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RWO-Malocher fiebern mit "Bruder Terra"

15. Mai 2019, 06:00 Uhr

Fotos: Funke Foto Services

Rot-Weiß Oberhausen kann am Samstag in die 3. Liga aufsteigen. Voraussetzung: RWO schlägt Verl und Viktoria Köln gewinnt nicht gegen Borussia Mönchengladbachs U23. 

Den letzten Aufstieg feierte Oberhausen in der Saison 2007/2008. Der bei RWO mittlerweile legendären "Malocher"-Mannschaft gelang in den Spielzeiten 2006/2007 sowie 07/08 der Doppelaufstieg. Es ging von der Oberliga Niederrhein in die 2. Bundesliga.

Wir haben mit einigen RWO-Malochern von damals gesprochen, die natürlich am Samstag mit den Kleeblättern und ihrem "Bruder" Mike Terranova fiebern werden.

Marcel Landers (34), 217 Pflichtspiele für Rot-Weiß Oberhausen:

"Ich freue mich unheimlich, dass RWO am Samstag noch aufsteigen kann. Ich hoffe nur, dass alle die Ruhe bewahren. Das war immer die Stärke von uns Oberhausenern - die Ruhe. Ich kann mich an ein wichtiges Spiel gegen Rot-Weiß Erfurt erinnern. Da waren plötzlich 17.000 Fans im Stadion Niederrhein und wir haben leider verkackt. Wenn am Samstag gegen Verl 6000 kommen, dann reicht das (lacht). Nein, im Ernst: Die Mannschaft hat natürlich eine tolle Kulisse verdient. Ich bin mir auch sicher, dass wir die Verler besiegen. Denn keiner kann ein Team so gut motivieren, wie unser kleiner Bruder "Terra". Er spricht einfach die Sprache der Spieler. Er geht für sie und sie für ihn durchs Feuer.  Das hat RWO mit Sicherheit auch zehn bis zwölf Punkte gebracht. Das war ja bei uns nicht anders. Wir waren nicht die besten Fußballer, aber dafür echte Freunde und wir haben ehrlich gemeinsam gejubelt und getrauert. Da war egal, wer auf der Bank sitzt oder auf dem Rasen steht. Die Gemeinschaft war unter Hans-Günter Bruns unsere Stärke. Ich glaube, dass das jetzt bei "Terras" Mannschaft nicht anders ist. Die Jungs hätten den Aufstieg verdient."

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Musa Celik (36), 42 Pflichtspiele für Rot-Weiß Oberhausen:
"Wenn man an Samstag denkt, dann kommen schon alte Gefühle hoch. RWO verbindet uns alle irgendwo. Mit Benjamin Schüßler, Dimitrios Pappas und natürlich Mike Terranova sind ja noch drei von unseren Jungs im Verein involviert. Wenn RWO dann samstags spielt, dann herrscht bei uns in der Whats-App-Gruppe, in der fast alle Malocher von damals mitschreiben, Hochbetrieb. Wir zittern alle mit und wünschen Oberhausen wieder einen Aufstieg. Es ist schon bewundernswert, wie RWO mit der Viktoria mithalten kann. Die beiden Etats unterscheiden sich ja gravierend. Umso höher ist die RWO-Leistung zu bewerten. In der Mannschaft muss es einfach passen. Wie bei uns früher. Wenn wir um 10 Uhr eine Einheit hatten, dann waren wir bis 19 Uhr zusammen. Wir haben früher mehr Zeit mit den Mannschaftskollegen als mit unseren Frauen verbracht. Vielleicht ist das heute nicht mehr so extrem. Aber "Terra" hat mit Sicherheit einen ganz besonderen Draht zur Mannschaft. Das ist seine Stärke. Er ist von Natur aus ein Mensch, der immer die richtigen Worte im Umgang mit seinen Mitmenschen findet. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich bin ja Lehrer. Ich muss mit meinen Schülern auch einen gemeinsamen Nenner finden, sonst nehmen die mich nicht für voll. Fußballer und Schüler sind da gleich. Sie können nur gute Leistungen bringen, wenn sie einen da vorne stehen haben, der auch die richtigen Worte findet. Ich bin mir sicher, dass das auch am Samstag der Fall sein wird. Wir werden mit einigen Leuten im Stadion sein und "Terra" und seiner Mannschaft die Daumen drücken."

