Und wieder geht ein Stück vom alten Schalke verloren. Oder zumindest von der Erinnerung an das alte Schalke. Zum Jahresende schließt die S04-Kult-Kneipe Charly`s Bummelzug. Das teilte Charly Neumanns Tochter Petra nun per Facebook ihren Gästen und allen Schalke-Anhängern mit.

"Charly's Bummelzug"

S04-Kult-Kneipe schließt

Stefan Bunse
05. Oktober 2019, 17:52 Uhr

Foto: firo

Und wieder geht ein Stück vom alten Schalke verloren. Oder zumindest von der Erinnerung an das alte Schalke. Zum Jahresende schließt die S04-Kult-Kneipe Charly`s Bummelzug. Das teilte Charly Neumanns Tochter Petra nun per Facebook ihren Gästen und allen Schalke-Anhängern mit.

Wenn sich heute vor der Partie gegen den 1. FC Köln (18.30 Uhr) wie immer die ersten S04-Anhänger in der Kneipe des ehemaligen Schalker Mannschaftsbetreuers treffen, wird ein großer Schuss Wehmut dabei sein. Denn bald ist Schluss damit.

„Manchmal muss man neue Wege gehen, um den Kopf über Wasser zu halten“, schreibt Petra Neumann. Vor allem für viele mit dem Zug aus allen Teilen der Republik ankommende Schalke-Fans war die direkt am Ausgang des Hauptbahnhofs liegende Kneipe die erste Anlaufstelle, wenn sie zu einem Spiel der Königsblauen anreisen. Und ein beliebter Treffpunkt. Damit ist es am 31.12.2019 vorbei. „Es war mir eine Ehre, das geschäftliche Vermächtnis meines Vaters Charly noch ein Jahrzehnt weitergeführt zu haben“, verneigt sich Petra Neumann noch einmal vor ihrem Vater.

Neumann wurde als S04-Teambetreuer bekannt

1981 hatte Schalkes Mannschaftsbetreuer Karl-Heinz „Charly“ Neumann die königsblaue Kneipe in der Gelsenkirchener Innenstadt eröffnet. Seitdem flossen in der Pinte viele Tränen. Tränen der Freude, wie zum Beispiel nach dem Triumph im UEFA-Cup 1997, aber auch der Verzweiflung. Wie nach der Meisterschaft der Herzen, als die S04-Fans bis spät in die Nacht hier ihren Kummer ertränkten.

Vorbei. Offenbar hat sich die Kneipe überlebt. Der umtriebige und geschäftstüchtige „Charly“ Neumann war gelernter Bäcker und Gastronom. Er wurde bundesweit bekannt als Mannschaftsbetreuer des FC Schalke 04. Aber er war viel mehr. Er füllte für die Profis bereits in den 1980er Jahren in etwa die Funktion aus, die Massimo Mariotti zehn Jahre nach Neumanns Tod bei Schalke 04 neu belebt hat: Mädchen für alles. Neumann, der seit 1950 dem S04 angehörte, hatte zudem immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Fans.


Seine Geschichten füllen Bücher. Sein bekanntester Spruch: „In schlechten Zeiten müsst ihr Schalker sein, in guten haben wir genug davon.“ Sein königsblaues Herz hat er wie den Bummelzug an seine Tochter Petra weitergegeben. Ihre zwei Biergärten am Fontänenteich und am Berger See will sie weiter betreiben.

