Die Spieler von Rot-Weiss Essen sind seit rund zwei Wochen im Home-Office. RevierSport hat bei Essens Nummer eins, Jakob Golz (21), nachgefragt, wie es ihm ohne seine Mannschaftskollegen so ergeht.

RL

RWE-Keeper vermisst seine Kollegen, die Fans und die Hafenstraßen-Stimmung

25. März 2020, 22:01 Uhr
Von links: Jakob Golz, Amara Condé, Daniel Heber und Jan-Lucas Dorow. Foto: Thorsten Tillmann

Von links: Jakob Golz, Amara Condé, Daniel Heber und Jan-Lucas Dorow. Foto: Thorsten Tillmann

Die Spieler von Rot-Weiss Essen sind seit rund zwei Wochen im Home-Office. RevierSport hat bei Essens Nummer eins, Jakob Golz (21), nachgefragt, wie es ihm ohne seine Mannschaftskollegen so ergeht.

Jakob Golz, wie geht es Ihnen? Vermissen Sie Ihr Mannschaftskollegen?
Mir geht es gesundheitlich sehr gut, aber klar vermisse ich die Mannschaft, das gemeinsame Training und den täglichen Kontakt mit meinen Mitspielern.

Bei Instagram sind Videos zu sehen, wie Sie mit Ihrem Vater Richard Golz trainieren. Inwiefern kann er Ihnen in so einer Situation helfen? Niemand weiß schließlich, wie lange die Pause geht.
Ja, wir trainieren oft zusammen, was für mich natürlich nur positiv ist. Die Einheiten machen auch viel Spaß, aber natürlich geht nichts über das Mannschaftstraining auf dem gewohnten Fußballfeld. Durch seine Erfahrung als Spieler und Trainier ist es ein guter zusätzlicher Input zum Trainingsplan unseres Athletiktrainers Sven Linnemann.

Sie werden jetzt wochenlang, vielleicht über Monate keine Torschüsse mehr auf den Kasten bekommen. Ist solch eine lange Pause für einen Torhüter von Nachteil?
Richtiges Mannschaftstraining ist immer besser, aber ich habe in meinem Leben schon genug Bälle gefangen. Jetzt ist gerade eine andere Phase, wo man andere Schwerpunkte setzt und sich auf die wesentlichen Dinge fokussiert.

Wie können sich die Fans aktuell ihren Alltag in Hamburg vorstellen?
Das kommt auf unseren Trainingsplan an. Wenn wir zwei Einheiten haben, gehe ich morgens meist laufen und mache dann mittags/nachmittags die zweite Krafteinheit. Den Rest des Tages nutze ich meist für Gesellschaftsspiele, Spaziergänge, Gespräche mit der Familie oder auch mal für die Playstation.

Auch den Verein hat die Corona-Krise hart erwischt. Mussten Sie beim Thema Kurzarbeit lange überlegen?
Nein. Der Verein liegt uns allen in der Mannschaft sehr am Herzen und wir wollen ja, dass es weitergeht. Da musste ich nicht lange überlegen!

RWE hat einige Aktionen ins Leben gerufen, wie das virtuelle Heimspiel. Es wurden schon rund 3000 Karten verkauft und doppelt so viele Biere. 

Unsere Fans sind wirklich unglaublich! Dieser Zusammenhalt von der Mannschaft, allen Mitarbeitern und den Fans zeichnet den Verein aus. In guten, aber auch in diesen etwas schlechteren Zeiten halten wir alle zusammen. Das wissen wir alle sehr zu schätzen.

Was geht Ihnen in diesen Tagen, Wochen durch den Kopf bezüglich der Corona-Krise?
Ich versuche das so gut es geht auszublenden und will mich da nicht runterziehen lassen. Die aktuellen News bekomme ich mit, aber gucke nicht jede Nachrichtensendung. Klar ist es eine sehr schwere Phase für alle, aber jeder kann seinen Beitrag dazu leisten, dass es bergauf geht. In diesem Fall heißt das, zuhause zu bleiben.

Was würden Sie den RWE-Fans gerne mit auf dem Weg geben?
Wir können nicht abwarten, dass es wieder losgeht. Vielleicht dauert es noch eine Weile, aber auf dem Platz mit den Fans Gas zu geben und danach zu feiern, ist das Schönste. Wir alle vermissen diese ganze Hafenstraßen-Atmosphäre. Wann es losgeht, wissen wir nicht, aber wir freuen uns drauf. Bleibt alle gesund!

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26.03.2020 - 14:16 - Brückenschänke

Jakob alles, alles Gute! Bleib gesund und munter und dem RWE lange treu!
Mit den allerbesten (also rot-weissen) Grüßen.

26.03.2020 - 09:12 - Außenverteidiger

Da bin ich bei dir Rweharry. Nach Sascha Kirschstein ein echtes Juwel. Das wir im 16er jemanden stehen haben, wie in Sierra Leone Bodenschätze, hätte ich nicht gedacht. Hoffe wir werden nicht so ausgebeutet und er verlässt uns umsonst.

Wichtig ist, nach der Gesundheit, dass der RWE und unsere Nation mit unserem geilen Sozialsystem überlebt. Wir haben so viele alte und kranke Bürger im Land, die ohne Gesundheitssystem nach dem Virus nicht überlebensfähig sind. Angefangen bei den Allergikern mit ihrer Medizin, über Diabetiker, hin zu MS usw..
Hoffe jeder Bürger hat den Schuss vor den Bug verstanden und Ideen des Weltbürgers wird verworfen. Man kann sich Respekt vor anderen Nationen aus der Ferne aneignen. Wir haben super Dokus über fremde Kulturen.
Dazu muss man nicht den nordeuropäischen Lebensstil in die Sahara, Tropen oder Nordpol importieren.

Kleine Frage in die Runde. Was ist mit dem Erasmusprogramm zur europäischen Vernetzung? :P Kann man nicht schriftlich den Vorteil von Handelsbündnissen vermitteln? Oder muss ich jemanden in Frankreich besser bzw schlechter behandeln weil ich ihn kenne? Kann man nicht grundsätzlich Respekt vor Bürgern anderer Nationen vermitteln? Ab einer gewissen Schicht, könnten sich die Kinder den Luxus der Ober und Mittelschicht sowieso nicht leisten.

25.03.2020 - 22:50 - Rweharry 1907

Olala wir haben ein Torwart
Jakob Wunderbar
Seh zu das Du gesund bleibst