherecht eines Investors, und Schalke wäre mit einem Schlag schuldenfrei bzw. man könnte ganz andere Spieler verpflichten.

Wie heißt es doch: Entweder man geht mit der Zeit oder man geht mit der Zeit.

08.05.2020 - 17:55 - Schalker1965

Die notwendige Reformierung des Profifußballs müsste auf internationaler Ebene und weltweit erfolgen, also unter der Federführung der FIFA. Das Problem ist jedoch, dass das ganze System derart verfilzt und korrupt ist, dass verbindliche Reglementierungen des Transferwesens und der Spielergehälter kaum zu erwarten sind, jedenfalls nicht von den aktuell verantwortlichen Protagonisten, die an diesem System stets gut verdient haben.