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06.10.2019 - 13:55 - rotweissliebe

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06.10.2019 - 10:29 - Kuk

@Julius.Oppermann
Vielen Dank für die Einblicke in Ihr Leben ! Davor habe ich großen Respekt ! Ihre geschilderten Kindheitserlebnisse sind nicht die allerschönsten.
Nach meiner Einschätzung hat sich auch in diesem Bereich gerade im Ruhrgebiet vieles verändert (Samstagsarbeit, Lohnhöhe, Lohntüte, Recht der Frauen auf Erwerbsarbeit, etc.), aber vielleicht kann ich das nicht vollumfänglich beurteilen - schon gar nicht für das gesamte Ruhrgebiet. "Echte Ruhrpöttler" können das sicher besser beurteilen.
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Auch ich habe in meiner Kindheit und Jugend Menschen kennen gelernt, die (weit) mehr Alkohol und Tabak konsumieren als Ärzte gemeinhin empfehlen. Wenn ich in meinem Umfeld richtig beobachtet und festgestellt habe, sind diese Personen in ihrer überwiegenden Mehrheit einem körperlich sehr harten Beruf nachgegangen. Vielleicht läßt sich daraus auch ableiten, dass da wo die härteste Arbeit ist bzw. war, auch die Alkohol- und Tabakkonsum sowie die meisten Kneipen waren. Diese harten vielleicht unmenschlichen Arbeitsbedingungen gibt es so aber heute nicht mehr.
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Ich habe die Menschen im Ruhrgebiet Ende der 1980-er Jahre als sehr hilfsbereit, ehrlich, großzügig und offen kennen gelernt.

06.10.2019 - 07:32 - SewaSk

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06.10.2019 - 04:25 - MBaisch11

Boa labberst du einen Müll. Ich bin mit der Trinkhalle Kultur aufgewachsen. Und da hat sich keiner halb ohnmächtig gewälzt. Und du liest richtig. Es war eine Kultur. Und wem das nicht passt haben wir schon vor 20 Jahren gesagt. Verpiss dich. Warum kann man Menschen nicht so leben lassen wie sie sind. In letzter Zeit wird doch gerade das immer von uns verlangt. Aber eins bleibt wie es ist. Der Pott ist einfach Geil und bleibt es auch.

05.10.2019 - 22:22 - rwekopo

Soso,Julius O. ist berufsbedingt in Deutschland herumgekommen.Mich würde interessieren,um welche Tätigkeit es sich da handelt,Mitarbeiter in einer Drückerkolonne,oder gar Animateur bei "Butterfahrten",man weiss es nicht.

05.10.2019 - 21:06 - Julius.Oppermann

@Kuk: Ich habe meine Kindheit im Ruhrgebiet erlebt und kenne die Mentalität dort. Ich bin später berufsbedingt in fast allen Regionen Deutschlands herum gekommen. Lediglich die Nordecke kenne ich nicht. Ich kann also ein bisschen die Mentalität der Menschen beurteilen. Die tüchtigsten Leute habe ich in der Region um Stuttgart erlebt, sparsam bis geizig, arbeitsam, fast jeder hat mit 30 sein Häuschen usw. usw. Ein Synonym hierfür ist die "Kehrwoche". Jeder Schwabe weiß, wovon ich rede. Das heißt nicht, dass das immer die sympathischten Leute sind - im Gegenteil.
Ich kenne z. B. auch die Mentalität der Rheinländer, da ich auch in Bonn gearbeitet habe. Die Leute sind von Karnevalsdonnerstag bis Rosenmontag nicht ansprechbar und in einem Delirium, von Ausnahmen abgesehen. Allerdings sind sie extrem großzügig dort im Raum Köln/Bonn.
Und ich habe es als Kind erlebt, wie Betrunkene in OB werktags von Trinkhalle zu Trinkhalle zogen und wir Kinder ihnen hinterherliefen. Für uns Kinder war das ein Spaß, dabei war das eine Tragik für diese Menschen, die wir als 8-Jährige nicht erkennen konnten. Die Menschen wälzten sich auf dem nackten Boden, betrunken wie sie waren, verloren ihre Groschen, die ihnen aus der Tasche fielen. Die Trinkhallenbesitzer haben fleißig weiter Alkohol verkauft. Darum habe ich bis heute eine abgrundtiefe Abneigung gegen Kneipen, Trinkhallen, die es außerhalb des Ruhrgebietes so gar nicht gibt und gegen Alkohol. Es gab Arbeiter, die gingen mit der Lohntüte, die es samstags gab - es bestand damals überwiegend eine 6- Tage-Woche - direkt in die Kneipe. Es gab zugegeben Vernünftige, die sagten zu ihren Kollegen: "Wie kannst Du mit der Lohntüte in die Kneipe gehen, wenn deine Frau mit Kind zu Hause auf deine Heimkehr wartet?"
Diese Sachen habe ich außerhalb des Ruhrgebietes später nie mehr erlebt. Die Trinkhallen- und Kneipendichte im Ruhrpott war wie Gift für solche Personen. Ob das heute noch so ist, kann ich nicht beurteilen. Ich hoffe, dass es jetzt anders ist. Zweifel bestehen aber dennoch. Man sollte sich immer vor Verallgemeinerungen hüten, allerdings ist eine Tendenz immer erkennbar.

