Regionalliga

RWE: Unter Trainer Neidhart – RWE ist wieder eine Heimmacht

Fabrice Nühlen
27. November 2020, 07:00 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

Fußball-Regionalligist Rot-Weiss Essen ist Tabellenführer und nach 15 Spielen noch ungeschlagen. Vor allem in Heimspielen ist RWE sehr konstant – das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall.

In den vergangenen Jahren war Rot-Weiss Essen, trotz der Unterstützung der eigenen Fans, nicht als Heimmacht bekannt. So kassierte der Traditionsverein in der vergangenen Saison vier von fünf Pleiten im eigenen Stadion. Entscheidende Spiele gegen die direkten Konkurrenten SC Verl (1:4) und SV Rödinghausen (0:2) gingen verloren und kosteten den Essenern die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation.

RWE ist wieder eine Heimmacht

In der laufenden Spielzeit hat sich die Elf von Trainer Christian Neidhart an der Hafenstraße deutlich gesteigert und ist mit 19 Punkten aus sieben Partien (18:4 Tore) die beste Heimmannschaft der Liga. Das 6:1 gegen den Wuppertaler SV war bereits der sechste Heimsieg. 


Einzig im Auftaktspiel gegen den Aufsteiger SC Wiedenbrück (1:1) kam der Spitzenreiter nicht über ein Remis hinaus. Auch der Bundesligist Arminia Bielefeld (1:0) wurde im DFB-Pokal bezwungen. „Die Heimspiele zu gewinnen, ist die Basis. Wir haben gerade bei uns im Stadion Top-Bedingungen. Das muss der Weg sein“, freute sich der Coach über die Heimbilanz.

Fans fehlen bei Highlight-Spielen – Neidhart: “Jungs nehmen die Situation gut an“

Dass RWE gerade in dieser Spielzeit derart heimstark ist, kommt überraschend, weil die Spieler in der Saison corona-bedingt größtenteils auf den Support der Fans verzichten müssen. In der letzten Saison waren gerade die Zuschauer in den denkbar knappen Auftaktpartien gegen die U23 von Borussia Dortmund (2:1) und 1. FC Köln U21 (2:1) mit ihrem Support maßgeblich an der Wende beteiligt. 


Laut Neidhart brauchen die Spieler aber keine Extra-Motivation: „Ich glaube die Jungs haben die Situation gut angenommen. Auch im Derby gegen Oberhausen oder im Pokal gegen Bielefeld hatten wir eine leere Hütte. Wir hatten schon viele Highlight-Spiele. Wenn man den Tabellenstand sieht, wäre gegen Wuppertal das Stadion voll gewesen. Gerade in der Anfangsphase wären die Fans wichtig gewesen, um uns sofort wachzurütteln. Das haben wir im Moment aber leider nicht.“

In Aachen steht erneut Jakob Golz zwischen den Pfosten

Das nächste Spiel (29.11, 14 Uhr) findet allerdings auswärts bei Alemannia Aachen statt. Der 52-Jährige erwartet eine kampfbetonte Partie: „Wir wollen unsere fußballerischen Komponenten immer wieder reinbringen. Wenn es das in Aachen nicht hergibt, können wir auch umstellen und robuster spielen. Es wird wieder eine Aufgabe, die wir meistern wollen. Wir sind momentan im Bayern-Stil und müssen jedes Spiel gewinnen, weil Dortmund sehr konstant spielt.“

Ein Spieler, der in Aachen definitiv nicht zur Verfügung steht, ist Stammtorwart Daniel Davari, der sich nach einem positiven Corona-Test in eine zehntägige Quarantäne begeben hat. Er wird, wie schon gegen den WSV, von Jakob Golz ersetzt. „Es war schon nicht einfach damit umzugehen, wenn ein Stabilisator in der Defensive ausfällt. Er war für die Mannschaft ein großer Rückhalt“, betonte der Trainer. „Zum gleichen Zeitpunkt ist es natürlich für Jakob die Möglichkeit, sich zu zeigen. Er war nicht nervös und hat seinen Part gemacht. Die Tatsache, dass wir zwei Top-Keeper haben, ist unheimlich schwer für Jakob. Eigentlich haben wir keine Nummer zwei. Für sein Potenzial hätte er auch schon 15 Spiele haben müssen.“

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Kommentieren

27.11.2020 - 18:17 - Außenverteidiger

@Zweiteliga2022: Wieso ist eine dritte Liga mit 1,2 mio TV Geld nicht zu finanzieren? Erst recht, wenn die Regio zu finanzieren war? Wirtschaftlich muss man doch so haushalten, dass man in jeder Liga überlebt. Über welche Summen reden wir mittlerweile? Auf dem globalen Fußballmarkt gibt's genug Spieler, die in der dritten Liga spielen, ohne das wir pleite gehen. Huch, die Jugend ganz vergessen.