Markus Kaya (39), 147 Pflichtspiele für Rot-Weiß Oberhausen:
"Es ist schon schön zu sehen, was da in Oberhausen passiert. Wir haben ja durch unsere Whats-App-Gruppe fast täglich miteinander zu tun und da ist natürlich auch RWO ein Thema. Der Verein verbindet uns alte Malocher alle miteinander. Das war eine wunderbare Zeit. Jetzt führt "Terra" diesen Weg fort. Er weiß, worauf es ankommt, wenn es darum geht, eine echte Mannschaft zu formen. Ich freue mich, dass RWO diese große Chance am Samstag erhält. Wenn ich sehe, welche Mittel Rot-Weiss Essen zur Verfügung hat, mit dem Stadion, den Fans und auch den finanziellen Gegebenheiten und was da abgeliefert wird, dann ist das echt traurig. Aber es wundert mich auch ehrlich gesagt nicht, weil es in Essen an der Struktur fehlt. Da werden die Pläne von April, Mai schon im September, Oktober wieder über Bord geworfen. Bei RWO ist das anders. Da ist vielleicht alles etwas kleiner, aber dafür ist da immer eine Struktur zu erkennen. Da sind auch Leute am Werk, die seit Jahren für diesen Klub arbeiten und sich voll mit diesem identifizieren - auf und neben dem Platz. Dass RWO jetzt im siebten Jahr hintereinander vor RWE landet, ist kein Zufall oder Glück. Hier wird einfach besser gearbeitet und ich hoffe, dass diese Arbeit am Samstag mit dem Aufstieg in die 3. Liga belohnt wird."

Tuncay Aksoy (39), 62 Pflichtspiele für Rot-Weiß Oberhausen:
"Das, was RWO in dieser Saison geleistet hat, ist überragend. Aber auch schon im letzten Jahr mit dem Niederrheinpokal-Sieg gegen RWE, das war auch eine gute Saison. "Terra" leistet da wirklich sensationelle Arbeit. Ich hoffe, dass am Samstag viele Leute ins Stadion kommen und eine geile Stimmung entfachen. Ich habe ja auch bei Rot-Weiss Essen gespielt und weiß, wie wertvoll eine tolle Atmosphäre sein kann. Dass Essen das nicht auf die Kette kriegt, finde ich echt schade. Aber RWE würde einige RWO-Tugenden gut tun: Ruhe, Besonnenheit, Struktur und eine hohe Identifikation der Mannschaft sowie der Mitarbeiter. Das findet man bei RWO alles vor. Die Mittel sind begrenzt, doch der Arbeitseifer umso größer. Ich hoffe auf die Schützenhilfe von Borussia Mönchengladbach und einen tollen, freudigen Aufstiegs-Samstag für ganz Oberhausen. Ich glaube nicht, dass ein Gladbacher wirklich will, dass die Kölner aufsteigen."

Autor: Krystian Wozniak

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Kommentieren

15.05.2019 - 13:03 - RWO-Oldie

Das die Malocher immer noch so einen Zusammenhalt haben, zeigt, was für eine besondere Truppe das damals war. So wie damals zeigt auch die aktuelle Mannschaft, dass der mittlerweile verpönte Begriff "Teamgeist" entscheidender sein kann als ein Millionen-Etat. Weiteres Beispiel: Paderborner Teamgeist vs. HSV-Millionentruppe oder Darmstadt Höhenflug.

Vielleicht wäre es an der Zeit auch für uns Fans nicht immer nur auf den Millionen-Sponsor zu hoffen. Die Vereine müssen vielleicht viel mehr daran arbeiten, eine charakterlich top-strukturierte und -motivierte Mannschaft (inkl. Umfeld) aufzubauen. Menschenkenntnis kann dabei mehr Wert sein als Finanz-know-how. (s. Beispiel KFC)

15.05.2019 - 11:56 - xmicha1904

Für BMG is Köln Köln... egal was vorne für ein Kürzel steht.... nichts desto trotz.... WIR müssen gg Verl gewinnen.... aber das wissen ja alle die es mit uns halten.....

Marcel Landers sagte es ja oben schon..... gegen Erfurt war ich auch seinerzeit dabei...... :-((
Um so schöner war die Reise die Woche darauf nach Berlin.....
Das, wie immer, mal so am Rande.....

Nur der RWO
Glückauf

15.05.2019 - 11:34 - Gutessen

Alles auf dem Punkt gebracht viel Glück RWO. Und hoffentlich treibt sich dann Franky51 nicht mehr soviel in den RWE-Foren rum.

15.05.2019 - 08:07 - Frankiboy51

Ach, daher habe ich das !
Na gut, ich bemitleidige auch. ;-))