05.10.2019 - 20:29 - Kuk

@Julius.Oppermann
Ich stamme aus Hessen und ich durfte später das Ruhrgebiet kennen lernen. Dabei durfte ich die Erkenntnis gewwinnen, dass das ruhrgebiet ein starkes Stück Deutschland mit ganz tollen Menschen ist und viel viel besser als sein Ruf.
Ich bin froh, dass wir jetzt offenbar beide der Meinung sind, dass "Suffköppen, die ihr Geld in Kneipen und in sog. "Trinkhallen" verjubeln " keine objektive Beschreibung DER MENSCHEN IM RUHRGEBIET im Jahr 2019 darstellt.

05.10.2019 - 18:05 - Gmeurb

Wenn ich sehe welche Beiträge weiter unten gemeldet werden, dann scheint Denunzieren sogar aus lächerlichen Gründen in Mode gekommen zu sein!??

05.10.2019 - 17:27 - Julius.Oppermann

@Kuk: Letzteres.
Lohntüten wurden etwa Ende der 60er Jahre abgeschafft.
Um zu wissen, was die Heimatregion für einen Ruf, ob gut oder schlecht, hat, muss man zumindest einmal seine Region verlassen haben. Ich habe es getan bis heute und weiß, welche Vorurteile über das Ruhrgebiet anderenorts bestehen, wobei nicht alle unkorrekt sind. Eines davon habe ich beschrieben. Wahrheiten tun meistens weh.

05.10.2019 - 16:23 - KalleKoppKaputt

@Julius Oppermann

Hat die LVR wieder Freigang? habe selten so einen mist gelesen.

05.10.2019 - 16:10 - Spieko

@Kuk

was ist dieser Oppermann nur für ein Mensch...kein Anstand, kein Respekt, keine Wertschätzung anderen gegenüber...
alles, was er schreibt ist Kokolores....nichts Brauchbares. Einfach schlimm und beschämend,was er von sich gibt.....

05.10.2019 - 15:38 - Kuk

@Julius.Oppermann
"Man bringt auch heute noch in Deutschland das Ruhrgebiet mit Suffköppen, die ihr Geld in Kneipen und in sog. "Trinkhallen" verjubeln, in Verbindung. Das ist direkt ungerecht, weil das Volk heute im Pott andere Sorgen hat."
Da möchte ich einmal nachfragen dürfen:
Besteht die Ungerechtigkeit darin, dass "das Volk" im Pott heute andere Sorgen hat oder daran, dass "Suffköppen, die ihr Geld in Kneipen und in sog. "Trinkhallen" verjubeln
keine objektive Beschreibung DER MENSCHEN IM RUHRGEBIET im Jahr 2019 darstellt ?

05.10.2019 - 13:12 - Kuk

Für die Zukunft die besten Wünsche, Petra Neumann !

05.10.2019 - 13:08 - Kuk

Dieser Kommentar wurde entfernt.

05.10.2019 - 11:09 - Julius.Oppermann

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