27.11.2020 - 17:40 - boh

Und AV wieder mit seinen ethisch sauberen Bereichen
.......Nein, danke, danke..brauch jetzt keinen Vortrag über Ethik.

27.11.2020 - 11:22 - zweiteliga2022

Wir werden sicherlich nicht ungeschlagen durch die Saison kommen, aber momentan hat CN es geschafft den Jungs zu vermitteln, das wenn sie nahe an ihrem Leistungsvermögen spielen, sie nicht zu schlagen sind. Die Geduld bei einigen knappen Spielen zahlt sich nun aus, die geforderten klaren Ergebnisse kommen immer mehr. Entscheidend wird halt sein, wenn es uns irgendwann einmal erwischt, den Jungs vermitteln zu können, wo ihre Fehler lagen und diese dann innerhalb weniger Tage abzustellen. In den letzten Jahren folgend leider allzu oft nach Niederlagen eine Serie von Misserfolgen. Einen Engelmann zu holen, dafür bedurfte es keiner hohen sportlichen Kompetenz, ein Spieler der über mehrere Jahre die 4te Liga zusammenschließt, dafür brauchst Du Kapital Die meisten Spieler die JN geholt hat, waren Volltreffer, bzw. Erfüllen genau das was man erwartet, eine Kunst die er mit weniger Kapital bereits beim RWO bewiesen hat. Die gemachten Verbindlichkeiten geschickt abgesichert und somit das finanzielle Risiko minimiert, hier ein deutliches Lob an MU. Sollte der Aufstieg gelingen, muss man sich natürlich komplett neu hinterfragen, denn dann bekommen die jetzigen Zahlen eventuell eine Null mehr am Ende und das Risiko steigt. MW hat einen guten Weg eingeschlagen, dafür bin ich im ewig dankbar, die jetzige Führungsriege ist etwas mutiger aber trotzdem vorsichtig, das macht Mut. Alle Wissen bei uns, das die 3.Liga maximal 2 Jahre finanzierbar ist, aber auch nur, wenn wieder Zuschauer erlaubt sind und wir die Hütte mit einem Schnitt von 15.000 interessant für Investitionen halten. Ecken zu und so schnell als klug machbar in die 2te Liga, das wir auch langfristig überleben können. Ohne Fernsehgelder und gute Sponsoren ist kein Überleben mittel- und langfristig möglich. Geld schiesst zwar keine Tore, sorgt aber dafür, das sportlich kompetente Personen die holen können, welche Tore schiessen, siehe ME. Er spielt nicht bei uns, weil unser leeres Stadion so schön ist :-)

Nur der RWE

27.11.2020 - 09:41 - Ostwestfale

Die Mannschaft hat sich jetzt eine Menge Respekt erarbeitet. Um bei AVs Sprachschatz zu bleiben, sie verbreitet beim Gegner Angst und Schrecken. Am Mittwoch hat sie keinesfalls ihr bestes Spiel gemacht, fegte aber einen früheren Erzrivalen einfach mal vom Platz. Und das trotz des frühen Rückstandes, nachdem man sich einfach mal den Mund abputzt. Engelmann ist ein wichtiger Faktor, klar ist aber, er ist es nicht allein. Nicht nur die Defensive an sich steht gut, sondern die ganze Truppe spielt defensiv im Kollektiv super gegen den Ball. Gegen den WSV gelang das nicht so gut wie sonst, was zum Luxusproblem wird, wenn man selber ein halbes Dutzend Buden macht. Ein Wort zu Platzo, der mir viel zu schlecht wegkommt. Zum einen sind drei Tore gemessen an seiner Rolle, die Ergänzungsspieler lautet, nicht so schlecht. Im Anlaufen des Gegners in dessen erstem Drittel ist er eine Waffe. Er hat immer noch Tempo, kann dem Verteidiger deutlich mehr auf den Sack gehen als Engel, wenn er da draufgeht. Er zwingt die Leute häufiger zu Bällen ins Nirgendwo. Seine Kopfballstärke ist auch noch da, er holt die Dinger in der Luft. Diese Dinge möchte ich mal nennen, manchmal hat man hier den Eindruck, ein Mann wie er sei kaum noch regionalligstauglich. Sehe ich anders. Zum größten Konkurrenten.
Ich habe mir diverse Spiele des BVB II angeguckt. Deren defensives Umschaltspiel ist nicht so stark wie das unserige. Gegen Rödinghausen haben sie sich beide Buden dadurch gefangen, diverse andere Gegner hätten sie da auch erwischen können, vor allem Münster, das zu ineffizient gewesen ist. Das gibt mir Hoffnung, dass da noch andere Mannschaften daher kommen, die Maaßens Himmelsstürmer erfolgreich bespielen können. Für uns kann die Zielsetzung nur lauten, konsequent den Weg weiterzugehen. Aachen wird schwer. Aber das wissen die Jungs.

27.11.2020 - 08:56 - Außenverteidiger

Denke es fehlte bis zu diesem Jahr einfach ein Topstürmer. Ohne Stürmer kannste der beste Trainer der Welt sein und gewinnst zu kaum Spiele. Zum Glück liefert ein Engel diesen Beweis. Während die restlichen Stürmer eine Torquote aus dem Mittelalter aufweisen. Harenbrock den Killer mal ausgenommen. Young muss gegen Aachen nachlegen und kann noch eher in ethisch saubere Bereiche vorstoßen.
Hoffe natürlich darauf, dass Endres, Kefkir und Co ihre Spirale der Grausamkeit beenden.

27.11.2020 - 08:13 - Moses

CN hat mit Abstand den besten Kader der letzten Jahre. Alle Positionen sind nicht nur top besetzt sondern dazu nahezu gleichwertig doppelt, was bei den vielen englischen Wochen ein großer Vorteil ist. Top Kaderplanung (schöne Grüße nach GE...;)) aller Beteiligten.
Was CN von vielen seiner Vorgänger unterscheidet: es wirkt auf mich immer sehr gut analysiert und hat stets intelligente Matchpläne. Dazu gehört auch mal wie in Homberg , die einfache rustikalere Spielweise. Vielleicht einer der Hauptunterschiede zu CT in taktischer Hinsicht. Aber wo wir bei Vergleichen sind: Natürlich benötigt man die entsprechenden Spieler, keine Frage, aber CN hätte m.E. auch aus den Kadern der letzten Jahre mehr herausgeholt. Nun aber genug mit Vergleichen aus der Vergangenheit , es zählt das Hier und Jetzt und das macht viel Freude. Ich bin sicher CN hat gegen Aachen wieder einen durchdachten Matchplan. Alles auf Sieg !
Nur der RWE!

27.11.2020 - 08:13 - Außenverteidiger

Überall wo das Wort Heim und Macht auftaucht, muss man kurz in sich gehen. Einfach schön und romantisch die Worte der Heimat, seinem Zuhause.

Finde den Golz sowieso besser. Sollte er sich entwickeln hat der Davari erst recht keine Chance.

Denke die Argumentation hängt sich über die Erfahrung auf. Dabei ist mit Erfahrung Fähigkeiten gemeint? Sollte mit Erfahrung Ruhe gemeint sein, die hat der Golz. Kann ein Junger Spieler grundsätzlich sowieso besitzen, weil es eine Charaktereigenschaft ist.

Ich halte von Erfahrung sowieso wenig. Oftmals wird damit die Faulheit von älteren Arbeitgebern begründet. Kommt ein neues Computerprogramm müssen sowieso alle bei Null anfangen. Auch die älteren Arbeitnehmer. Ältere Landsleute sind im übrigen genauso lernfähig, wie junge Landsleute. Lediglich die innere Einstellung unterscheidet sich. Vermutlich kommt dieser Gedanke auf, wenn ein Trainer die Erfahrung, statt Sympathie vorschiebt.
Wobei unser Neidi den Grund angeschrien hat, als er die Feigheit vor dem Feind anwendete. Seitdem sach ich, Toptrainer! Dazu die menschlichen Werte aus dem Hombergspiel. Einfach schön.